PreisträgerInnen 2014

Preisträgerinnen und Preisträger

des 12. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2014

1. Preis

1. Preis für Ann Kocakaya

Ann Kocakaya

Perspektive. Acryl auf Leinwand. 30 x 30 cm

Beschreibung

Mein Bild kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Ich wollte einen Soldaten auf afghanischen Boden zeigen, vielleicht nicht einmal in Afghanistan, aber auf jeden Fall im Einsatz. Im Mittelgrund also eine typische Szene aus einem Einsatzland, einige Einwohner, ein Kamel. Am Horizont im Hintergrund ist die Skyline von Berlin.
Vielleicht, weil der Kamerad an zu Hause denkt; das wäre die einfachste Erklärung. Vielleicht aber auch, weil beide Szenen eng miteinander verwoben sind, schließlich sollen wir ja „die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch“ verteidigen. Wenn man wie ich viel in Berlin ist, kann man aber auch das Gefühl bekommen, dass die beiden Welten auf dem Bild verschmelzen.
Im Rücken hat der Kamerad den Bundestag.
Das Bild ist in schwarz-weiß, um die Eintönigkeit des Alltags im Einsatz zu betonen und um die Konturen zwischen den beiden Welten verschwimmen zu lassen.
Das ist allerdings nur eine Sicht der Dinge.
Es gibt weit mehr Wege, das Bild zu verstehen und das ist Absicht.

2. Preis

2. Preis für Norman Spies

Norman Spies

Trall. Lack auf Holz. 80 x 65 cm

Beschreibung

Das Bild ist in MeS entstanden mit den Mitteln, die mir „dienstlich“ dort zur Verfügung standen. Es soll die große Einsatzbereitschaft der Trans-All C160 wiederspiegeln, die weltweit im Einsatz ist, ob als MediVec oder Transportunterstützung.

3. Preis

3. Preis für Miriam Finzel

Miriam Finzel

Vertrauen. Zeichnung. Bleistift. 42 x 30 cm

Beschreibung

Wem kann ich vertrauen?
Meine persönliche Antwort darauf lautet: „meinem ehemaligen Diensthund“.
„Der Diensthund und der Soldat“, ein unzertrennliches Team. Gemeinsam in den „Einsatz für Deutschland“ zu ziehen.
Sie vertrauen sich gegenseitig und geben immer nur das Beste.
Es ist unbezahlbar, in jeder Situation einen an seiner Seite zu haben, der alles für seinen besten Freund gibt. Vieles verändert sich, doch der Soldat bleibt mit seinem Hund unzertrennlich. Sie teilen Freude und Leid und sind somit verbunden bis in die Ewigkeit.
Vieles unserer Erlebnisse, ob positiv ob negativ, sie rücken in die Ferne wie auf meinem Bild die Berge.
Vergessen sollen oder werden wir nie, doch nach vorne zu blicken, ist des Soldaten neues Ziel. Wohin wir auch gehen, wir sind nicht allein. Jeder hat einen Freund, auf zwei oder vier Beinen.
Alles andere, was du auf dem Bild siehst, das entscheide du, welchen Wert du ihm gibst.
Für mich bedeutet „im Einsatz für Deutschland“ nicht nur Belastungen in Kauf zu nehmen, sondern auch die Kameradschaft/ Freundschaft erleben zu dürfen.
(Leider kam es nicht dazu, dass mein Diensthund und ich, gemeinsam in den Auslandseinsatz gingen, da er leider schwer erkrankte und nicht mehr dienstfähig war. Aber so wie in dem Bild hätte ich es mir gewünscht.)

4. Preis

4. Preis für Andreas Aschenbrenner

Andreas Aschenbrenner

Augenblick. Malerei. Acryl auf Leinwand. 100 x 160 cm

Beschreibung

Rote Mohnblumen als Erinnerung an Soldaten, die während des Einsatzes gefallen/ gestorben sind.

Risse als nach dem Einsatz hinterlassene Narben auf Körper und Seele.

Zifferblatt im Boden als Symbol für die Zeit, die Soldaten im Einsatzland hinterlassen haben.

Zerbröckelndes Ziffernblatt/ die Zeiger (kurz vor zwölf) als bald endende Mission.

Tropfen auf den Zeigern als Symbol für die verflossene Zeit, in der Blut und Tränen geflossen sind.

5. Preis

5. Preis für Denis Nagel

Denis Nagel

Der Einsatz zu Hause. Fotografie. 30 x 20 cm

Beschreibung

Im Einsatz für Deutschland sind nicht nur Soldaten! Mit diesem Motto entschied ich mich, an dem 12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr teilzunehmen. Denn wo sich die Soldaten in eine wortwörtlich „andere Welt“ hineinbegeben, müssen Familien sowie Angehörige, neben ihren Ängsten und Sehnsüchten, die hinterlassene Lücke des täglichen Trotts in der Heimat schließen.

Insbesondere trifft dies meiner Meinung nach die Mütter und Väter, deren Partner sich im Einsatz befinden.

Ob Putzen, Waschen, Rasenmähen, Amtsgänge oder Kinderbetreuung – all die Dinge lasten nun auf einem Einzelnen. Die damit auf einmal entstandene Mehrbelastung erfordert nicht zu selten Höchstleistungen, Ausdauer und starken Willen.

Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt und möchte mich hiermit bei meiner Verlobten bedanken, die während meiner ISAF-Einsätze Zuhause alles bestens im Griff hatte und mir den Rücken freihielt.

5. Preis

5. Preis für Sarah Magroun

Sarah Magroun

Schau genauer hin!. Malerei. Acryl auf Leinwand. 60 x 80 cm

Beschreibung

Meine Arbeit soll die Hilfsbereitschaft der Bundeswehr darstellen, da die außenstehenden Menschen dies nicht sehen und nur den negativen Schlagzeilen Glauben schenken.

5. Preis

5. Preis für Jaihai Ni

Jiahai Ni

Dazwischen. Zeichnung. Bleistift und Wasser auf Papier. 81 x 42 cm

Beschreibung

Wind aus Osten, weht nach Westen

zum Diener dazwischen, an Erkennung erkannt

senkrecht aufrecht, mit Marken beklebt

verrenkend vor dem Mast, freier Blick geradeaus

5. Preis

5. Preis für Dagmar Ronczka

Dagmar Ronczka

Es geht nur gemeinsam. Malerei. Acryl auf Leinwand. 60 x 50 cm

Beschreibung

Meine derzeitige Tätigkeit im Regionalen Planungs- und Unterstützungstrupp Leipzig des Landeskommandos Sachsen erlaubt mir einen tieferen Einblick in die Arbeit der Reservisten in Notlagen und bei Katastrophen. Da wird jede Unterstützung gebraucht. Gute Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und Einrichtungen sind Voraussetzung für die Bewältigung dieser schwierigen Aufgaben. Mit Personal, Material und auch beratend stehen sie zivilen Institutionen wie dem Technischen Hilfswerk als auch der Feuerwehr hilfreich zu Seite.

So auch beim Hochwasser im Juni 2013, wo tagelange Regenfälle schwere Überflutungen verursachten. Einzelne Ortschaften wurden komplett überflutet, viele Menschen verloren ihr Zuhause. ln erster Linie galt es, den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen. Angst, Verzweiflung aber auch Dankbarkeit und Hoffnung lagen dicht beieinander. Ob mit schwerem Gerät oder den Händen, die Helfer haben alles getan, um das Wasser aufzuhalten.

Mein Bild soll ein Dankeschön sein an die vielen fleißigen Helfer, die in diesem Kampf gegen die Fluten großes geleistet und gezeigt haben, dass man solch eine große Herausforderung nur gemeinsam bewältigen kann.

5. Preis

Ralf Illauer

Ent – Weder – Oder. Objekt, Etiketten und Digitalfotografie bearbeitet auf Holz sowie ein Sandsack mit Chipkarten. 165 x 90 cm

Beschreibung

Für die Bundeswehr gilt der Vorrang des demokratisch legitimierten politischen Willens, der Primat der Politik. Die Prinzipien und Interessen deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden durch die dazu bestimmten Verfassungsorgane vorgegeben. Die Sicherheitspolitik Deutschlands wird von den Werten und Normen des Grundgesetzes und von dem Ziel geleitet, die Interessen unseres Landes zu wahren. Die Grundrechte binden die Angehörigen der Bundeswehr an jedem Ort und zu jeder Zeit. Deshalb sind alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr »Staatsbürger in Uniform«. Sie sind den Werten und Normen des Grundgesetzes in besonderer Weise verpflichtet. Sie haben der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Soldaten und Soldatinnen sind dien-mutig, in der alten Bedeutung von demütig. Sie haben Mut zu dienen. Ihr militärischer Dienst schließt den Einsatz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens mit ein und verlangt in letzter Konsequenz, im Kampf auch zu töten. Der Dienst in der Bundeswehr stellt deshalb hohe Anforderungen an die Persönlichkeit der Soldatinnen und Soldaten. Sie treffen vor allem im Einsatz Gewissensentscheidungen, die ihre ethische Bindung in den Grundwerten finden. Die Bundeswehr kann ihren Auftrag dann am besten erfüllen, wenn sich ihre Angehörigen auf die Anerkennung ihres Dienstes durch das ganze Volk stützen können. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund der Einsatzrealität von Streitkräften und ihren äußersten Folgen: Tod und Verwundung. Die Bundeswehr wird den kontinuierlichen Austausch mit der Gesellschaft pflegen, ein breites sicherheitspolitisches Verständnis fördern und Präsenz im öffentlichen Raum sicherstellen. Die Soldaten der Bundeswehr werden ihr berufliches Selbstverständnis im Einsatz für unsere Sicherheit und den Schutz unserer Bürger umso besser annehmen und erfüllen, je aufgeschlossener und verständnisvoller die deutsche Gesellschaft die Besonderheiten des soldatischen Dienens und den Beitrag der Streitkräfte insgesamt für Deutschland anerkennt und würdigt. Anerkennung und Würdigung findet die Bundeswehr im Parlament. Der Primat der Politik ist nicht nur ein Privileg, sondern auch Verpflichtung aller Mitglieder und Fraktionen des Deutschen Bundestages sowie auch des Bundesrates. Alle Entscheidungen, seien es Zustimmungen, Ablehnungen oder auch Enthaltungen sind bewusste Entscheidungen der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Sie zeigen es bei der Abgabe ihrer Stimmkarten. Jedes Abgeben der blauen, roten oder weißen Stimmkarten ist ein klares und eindeutiges Votum. Unzweifelhaft. Verbindlich. Bekennend. Ent • Weder • Oder. Bei allen Entscheidungen wie z.B. über Bundeswehreinsätze im ln- und Ausland, sollten aber nie diejenigen vergessen werden, um die es letztendlich geht: die Menschen in der Bundeswehr. Weitreichende Entscheidungen im Parlament haben oftmals auch unmittelbare Auswirkungen auf die Familien und die Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Tod und physische oder psychische Verwundung verändern ganze Familien, plötzlich, schlagartig und unvorbereitet. Aber auch alle Entscheidungen im Rahmen von Attraktivität, Fürsorge und Betreuung haben Auswirkungen auf das familiäre Umfeld der Bundeswehrangehörigen. Deswegen stelle ich in meinem Bild den Menschen, den Staatsbürger in Uniform, in die Mitte. ln die Mitte der Entscheidungen des Parlamentes. Und er trägt den Primat der Politik symbolisch auf dem Kopf. Dieser Helm gibt ihm die Aufträge. Der Helm schützt ihn aber auch. Und er sorgt sich um seine Familie. Ent – Weder – Oder. Könnte aber auch die Kurzform sein von Ent-Scheidung. Weder-Krieger. Oder-Held. Der originale Sandsack aus dem Oderflut-Einsatz 1997 soll dieses symbolisieren. Entscheiden: Entscheiden können nur „Politiker“, nicht Soldaten und Soldatinnen. Oder auch „die Gesellschaft“? Oder auch „wir“? Weder Krieger: „Krieg“? Nein, „kriegsähnliche Verhältnisse““oder „bewaffneter Konflikt“ oder „Friedenseinsatz“? Worte, Begriffe, die alles oder nichts regeln. Begriffe die helfen, schützen oder Rechte versagen. „Gefechte“ werden mit Orden gewürdigt. Aber Krieger, Kämpfer, Helden? Kommen eigentlich Helden aus Auslandseinsätzen zurück? Oder werden nur Tote und Verwundete zu Helden? Wer macht sie dazu? „Politiker“? Oder „die Gesellschaft“? Oder „wir“? Oder-Held: Helden gab es im Oder-Einsatz. „Unsere Oderhelden!“ Wer machte sie aber dazu? „Politiker‘‘ oder „die Gesellschaft“? Oder „wir“?

Sonderpreis

Oliver Marcus Kaptein

Im Einsatz für Deutschland. Digitalzeichnung, Mit interaktiven Elementen als QR-Codes und vier Cyberbilder. 21 x 29 cm

Beschreibung

Wir, die Bundeswehr, sind immer im Einsatz, ob im Inland oder im Ausland, vom Oderbruch bis Hindukusch. In der öffentlichen Wahrnehmung durch das Eiserne Kreuz gekennzeichnet.

Im Wandel der Zeit modifiziert, aber hier in der aktuellen Form vorliegend.

Die Grafik zeigt das Eiserne Kreuz der Bundeswehr, jedoch ist die farbliche Füllung nicht in den typischen Blau- und Grautönen angelegt, oder im klassischen schwarz/weiß, sondern in einem QR-Code-Füllmuster.

Der QR-Code als Füllmuster fungiert optisch nicht nur als Brücke zwischen Tradition und Innovation, sondern füllt die Grafik auch mit Leben und verdeutlicht den Bezug zum Titel „Im Einsatz für Deutschland“.

Die Vielschichtigkeit der Grafik erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick, sondern interaktiv. Der Betrachter wird aufgefordert, sich mit einzubringen, mit der Grafik zu arbeiten um alle Facetten des Bildes zu erfassen. Hierzu ist es erforderlich, dass er über ein Smartphone oder Tablett verfügt, auf dem eine QR-Code Scannerapp installiert ist. Ein entsprechendes Gerät ist dieses Mal nicht beigefügt und der Betrachter ist auf eigene Technik angewiesen.

Bei der Interaktion mit der Grafik wird der Betrachter feststellen, dass der Haupt-Kode in der Füllung den Text der dritten Strophe im Deutschlandlied wiedergibt. Werte, die die Bundeswehr verteidigt und für die sie einsteht, ein Teil des Fundamentes unserer gesellschaftlichen Ordnung.

Darüber hinaus beinhaltet die Grafik vier weitere QR-Codes, die einen kleinen Einblick in die Einsätze der Bundeswehr geben. Hier wird der Betrachter auf eine Internetseite geführt, auf der die Bilder hinterlegt sind. Diese Bilder wurden im Cyberart-Stil erstellt. Bilder, Fotografien, Zeichnungen und Scans sind zu vier digitalen Bildern verschmolzen, die den Titel der Grafik unterstreichen.

Bei den vier verschiedenen Cyberart-Bildern handelt es sich um eine ABC-Übung, eine Kartenübersicht von Einsatzgebieten und zwei spezielle Auslandseinsätzen, KFOR und ISAF.

Diese Bilder sprechen für sich, wobei hier noch zu erwähnen ist, dass das KFOR Bild im Hintergrund die Noten von „Sag mir wo die Blumen sind“ beinhaltet. Ein Krieg, der schon eine geraume Zeit zurückliegt und aus dem öffentlichen Focus verschwunden ist, aber immer noch die Anwesenheit internationaler Truppen, unter anderem auch der Bundeswehr, erfordert.

Jurybewertung

Auf außergewöhnliche Weise werden neue Medien eingesetzt und grafisch ausgezeichnet gelöst. Mittels QR-Code kann der Betrachter vier Bilder über sein Smartphone ansehen, die als Cyberkunst verfremdet sind und jeweils eine eigene Botschaft vermitteln. Der Werkbegriff ist mit dieser subtilen Methode neu definiert. Das „Entdecken“ von weiteren Welten hinter dem Bild ist natürlich auch besonders für die jugendlichen Betrachter ein weiterer Anreiz, sich intensiver mit der Arbeit und den Inhalten zu beschäftigen.

Familienpreis

Familienpreis für Birgit und Johann Schwarz

Birgit und Johann Schwarz

Gemeinsam stark. Collage. Acryl auf Leinwand und Stoffkordel, zweiteilig. 60 x 80 cm

Beschreibung

Gemeinsam stark…im Einsatz für Deutschland.

Der Bund mit dem Bund – kann manchmal genauso stark sein wie der Bund in Ehe und Familie.

An der Seilschaft gesichert und verankert.

Nur miteinander schaffen wir das!

Fotos des Sonderpreises: Kaptein | Alle anderen Fotos: SKA