Preisträgerinnen und Preisträger 2016

Preisträgerinnen und Preisträger

des 13. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2016

1. Preis

1. Preis: Viktor Kebleris
Viktor Kebleris. Momentaufnahme aus dem Leben eines Soldaten. Acryl. Zwei Teile á 80 x 100 cm

Viktor Kebleris

Momentaufnahme aus dem Leben eines Soldaten
Acryl. Zwei Teile á 80 x 100 cm

Beschreibung

Dieses Bild stellt eigene Erfahrung im Einsatz dar und unterstreicht das Thema des 13. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr.
Das Ziel war es, den Beruf als Soldat und seinen Alltag im Einsatz möglichst nahe darzustellen.
Die Relevanz für Soldaten selbst, für sein Land und seine Familie in seinem Tun am und neben dem Beruf in Einklang zu bringen.
Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz und Familie.
Seitens der Familie (z.B. Frau und Kind) ist es eine enorme Belastung, wenn der Mann sich als Soldat im Einsatz fernab der Heimat befindet.
Das Leben spielt sich für beide nicht nur gedanklich in der Heimat, sondern tatsächlich auch im Einsatz ab.
In einer solchen Situation ist es vor allem für den Soldaten eine große Stütze, wenn die Familie das Rückgrat bildet.

2. Preis

2. Preis: Miriam Finzel
Miriam Finzel. Viewpoint of life (Blickwinkel des Lebens). Acryl. 30 x 23 cm

Miriam Finzel

Viewpoint of life (Blickwinkel des Lebens)
Acryl. 30 x 23 cm

Beschreibung

Der Mensch im Allgemeinen erfährt zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl tiefster Zufriedenheit in seiner Familie. Hier ist das Zuhause, weil man bedingungslos akzeptiert, integriert und respektiert wird. Dies bildet den Grundstein in unserem Leben.
Wenn es uns gelingen kann, unsere Familie im Herzen zu tragen, gelingt es uns, den parlamentarischen Auftrag im weltweiten Einsatz mit all den damit verbundenen Entbehrungen leichter zu bestehen. Die modernen Kommunikationsmittel helfen uns dabei, den Kontakt nach Hause nicht zu verlieren.
Im Mittelpunkt meines Bildes sind zwei Gesichter ineinander verwoben. Dies soll die Emotionen in einer Beziehung beschreiben. Nur wenn die Beziehung stimmt, dann denkt man nicht nur an sich selbst, sondern auch an den Partner. Zumindest geht es mir so… Mein Partner ist sehr oft in meinen Gedanken, obwohl wir uns aus dienstlichen Gründen oft nicht sehen können.
Doch noch einiges mehr soll mein Bild ausdrücken. Ich habe so viele Farben benutzt, um verschiedene Charaktere darzustellen. Jeder Soldat hat eine andere Farbe, eine andere Ansicht, eine andere Gabe. Doch alle zusammen ergeben ein Bild. Es sollte so sein, dass, egal wie verschieden wir sind, der parlamentarische Auftrag im Mittelpunkt des Handelns eines Soldaten steht.
In dem männlichen Gesicht habe ich eher die heimischen Waldfarben und die der Bundeswehruniform im In- und Ausland verwendet. Außerdem sollen diese Farben Ruhe und Gelassenheit ausdrücken. Der Blick ist ruhig und entschlossen, vielleicht sogar etwas gelassen und entspannt. Er (der Soldat/in) trägt einen Helm zum Schutz, denn nicht nur Ausbildung, Kameradschaft, Zusammenhalt, Liebe… sind sehr wichtige Schutzmaßnahmen für einen Soldaten. Schon sehr oft hat sich der Helm als Lebensretter erwiesen (Der Helm ist hier Symbol für Ausrüstung und Material der Bundeswehr).
Die Frau ist eher nachdenklich, sie versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und trägt ihren Liebsten in ihren Gedanken mit sich. Die Farben sind unruhiger, trotzdem sehr konzentriert. Sie soll in meinem Bild zum einen eine zivile Frau darstellen, die eine andere Ansicht zur Bundeswehr haben könnte. Andererseits kann sie aber auch als Soldatin verstanden werden. In dem weiblichen Gesicht habe ich versucht, den Mann mit einzuarbeiten, um darzustellen, dass Soldatinnen gut integriert wurden und aus der Bundeswehr nicht mehr wegzudenken sind. Ich habe Frau und Mann ineinander verschmelzen lassen, um zu sagen, dass Mann und Frau, Soldat und Soldatin, nur gemeinsam stark sind und gemeinsam ein Team sein können. Selbst wenn man ein Team
ist, hat man verschiedene Ansichten und gerade das ist das Interessante, das bewirkt Diskussionen und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den verschiedensten Dingen.
Sehr oft ist es sinnvoll, verschiedene Dinge von so vielen Sichtweisen wie möglich auszuleuchten, um mehr zu sehen und Gefahren zu erkennen.
Frauen und Männer | Kameradinnen und Kameraden sind auch in meinem Bild sehr unterschiedlich dargestellt. Doch ich wollte beiden die gleiche Gewichtung geben. Beide sind wichtig, jeder einzelne ist wichtig. Ich will nicht bezwecken, dass sich die Frau I Soldatin bzw. der Mann | Soldat in einer klischeehaften Rolle in meinem Bild wiederfindet. Man kann sich in beiden Figuren finden und sich mit beiden identifizieren.
Im Hintergrund habe ich verschiedene Landschaften unscharf und ungenau verblenden lassen, denn egal wo wir uns befinden und egal welcher Truppe wir zugehören, jeder trägt seinen Teil zum Bild der Bundeswehr in der Welt und in meinem kleinen Bild bei.
Die Kernaussage meines Bildes ist, dass man nur gemeinsam Ziele erreichen kann. Auch wenn jeder seinen Auftrag anders wahrnimmt und anders umsetzt, nur so kann ein Bild voller Farben und Möglichkeiten entstehen. Zusammen eine Gemeinschaft sein. Versuchen, Dinge zu verstehen und nicht nur aus einem Blickwinkel anzusehen.
Ich hoffe, ich kann mit meinem Bild jeden persönlich ansprechen. Hoffentlich hat jeder, der dieses Bild anschaut, eine andere Meinung dazu.
Dieses Bild ist mir persönlich sehr wichtig, denn im Grunde genommen ist das mein liebster Freund und ich. Wir führen eine tolle Beziehung, die nur durch die Bundeswehr möglich geworden ist. Aus meinem Leben ist dieser Mensch nicht mehr wegzudenken und wir beide sind privat und dienstlich ein tolles Team. Ob er nun dienstlich bedingt am Ende der Welt ist oder nur ein paar hundert Kilometer entfernt ist, er ist immer in meinen Gedanken.

3. Preis

3. Preis: Irina Motzalla
Irina Motzalla. Ist Deutschland Heimat. Objekt. Gefaltete Buchseiten. 32 x 29 x 21 cm

Irina Motzalla

Ist Deutschland Heimat. Objekt. Gefaltete Buchseiten. 32 x 29 x 21 cm

Beschreibung

Die Bundeswehr hat in der ganzen Welt Einsatzorte. Ist man in der Ferne, hat man Sehnsucht nach der Heimat, aber was ist Heimat und ist Deutschland dann noch DIE Heimat?
Ich habe die Weltkarte dargestellt und der Text steht in einem Pfeil, der nach unten und oben gelesen werden kann.
„Ist Deutschland Heimat?“
Und von unten nach oben gelesen –
„Heimat Deutschland ist“ für mich das, was auf den Lesezeichen abgebildet ist.
Aber Heimat ist eigentlich ein Gefühl, der Ort, wo man sich verstanden und geborgen fühlt. Das ist ein gutes Essen genauso wie die Sportfreunde, das ist die Natur und der Dienstort.
Vor allem aber die Familie, die steht bei mir an erster Stelle. Deswegen bei meinem Objekt auch in der Mitte.
Deutschland – habe ich so klein geschrieben, weil es auf der großen Erde auch nur so ein kleines Fleckchen ist. So unscheinbar und doch so viel Einfluss auf das Weltgeschehen.
Der Titel „Der Bundestagsausschuss für Verteidigung“ ist deshalb bewusst zum Thema ausgesucht.

4. Preis

Joanna Kujawa. Das Feldhemd. Acryl. 40 x 50 cm

Joanna Kujawa

Das Feldhemd. Acryl. 40 x 50 cm

Beschreibung

Das Feldhemd eines deutschen Soldaten/einer deutschen Soldatin, aber auch er/sie selbst erfahren durch ein dankbares Kind irgendwo in einem Krisen- oder Kriegsgebiet der Welt Akzeptanz, Integration und Respekt.
Das winkende Kind ist für den Soldaten/die Soldatin zudem vielleicht ein Stück der weit entfernten Heimat, ein Augenblick der Erinnerung an die eigenen Kinder, die sehnsuchtsvoll auf seine/ihre Rückkehr warten.

5. Preis

Viktor Heckmann. Horizont. Stencil Art, Sprühfarbe. 68,5 x 48 cm

Viktor Heckmann

Horizont. Zeichnung. Stencil Art/Streetart, Sprühfarbe. 68,5 x 48 cm

Beschreibung

Mit diesem Bild will ich ausdrücken, dass Soldaten ihren Dienst erledigen und im Hinterkopf ihre Familien, Freunde und Verwandte haben.
Dieser Gedanke an die Liebsten daheim ist der Lichtblick fernab der Heimat.
Der andere Aspekt ist der Soldat selbst in seinen roten Farben.
Es ist egal, welche Hautfarbe einer hat. Wenn wir bluten, haben wir alle dieselbe Farbe.
Wir akzeptieren und integrieren andere Kulturen.
Respektiert unsere Familien, denn sie bringen das große Opfer.

5. Preis

Timo Ulrichs. Akzeptiert in der Bevölkerung – Integriert in der Familie – Respektiert in Deutschland und der Welt. Fotografie. Drei Teile. 20 x 30 cm, 30 x 20 cm, 45 x 30 cm

Timo Ulrichs

Akzeptiert in der Bevölkerung – Integriert in der Familie – Respektiert in Deutschland und der Welt. Fotografie. Drei Teile. 20 x 30 cm, 30 x 20 cm, 45 x 30 cm

Beschreibung

„Akzeptiert in der Bevölkerung“
Auch wenn Auslandseinsätze der Bundeswehr mittlerweile integraler Bestandteil der Politik der Bundesregierung sind und die Bundeswehr bei Hilfseinsätzen im Inneren gern gesehen ist, wenn es darum geht anzupacken, ist die Uniform im Alltag immer noch ungewöhnlich und manchmal auch Ziel von Anfeindungen. Die Akzeptanz im Alltag voll umzusetzen, muss Ziel der Öffentlichkeitsarbeit nicht nur der Bundeswehr sein.

„Integriert im Alltag der Familie“
Ob als aktiver Soldat oder in der Reserve müssen berufliche Aktivitäten der Soldaten mit dem Familienleben in Einklang gebracht werden. Integriert sind diese dann, wenn alle Familienmitglieder wie selbstverständlich damit umgehen.

„Respektiert in Deutschland und der Welt“
Das Engagement der Bundeswehr in vielen Krisenregionen dieser Welt wird von Bündnispartnern, Partnerländern und möglicherweise auch den politischen Gegnern respektiert. Respekt vor den Einzelleistungen der Soldaten genauso wie vor Strategie und Einsatzplanung wird durch Kompetenz und Motivation erworben.

5. Preis

Alex Fischer. Dankbarkeit. Bleistift. 50 x 40 cm

Alex Fischer

Dankbarkeit. Bleistift. 50 x 40 cm

Beschreibung

Das Bild zeigt Soldaten im Auslandseinsatz in Afghanistan. Nicht nur Patrouille fahren und Arbeit im eigenen Lager gehören dazu. Sondern auch anderen Menschen zu helfen (Bevölkerung) gehören zu den wichtigsten Aufgaben im Einsatz. Genau diese Art von Aufgabe ist es, die den Soldaten zeigt, dass deren Hilfe etwas bewirkt und den Sinn des Einsatzes verdeutlicht. Statt auf Hass und Beschuss stößt man hier zum großen Teil auch auf viel Dankbarkeit. Dies bringt die Bundeswehr dazu, auch im Ausland akzeptiert zu werden.
Der Soldat fühlt sich selber dadurch viel besser und vor allem ein wenig heimisch.
Hier auf dem Bild wird Wasser an Dorfbewohner verteilt und der Dorfälteste zeigt mit einem festen Handschlag, bei dem er beide Hände nutzt, seine Dankbarkeit, da Wasser in diesem Dorf Mangelware ist.
Dies wäre meine Vorstellung von Akzeptanz und Respekt sowie Integration der Bundeswehr in der Welt.

5. Preis

Annemarie Kirst. Gemeinsames Atmen – Miteinander leben und nicht gegeneinander. Acryl. 70 x 110 cm

Annemarie Kirst

Gemeinsames Atmen – Miteinander leben und nicht gegeneinander. Acryl. 70 x 110 cm

Beschreibung

Das Bild soll das Ansehen der Bundeswehr in Deutschland widerspiegeln.
Im Vordergrund sind Menschen dargestellt, die der Bundeswehr und ihren Aufgaben positiv gegenüberstehen. Weiter außen sind Menschen zu sehen, die unwissend über die Aufgaben der Bundeswehr sind und ihr mit Gleichgültigkeit begegnen. Im hinteren Teil des Bildes verbleiben die Menschen, die eine ablehnende Haltung gegenüber der Bundeswehr und ihren Aufgaben haben.
Zu sehen sind auf dem Bild diverse in Deutschland vertretene Ethnien und Altersgruppen.
Ich habe bewusst wenig Farbe verwendet, um zu zeigen, dass wir trotz unterschiedlichen Ursprungs alle gleich sind. Wichtig war mir die Gemeinschaft, die die Menschen im Herzen des Werkes bilden.
In ihrer Mitte befindet sich der Himmel, der die Luft symbolisiert, die wir gemeinsam einatmen.
Die gelbe Rose steht für Versöhnung, Freude, aber auch Dankbarkeit.

5. Preis

Ralf Illauer. AIR-Kenntnisse. Collage. Drei Teile á 100 x 90 cm

Ralf Illauer

AIR-Kentnisse. Collage. Drei Teile á 100 x 90 cm

Beschreibung

Tafel links
Die Tafel zeigt die Bundeswehr als den starken Arm der Gesellschaft, mittig aus ihr kommend und mit einem Spiegel in der Hand, der aufzeigt, dass die Bundeswehr das Spiegelbild der Gesellschaft war, ist und sein soll.
Integriert
Die Bundeswehr ist integriert in die Gesellschaft und ihr Spiegelbild.
Gut 250.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten ihren Dienst in der Bundeswehr. Jeder und jede von ihnen hat Vater und Mutter, Geschwister, ist verheiratet oder mit einem Ehe- oder Lebenspartner verbunden und/oder hat ein Kind. Jeder 60te der Bürger in Deutschland ist daher ein „Angehöriger der Bundeswehr“. Damit ist die Bundeswehr per se integriert in die Gesellschaft.
Die Bundeswehr ist der starke, wehrhafte Arm des Staates, der Gesellschaft. Und sie kommt aus ihrer Mitte. Die Bundeswehr war, ist und soll Spiegelbild der Gesellschaft sein. Die Gesellschaft gibt aber auch der Bundeswehr und ihren Angehörigen einen starken Halt. Die Gesellschaft trägt die Bundeswehr. Gesellschaft und Bundeswehr sind untrennbar miteinander verbunden.
Der Arm mit dem Spiegel in der Hand soll das symbolisieren.
Schauen Sie in den Spiegel! Zeigen Sie damit, dass Sie der Bundeswehr verbunden sind. Zeigen Sie, dass Sie die Angehörigen der Bundeswehr an-AIR-kennen.
Wie tief Sie allerdings mit ihnen verbunden sind, werden Sie bei Tafel 3 AIR-fahren und AIRfolg-reich beweisen müssen.

Tafel Mitte
Die mittlere Tafel zeigt links ein selbsterstelltes und mit Handy weiterbearbeitetes Foto von meiner Frau, welches auf Folie gedruckt wurde. Rechts ist ein ebenfalls so weiterbearbeitetes Foto von dem Schleifenband, das sie um die Tagebücher – die sie mir dann schenkte – gebunden hatte, als ich 2002 mit dem 1. Kontingent im Afghanistaneinsatz war.
Respektiert
„Familie“ ist Heimat für alle Bundeswehrangehörige, insbesondere für Soldaten, die im Einsatz sind. Hier werden sie respektiert und erfahren Hilfe und Unterstützung.
Bei aller Vereinbarkeit von Dienst, Beruf und Familie ist „Zuhause“ doch immer der Mittelpunkt für die Bundeswehrangehörigen. Hier ist „Heimat“. Team „H“, wie wir Soldaten sagen.
Die Familie (der Partner) hält alles zusammen. Die Anforderungen des täglichen Dienstes mittragend, insbesondere als Pendlerfamilie über hunderte von Kilometern entfernt. Sie pflegt die Kontakte zu Freunden und zu den Nachbarn, die unaufgefordert helfen, wenn der „Nachbar Ralf “ als Pendler nicht da oder im Einsatz ist. Und zu Unbekannten, die spontan beim Gartenmüll-Transport helfen, weil sie hören, dass der Ehemann im Einsatz in Afghanistan ist. Ich wäre ein „Held“, sagen sie.
Und sie hält den Kontakt zum „gesellschaftlichen Leben“ aufrecht und pflegt ihn.
Die Familie (der Partner) ist aber auch der Ort, an dem sich Anspannungen aushalten lassen. Und sie ist auch der Ort, der Spannungen aushalten muss. Und plötzliche Schicksalsschläge. Mir ist das seit meinem Schlaganfall im letzten Jahr sehr deutlich bewusstgeworden.
Es ist die Frau, die gemäß ihrem Sternzeichen alles „wie eine Löwin“ zusammenhält. Deswegen auch das Foto. Sie sieht mit ihrer Anorak-Kapuze aus wie eine Löwin. Ihr Blick ist wachend, in die Zukunft schauend. Und sie blickt nach rechts – über ihr Tagebuch hinweg – auf die dritte Tafel. Sie sieht die Gefahren des Einsatzes, Tod, Verwundung. Dass der Ehemann nicht mehr zurückkommen kann und sie dann allein dasteht mit der Familie und „Zuhause“.
Dafür wird meine Familie respektiert. Es ist schön, dass zu AIR-leben.

Tafel rechts
Die Tafel zeigt links ein Foto von dem Anschlag auf einen Bundeswehrbus 2003 in Kabul, Afghanistan. Das Foto wurde zweimal auf Folie gedruckt und übereinandergelegt, um durch das Changieren der Folien die Tiefe des Bildes entstehen zu lassen. Das Foto zeigt in der Mitte einen noch im Bus sitzenden toten Soldaten, dessen linker Arm aus dem Fensterrahmen hängt. Aus der Hand fließt Blut. Die Handthematik wird in der rechten Tafelhälfte haptisch, „greifbar“ wieder aufgenommen.
Akzeptiert
Wirklich akzeptiert?
Im Einsatz sind die Kameradinnen und Kameraden die Nächsten, deine „andere Heimat“. Deine Herzfasern gehen aber nach Hause, zur Frau, zur Familie. Die „Heimat“ ist zuhause geblieben. Auch wenn dich Fotos, Briefe, Mails und Telefonate begleiten.
Im Einsatz bist du aber auch allein.
Du bist allein im Töten. Du erschießt „Gegner, Feinde“. Nicht die Gesellschaft, nicht die Politik. Das machst du. Und das machst du dann mit dir aus. Später hilft dir jemand, ja. Aber loswerden wirst du es nie.
Und du bist allein beim Sterben. Fern der Heimat, fern deiner Familie. Du stirbst im Einsatz nicht im Kreis deiner Familie. Du stirbst in deiner „anderen Heimat“. Du stirbst im Kreis deiner Kameraden.
So wie es auf dem Foto zu sehen ist. Umgeben von Kameraden, ja. Aber du sitzt allein in diesem Bus. Getötet. Dein Blut strömt an der Buswand entlang zum ISAF Zeichen. Was für eine Symbolik. Du bist für Deutschland gestorben. Und deine beiden Heimaten können dir nicht mehr helfen. Du bist allein im Tod.
Deine Heimat wird es später erst erfahren. Deine Familie zuerst. Bist ohne sie gestorben. Die Öffentlichkeit danach, manchmal aber andersherum. Du bleibst für die Gesellschaft anonym. Nicht für die Nachbarn, Freunde, deine Kameradinnen und Kameraden, deine Vorgesetzten, das „Netzwerk der Hilfe“. Man zollt dir und deiner Familie Respekt. Die Trauerbegleitung wird helfen und auffangen.
Aber du wirst nicht mehr da sein. Das ist dein Beruf und dein Risiko wird man bald hören können. Das sei halt das Alleinstellungsmerkmal der Bundeswehr, sagen erst die Experten, danach die Ethiker und dann die Gesellschaft. „Allein-Stellungsmerkmal“ bekommt dann plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Aber du wirst dann doch allein gelassen.
Man wird deinen Tod nicht akzeptieren. Und dass du tötest. Für dich, deine Kameraden, deine Familie, für die Gesellschaft, für Deutschland.
Aber wer die „Ultima Ratio“-Legitimation anführt, der muss – in letzter Konsequenz – auch akzeptieren können, dass du als Soldat oder Soldatin „von der anderen Seite, dem Feind, dem Gegner“ getötet oder verletzt werden darfst.
Dies zu tun, erfordert aber Mut. Und Überwindung. Das „selbst-verständliche“ Akzeptieren von Tod oder Verwundung kostet Kraft und tiefen Glauben.
Zeigen Sie dies, wenn Sie können und wollen. Geben Sie Ihre Hand darauf! Die Hand vor Ihnen ist eine linke Hand, die man auch nur mit seiner eigenen linken Hand ergreifen kann. Geben Sie der Hand Ihre linke Hand darauf. Wie sagt man auch so schön: „Die Linke kommt von Herzen“.
Überwinden Sie vielleicht auch Ihren Ekel vor der blutigen Hand. Machen Sie diese AIR-fahrung.
AIR-greifen Sie die Hand und zeigen Sie Ihre Akzeptanz und herzliche Verbundenheit – auch wenn es schmerzt! (Bitte die Hand nur symbolisch berühren, damit das Kunstwerk nicht beschädigt wird).

Familienpreis

Tobias und Berta Kloiber. Der runde Tisch. Objekt, Mischtechnik. Triptychon. 120 x 40 cm aufgeklappt

Tobias und Berta Kloiber

Der runde Tisch. Collage. Objekt, Mischtechnik. Triptychon. 120 x 40 cm aufgeklappt

Beschreibung

Das Triptychon soll Fragen aufwerfen:

Akzeptiert:
Ist der Soldat von der Bevölkerung akzeptiert?
Er ist ein Teil unserer Gesellschaft, der besonders großen Einsatz für den Frieden bringt.

Integration:
Findet Integration wirklich statt?
Die Politiker sitzen am runden Tisch und folgen ihren theoretischen Überlegungen. Der Soldat ist vor Ort, Seenotrettung, in Flüchtlingshilfe, bei Umweltkatastrophen u.v.m.

Respekt:
Sind die Soldaten auf der Welt respektiert?
Sie tragen viel Verantwortung durch die verschiedensten Einsätze und leisten dabei einen großen Anteil zur Stabilisierung der Welt.