Preisträgerinnen und Preisträger 2018

Preisträgerinnen und Preisträger

des 14. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2018

1. Preis

Manuela Dreher: Was der Mensch sät…
Malerei auf Holz. 60 x 60 cm + 40 x 60 cm. Zweiteilig

Manuela Dreher

Was der Mensch sät…
Acryl auf Holz. Spiegel. 100 x 60 cm (zweiteilig: 60 x 60 cm, 40 x 60 cm)

Beschreibung

Habe ich den Mut, mir selber, anderen und der Welt zu begegnen?

Mut trägt jeder in sich, in welcher Form auch immer. Mut zuzulassen ist eine Frage der eigenen Einstellung, der eigenen Persönlichkeit und des Selbstvertrauens. Kann ich mir Fehler eingestehen, Schwächen und menschliche Eigenschaften zeigen?

Unsere größte Herausforderung und Aufgabe muss es sein, unseren Kindern durch Leben, Erleben und Vorleben Werte an die Hand zu geben. Unser Mut beeinflusst maßgeblich unsere Gesellschaft und unsere Kinder gestalten die Welt von Morgen.

Jurybegründung

Eine ruhige Arbeit. Eine nachdenkliche Arbeit. Es geht hier nicht darum, Gefahren aufzuzeigen, Mut herauszustellen als etwas Heroisches, als etwas, was jeder Mensch haben muss. Es geht hier auch nicht darum, auf Schicksalsschläge hinzuweisen oder Situationen zu beschreiben, in denen die Bundeswehrangehörigen jeden Tag Mut beweisen. All das wäre schon ein guter Grund,
die Arbeit positiv zu beurteilen und zu prämieren. Was diese Arbeit jedoch auszeichnet, ist die Art, warum Mut überhaupt lebenswichtig ist. Die Darstellung könnte klarer nicht sein.
Links ein Kindergesicht mit 13 Wortverbindungen mit »Mut« und rechts eine Fläche mit Spiegel, Marke, Foto, Zeichen. Die Innenseite einer Spindtür. Die 13 Begriffe sind eine großartige Auswahl von über 150 Verbindungen mit »Mut« und keinesfalls beliebig. Denn hier geht es um nicht weniger als den Menschen und seine Einstellung zum Leben. Wie will ich leben und warum will ich das? Die Spindtür, die immer dann gesehen wird, wenn persönliche Dinge herausgenommen oder verwendet werden. Der Spiegel – ein echter Spiegel auf Holz befestigt – ist unweigerlich ein Selbstbild für den, der das Werk betrachtet.
So werden die Begriffe wie eine Liste zum Lernen, wie ein Vademecum zum besseren Leben. Das Kindergesicht strahlt intensiv dem Betrachter entgegen und gibt ihm keine Möglichkeit, wegzusehen. Eindringlich, direkt und fragend sieht das Kind uns an und fragt. Oder hört zu.
Was können wir ihm antworten? Das ist die Frage. Der Text zum Bild gibt Einblick in ein Zukunftsbild, was sein sollte. Und wir als Menschen ernten nur das, was wir säen. Säen wir Frieden, ernten wir Frieden. Säen wir Krieg, ernten wir Krieg. Was wollen wir ernten für unsere Kinder? Diese Frage wird durch das zweiteilige Bild nicht beantwortet, doch die Frage muss beantwortet werden. Das ist es, was die Arbeit auszeichnet.

2. Preis

Sandra Marchewka: Am Anfang ist es Mut, dann eine Einstellung
Fotografie auf Leinwand. Digitale Bearbeitung. 60 x 90 cm

Sandy Marchewka

Am Anfang ist es Mut, dann eine Einstellung
Fotografie auf Leinwand. Digitale Bearbeitung. 60 x 90 cm

Beschreibung

Seit Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 war es Frauen nicht erlaubt, Dienst an der Waffe zu leisten. Erst seit 1975 durften Frauen im Sanitätsdienst und im Militärmusikdienst ihren Dienst verrichten. Sie durften dabei auch eine Waffe tragen, jedoch nur zur Selbstverteidigung. Seit 2001 dürfen Frauen in allen Bereichen dienen. Die Zahl der Frauen beträgt zurzeit an die 21.000 mit steigender Tendenz.

Dieses Bild sagt aus, dass auch Frauen in schwierigen Situationen den Mut aufbringen, für ihre Kameradinnen und Kameraden da zu sein und ihnen auch in den schlimmsten Situationen zur Seite zu stehen. Auch wenn sie im Dienst dazu verpflichtet sind, so bedeutet es doch MUT, dies auch umzusetzen.

Frauen und auch Männer haben in ihrem näheren Umkreis gegenüber Familie, Freunden und der Gesellschaft mit diversen Vorurteilen hinsichtlich des Soldatenberufes zu kämpfen. Sind Sie vielleicht auch schon mal mit so einer Situation konfrontiert worden?

Ich möchte nicht zu viel über mein Foto schreiben, sondern es lieber auf jeden Einzelnen wirken lassen. Die Betrachtenden sollen sich ihre Gedanken und Meinungen bilden sowie über ihre eigenen Vorurteile gegenüber der Bundeswehr Gedanken machen.

Es ist leicht zu sagen, Soldatinnen und Soldaten in eine Schublade zu stecken, weil sie eine Waffe tragen. Aber jeder Einzelne ist froh, wenn es zu Spannungen kommt, dass es die Bundeswehr gibt, die mich und mein Land so gut es geht verteidigt.

Niemand wünscht sich Krieg!

Niemand geht gerne in ein Kriegsgebiet!

Niemand verliert gerne sein Leben im Einsatz!

Aber wenn sich niemand für unser Land einsetzen würde, wer soll uns dann beschützen und verteidigen? MUT ist auch, sich konstruktiv mit dem Thema Bundeswehr auseinanderzusetzen!

Ich freue mich, wenn Sie den MUT aufbringen, sich Ihre eigenen Gedanken zu meinem Foto zu machen und in die Kommunikation zu treten.

3. Preis

Nils Felber: Mut
4:28 Minuten. Sprechgesang und Songwriting: Nils Felber. Adaption der Musik: Nils Felber. Originalmusik: Ben Hertel. Fotografie: Anja Felber. Graffiti: Nils Bert Jänisch

Nils Felber

Mut. Songwriting. 4:28 Minuten

Beschreibung

Mein Beitrag zum Kunstwettbewerb 2018 ist ein Rap-Song zum Thema Mut von Soldaten. Bevor ich den Text geschrieben habe, habe ich mich inspirieren lassen. Die im Text beschriebene Messerattacke in einem Zug und das Handeln des Soldaten basierten auf einer wahren Begebenheit. Details habe ich im Rahmen der künstlerischen Freiheit gestaltet.

Die Geschichte erzählt von einem Gefreiten, der mit dem Zug nach Hause fährt. Plötzlich bricht Panik aus.
Ein Mann liegt blutend am Boden.
Ein Kind sitzt weinend und verstört daneben.
Keiner weiß, was zu machen ist, also übernimmt der junge Gefreite die Situation.

Er bringt das Kind aus der Situation und lässt es von einer Frau beruhigen. Dann kümmert er sich um die Schnittwunde am Hals des Verletzten, bis ein Arzt übernimmt. Anschließend hilft er beim Evakuieren des Zuges und begleitet die Menschen am Bahnhof. Bringt ihnen Wasser und hört ihnen zu. Eine Frau hat sogar so große Angst vor dem Täter und so großes Vertrauen in den Gefreiten, dass sie ihm nicht von der Seite weicht.

Sein Kommandeur lobt sein Verhalten und auch wenn die Bilder tief in sein Gedächtnis eingebrannt haben, ist für ihn klar: »Als Soldat wird dieses Verhalten von mir erwartet. Ich würde wieder so handeln.«

Songtext

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

 

TEXT: Part 1

Du packst Deine Sachen ein – das Foto der Freundin mit dabei

Ihr habt beide schwere Zeit – keine Zeit für Gemeinsamkeit

Doch es herrscht Einigkeit – Dein Zuhause ist zwar nun weit

Entfernt doch ihr wart bereit – denn die Trennung ist nur auf Zeit

Solang das Wochenende euch bleibt – tragt ihr geteiltes Leid

Also ab auf das Gleis – auf dem Dein Zug Richtung Heimat reist

Du steigst in Wagen drei – egal weil Du weißt Bescheid

Dass die Uniform an Dir reicht – dass sich irgendwer an Dir beißt

Deine Antwort ist dass Du schweigst – bei jedem Nazi-Vergleich

Auf Durchzug zu schalten – fällt Dir inzwischen leicht –

Du deeskalierst – bevor Dir die Lage entgleist – 

Und wenn Dich jemand beschmeißt – Sagst Du ihm: „lass den Scheiß“

Und wenn sich Wut einschleicht – die Hutschnur fast reißt

Wenn ein Spruch dein Ego erreicht – schließt Du die Augen – Du weißt

Du dienst auch Pazifisten – als Soldat brauchst Du eben Schneid

Sich selber zu kontrollieren – heißt innere Sicherheit!

Refrain – 2x: 

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

 

TEXT: Part 2

Du packst Deine Sachen – willst die Szene lieber verlassen

Du kannst nichts machen – es gibt eben Menschen die Dich verachten

Doch Dir ist nicht nach Streit – Dir reicht es wenn Schüsse krachen

Mut heißt nachzugeben – und innerlich drüber lachen

Plötzlich hörst Du es schreien – hörst Kinderstimmen die weinen

Leute strömen Dir entgegen – Du rennst zum nächsten Abteil

Siehst Du Blut im Wagon verteilt – ein Mann mit Wunde am Hals 

Kein Plan was Du denken sollst – was ist richtig? Was ist falsch?

 

Gibst einer Frau das blutbespritzte und schreiende Kind

Stoppst die Blutung mit Druckverband – bis ein Arzt übernimmt

Alle folgen ihrem Instinkt – sind für das Wohl der anderen blind

Du siehst die Not – evakuierst den Zug und beginnst

Den Täter zu suchen – überwältigst ihn ohne Scheu

Nimmst ihm das Messer ab – übergibst ihn der Polizei

Egal was die Leute reden – Du bleibst Dir treu

Den Dienst bei der Armee – hast Du niemals bereut!

Refrain – x2: 

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

 

TEXT: Part 3

Jetzt stehst Du wieder am Gleis – der Täter wird abgeführt

Das Opfer im Krankenwagen – du fühlst Dich wie abgeschnürt

Eine Frau hat so große Angst – sie weicht Dir nicht von der Seite

Sie schaut Dir nicht auf die Schulter – für sie bist Du nicht Gefreiter

Für sie bist Du ein Held – ein Held in Uniform

Bis die Spurensicherung kommt – bleibst Du mit da vorn

Gibst Wasser an Passagiere – führst Gespräche mit ihnen

Was Du grade tust – ist dem Land und den Menschen dienen

Es ist Dir zwar nicht bewusst – nicht in diesem Moment

Doch als Dein Kommandeur – Dir zwei Tage Urlaub schenkt

Wird Dir klar was Du da gemacht hast – Du hast tadellos funktioniert

hast tapfer gehandelt – hast Dein Leben riskiert

Dabei ist es selbstverständlich – zumindest für Dich

Du würdest immer wieder so handeln – aus moralischer Pflicht

Der Tag hat sich eingebrannt in Herz und Deinen Verstand

Das Mädchen – das viele Blut – Ein Bild das nicht mehr verschwand!

Refrain – 2x: 

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

 

Refrain – 2x: 

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut – Und alles wird gut!

Du kannst Großes werden – denn groß wird – wer Großes tut!

Tu den ersten Schritt ohne Wut – Aus Regen wird Flut

Lass Dich stets von Liebe führen – nach dem Feuer bleibt Glut

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

 

Sprechgesang und Songwriting: Nils Felber

Adaption der Musik: Nils Felber

Originalmusik: Ben Hertel

Fotografie: Anja Felber

Graffiti: Nils Bert Jänisch

4. Preis

Enrico Fernziel: Sophia
Malerei. 90 x 90 cm

Enrico Frenzel

Sophia. Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm

Beschreibung

Wie viel Mut muss man für ein neues Leben haben?

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich hingegen Widerstand und Gefahren für eine als notwendig und richtig erkannte Sache einzustehen.

Wie viel Mut muss eine werdende Mutter aufbringen, um sich auf eine gefahrvolle Reise zu begeben, dessen Ausgang nicht gewiss ist?
Wie verzweifelt war diese Frau?

Die 33 jährige Rahma Abukar Ali wagte diesen Schritt und begab sich auf die ca. 5-monatige Reise.

Von Mogadishu bis zur Rettung im Mittelmer durch die HMS Enterprise und Fregatte Schleswig-Holstein hatte sie einen Weg tödlicher Gefahren zu überwinden.

Am 24.08.2015 um 04:15 Uhr erblickte an Bord der Schleswig-Holstein die kleine Sophia das Licht der Welt. Sie war das erste Baby, welches auf einem deutschen Kriegsschiff geboren wurde.
Spätere Namensgeberin für die
EU-Marineoperation im zentralen Mittelmeer zur Bekämpfung des Menschenschmuggels.

Der Mut und der Einsatz der Besatzungsmitglieder der zwei beteiligten Schiffe: HMS Enterprise und Fregatte Schleswig-Holstein machten es möglich, Leben zu bewahren und neuem Leben eine gute Chance zu geben.

Mich berührt diese Geschichte sehr und ich bewundere diese mutige Frau und die mutigen Menschen, welche in Kriegsszenarien unter größter Gefahr Leben retten, stellvertretend für viele mutige Menschen auf dieser Welt.

Der Mut sich zu verändern, Sicherheit für sich und seinen Nachwuchs zu gewährleisten, der Mut sich Herausforderungen und Gefahren zu stellen, Leben retten – dafür steht dieses Bild.

Das Kinderlachen eines glücklichen Kindes entschädigt für alle Strapazen, die es wert waren, diesen Moment zu erleben.

Ich möchte dieses Bild nach der Wanderausstellung der Besatzung der Schleswig-Holstein schenken.

5. Preis

Ann Kocakaya: Was der Morgen bringt
Malerei. 90 x 90 cm

Ann Kocakaya

Was der Morgen bringt. Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm

Beschreibung

Eines Nachts fasste mein Sohn sich ein Herz, schnappte sich seinen Bären und schlüpfte aus dem Familienbett in den dunklen Flur, obwohl er meint, im Dunklen lauere ein Dinosaurier. 

Mut.

Voranschreiten. Ins Unbekannte, Vergangenheit ist bekannt.

Was die Zukunft bringt, lässt sich bestenfalls
erahnen.

Mut.

Die Grenze überschreiten, um dahinter reifer und weiser zu werden.

Sich vor das Verletzliche stellen.

Mit Spannung erwarten, was der Morgen bringt.

5. Preis

Franz Feigl: höchstes Gut
Collage. 80 x 100 cm

Franz Feigl

höchstes Gut. Mischtechnik auf Leinwand. 80 x 100 cm

Beschreibung

Sie stellt einen Platz dar, an dem ein Kamerad versorgt wurde. Unser Leben ist unser »höchstes Gut« und 37 Kameraden haben diesen »Preis« bisher zahlen müssen. 

Dieser »Preis« setzt alle Eigenschaften voraus, um die es bei diesem Wettbewerb geht.

Anmerkung: Schreibweise des Titels ist beabsichtigt.

5. Preis

Cornelia Vorderlind: Beflügelt
Farbstiftzeichnung. 60 x 50 cm

Cornelia Vonderlind

Beflügelt. Farbstiftzeichnung. 60 x 50 cm

Beschreibung

Tausende Soldaten setzen sich täglich gefährlichen Situationen z.B. im Auslandseinsatz aus, um die innere und äußere Sicherheit Deutschlands sicher zu stellen.

In diesen gefährlichen Situationen helfen die Gedanken an die Lieben und das Wissen, diesen Sicherheit zu geben, den MUT zu schöpfen, durchzuhalten. Den Soldaten gebührt dafür Achtung, Wertschätzung und Vertrauen.
Mit meiner Zeichnung möchte ich dies ins Bewusstsein rücken.

Die Zeichnung zeigt einen Soldaten in einer kritischen Situation, dargestellt durch die Dunkelheit rings um ihn herum. Die Gedanken an die Lieben zuhause werden symbolisiert durch die Frau mit Baby. Der (Stein-)Adler hat nicht nur als Staatssymbol eine ganz besondere Bedeutung für unser Land, sondern ist auch ein Symboltier für MUT und Freiheit. Er wird beflügelt durch die positiven Gedanken und bringt Licht in die gefährliche
Situation.

Foto: Cornelia Vonderlind

5. Preis

Jens Landefeld: Ich schwöre…!
Digitale Computerkunst auf Leinwand. 60 x 40 cm

Jens Landefeld

Ich schwöre,…!. Digitale Computerkunst auf Leinwand. 60 x 40 cm

Beschreibung

Jeder Soldat muss während seiner Dienstzeit individuell seinen Mut unter Beweis stellen.

Der Pilot, der durch feindlichen Luftraum fliegt, der Kampfmittelbeseitiger, der einen improvisierten Sprengsatz entschärft oder der Infanterist, der sich im Gefecht befindet, um einige wenige Beispiele zu nennen.

Doch was uns Soldaten vereint und von anderen Bürgern unterscheidet, ist der Mut, folgende Worte zu sprechen:

»Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.«

Wer sich bewusst ist, was diese Worte bedeuten können, räumliche Trennung von Familie, Aufenthalt in Krisengebieten, sogar unter Einsatz von Leib und Leben, also auch die obengenannten Beispiele, und diese Worte aufrichtig sprechen kann, schwören kann, derjenige beweist wahren Mut.

5. Preis

Oliver Sakins und Veronica Scholz: Meer Mut
4:30 Minuten. Audio Performance. Text: Veronica Scholz, Performance: Oliver Sakins und Veronica Scholz

Oliver Sakins und Veronica Scholz

Meer Mut. Audio Performance. 4:30 Minuten

Songtext

Furchtlosigkeit, Beherztheit, Zivilcourage, 

Tapferkeit, Unverzagtheit, Unerschrockenheit, 

Herzhaftigkeit, Kühnheit, Mumm. 

Ich meine jetzt nicht den Sekt: Ich meine Mut. 

Jemand sagte mir, es sei mutig zur Bundeswehr zu gehen. 

Mut gibt es nicht nur bei der Bundeswehr, das wissen wir. 

Zum Glück, wo kämen wir dahin. 

Aber die Gesamtsituation ist eine andere: 

Wegen der Hierarchie, die da sein muss, weil es anders nicht besser geht. 

Wegen der körperlichen und psychischen Belastung, 

Wegen der Gefahr für das eigene Leben, 

Wegen der Bedrohung für andere Leben, 

Militär heißt Verantwortung. 

 

I. Zwischen DZA und DZE, 

Zwischen Dienstgrad und Dienstanweisung, 

Zwischen Alltag und Trott, 

Irgendwo zwischen Leben und Tod, 

„Agieren Menschen, keine Roboter“. 

– Um einen Obermaaten zu zitieren. 

Mut kann sein, wenn alle schweigen den ersten Satz zu sagen, 

Die Stimmung zu heben oder den Finger explizit auf diese eine Wunde zu legen. 

– Im Plenum, wo es viel einfacher ist nichts zu sagen. 

– Bei der Musterung, die eine Frage zu stellen. 

Mut heißt „Nein“ zu sagen, wo das „Ja“ im Raum steht, 

Oder wo das „Nein“ eindeutig ist, doch das „Ja“ vielleicht gut tät. 

Mut hat mehr Herz als Verstand 

Und mehr Verstand als Logik. 

Mut ist Rücksicht und 

Rücksichtslosigkeit zugleich. 

Mut bedeutet auch anzuecken, 

Nicht systemkonform abzunicken. 

-„Damit machst du Dir keine Freunde!“ 

-„Wenn ich Freunde will, geh ich ins Tierheim!“ 

Mut heißt auch, seine Grenzen zu kennen und „Nein“ zu sagen, 

Wo alle anderen, das Andere wagen. 

Mut heißt Angst zu haben zu Zweifeln, 

Nicht zu wissen, wie es weiter geht. 

Nur, so wie es grad aussieht, dass es so sicher nicht geht. 

Courage kann eine respektvolle Umarmung sein, 

Für jemanden der sie braucht. 

– So erlebt. 

 

II. Zwischen Jawohl und wegtreten, 

Zwischen Befehl und Gehorsam, 

Irgendwo zwischen Moin und Guten Morgen, 

„Agieren Menschen, keine Roboter“. 

Mut ist Humor. 

Wo es gerade nichts zu lachen gibt. 

Doch gerade aus diesem Grund, 

Dieser Weg gewählt wird. 

Mut heißt Veränderung, raus aus der Komfortzone, 

Wegen des Glaubens an sich selbst und an andere. 

Mut beeindruckt, weil er nicht selbstverständlich ist. 

Schade, dass er dies eben nicht ist. 

Mut kann Kraft kosten und Kraft spenden. 

Mut machen, statt Mut nehmen. 

– Mut-Macher gibt es ja ganz viele! Die Stubenkameraden in der Grundausbildung, dein Buddy auf Seewache oder der Erdbeerkuchen aus der Kombüse. 

Mut bedeutet die Worte zu finden, die anderen fehlen. 

Einfühlsame, klare, die notwendigen, 

Die Überwindung kosten. 

Koste es was es wolle. 

– Sanmeister und Schiffsarzt, die finden die richtigen Worte und Gesten. 

– Oder eine Kameradin mit dem kurzen: „Hab dich gern“, In einem Umfeld in dem so ein Satz sicher nicht fällt. 

Mut ist ein Kompliment, eine respektvolle Freundlichkeit, 

Zwischen den Stufen der Hierarchie, 

Das ist empathisch, aber warum denn mutig? 

Weil immer alles falsch verstanden werden kann. 

Anders ausgelegt, in die Stärke, Schwäche hineininterpretiert wird. 

 

III. Zwischen Uniform und Schulterklappe, 

Zwischen Vereinheitlichung und Unterschied, 

Zwischen Regeln und Vorschriften, 

Irgendwo inmitten der Hierarchie, 

„Agieren Menschen, keine Roboter“. 

Mut bedeutet, allein auf einer Pier zu stehen und unter Tränen 

– Den Mann fürs Leben, die Frau fürs Leben – 

Gehen zu sehen und zu winken, 

In die Ferne und in die Einsamkeit hinein. 

Mutig sind all die Angehörigen, 

Im Vertrauen, dass alles gut geht. 

Im Beistand, wenn der Dienst weh tut. 

Mutig im Guten wie im Schlechten, 

Versehrt wie unversehrt.

 

IV. Zwischen Überlastung und Leerlauf, 

Zwischen Dienstgrad und Dienstanweisung, 

Zwischen dem „Uns“ und dem „Dir“, 

Irgendwo zwischen dem „Ich“ und dem „Wir“. 

Mut heißt dazu zu stehen, auch Konsequenzen zu riskieren. 

Sich angreifbar und verletzbar zu machen. 

Teil der Gespräche zu werden, 

Deine „Shipcreadebility“ auf eine Probe zu stellen. 

Mut kann ängstlich und wütend, auch erschöpft sein. 

Den Mumm zu haben, zu sagen mir geht es nicht gut. 

Es verlangt Beherztheit sich zu öffnen, 

Mit Gefühlen und Sorgen, im Einsatz und Alltag. 

Es verlangt Respekt, auch die Träne zu weinen, 

Die es Bedarf. 

Mut erkennt sich nicht selbst, 

Sondern kommt aus sich selbst heraus. 

Ist unscheinbar und bescheiden. 

Und meist auch allein, 

Weil drum herum das Verständnis fehlt. 

Mut erwartet nicht Respekt, sondern verdient ihn. 

Mut ist der Anfang aus Überzeugung, 

Ist das Ende der Gleichgültigkeit. 

Mut traut sich! 

Text: Veronica Scholz, Juni 2018

Alle Rechte bei der Autorin. 

Performance: Oliver Sakins und Veronica Scholz,
Juni 2018 

Alle Rechte bei den Sprechern.

Fotografien: Veronica Scholz

Familienpreis

Thomas Gebhardt, Susanne, Hannah, Marie: Mut – Miteinander Unerschrocken Tapfer
Malerei-Objekt. 100 x 100 (bestehend aus vier Teilen)

Thomas Gebhardt und Familie

Mut – Miteinander Unerschrocken Tapfer. Malerei auf Leinwand. 100 x 100 cm (gesamt vierteilig verbunden)

Beschreibung

Unser Bild besteht aus 4 Teilen – wie unsere
Familie. Jeder von uns hat an einem Teil besonders
gearbeitet. Die Teile wurden durch reißfeste Seile
miteinander verbunden.

Es braucht von allen Seiten MUT – von dem,
der springt und von der Familie, die auf ihn wartet und ihn auffängt – MITEINANDER –
UNERSCHROCKEN – TAPFER.

Susanne und Thomas Gebhardt

Mit Hannah ( 9 Jahre) und Marie (5 Jahre)

Sonderpreis der Jury

Friedemann Schmidt und Familie: Mut hat Persönlichkeit
Malerei. 80 x 100 cm

Friedemann Schmidt und Familie

Mut hat Persönlichkeit. Malerei auf Leinwand. 80 x 100 cm

Beschreibung

Bild „Mut hat Persönlichkeit“

Dieses Bild ist das Ergebnis vieler Gespräche mit Bundeswehrangehörigen und ihren Familien über das Thema Mut. Die Soldaten arbeiten in den Bereichen Innere Führung, Büchel, Ministerium Bonn, Köln Wahn. Darüber hinaus gab es viele Gespräche und Anregungen in der eigenen Familie.

Die Gesprächspartner waren Soldaten wie Zivilbeamte. Angefangen von Mannschaften, über Spieße, Unteroffiziere und Offiziere bis zu Generälen. Allen Gesprächspartnern soll an dieser Stelle gedankt werden.

Die wesentlichen Aussagen sollen hier genannt werden, wie auch welche Ausdrucksformen im Bild dafür gewählt wurden.

Mut bedeutet…

vor allem „Farbe bekennen“ und aus dem Nebulösen heraustreten. Die Nebelwand (als Sinnbild für z. B.: Angst, Schweigen oder Nichthandeln) soll aufgelöst werden. 

Ausdrucksformen: Im Vordergrund Nebel, Farben im Vordergrund: grau, weiß.

Hintergrund: starke Farben

Mut ist vielschichtig…

und nicht eindeutig. Hinter jeder Schicht liegt noch eine andere. Der Nebel (s.o.) ist durchlässig und gibt das Dahinterliegende schemenhaft frei (Schichten, Überlagerungen, Andeutung eines Fenster in der Abstraktion)

Ausdrucksmittel: Sieben Schichten.

Mut braucht…

ein Gesicht. Hinter jedem mutvollen Auftrag, hinter jeder Überlegung und Strategie, hinter jedem Handeln steht am Ende ein Mensch, eine Person, mit ihrer Geschichte, ihrem Leben.

Ausdrucksmittel: eine der Schichten ist zuerst nur schemenhaft erkennbar: ein Gesicht. Ein Augen ist verdeckt, trotzdem ist es da und wird immer erkennbar sein.

Ausdrucksmittel: Überlagerung, dahinter ein angedeutetes Gesicht, dass den Betrachter

ansieht.

Mut ist oft weiblich…

Die Partnerin, die im Heimatland ist; die Mutter, die zu Hause mutig die Aufgaben vielfach alleine und gegen viele Widerstände bewältigen muss. Die Soldatin im Einsatz, die ihr zu Hause zurück lässt…

Ausdrucksmittel: Frau

Mut braucht Vorgaben…

Richtwerte, Innere Führung, den Auftrag, die Situation, all das ist wichtig. Orientierung ist zu befolgen, zu erkennen und zu gehen.

Ausdrucksmittel: die Marke, das Kreuz, Wege sind angedeutet.

Mut braucht Sprache…

Eine gute und wertschätzende Kommunikation ist wichtig, Mut beginnt mit dem Gespräch
zu Vorgesetzten, Kameraden.

Ausdrucksmittel: Der Mund, am deutlichsten vom Gesicht zu erkennen.

Mut bedeutet Ecken und Kanten…

zu zeigen, sich zu trauen und vor anderen nicht abschrecken zu lassen. Dies erfordert innere Stärke.

Ausdrucksmittel: Ecken und scharfe Kanten im abstrakten Raum.

Mut sind Wege…

die kreativ und beherzt gegangen werden
müssen. Der Weg muss gefunden und manchmal erfunden werden.

Ausdrucksmittel: abstrakter Raum – viele Farbschichten über den Linien

Mut ist Kameradschaft…

Sie zu leben ist eine wichtige Aufgabe im Alltag und besonders in der Vorbereitung auf besondere Aufgaben und Herausforderungen. Kameradschaft ist eben auch präventiv.

Ausdrucksmittel: angedeuteter Lageplan einer Kaserne, Erkennungsmarke

Mut wird gebraucht…

in der Verwaltung, der Kaserne, Ministerium, zu Hause…

Ausdrucksmittel: Farbpalette Primärfarben und Komplementärfarben (rot – grün)

Mut erschließt sich nicht…

auf den ersten Blick, sondern manchmal stehen scheinbar unverbundene Dinge
neben bzw. übereinander.

Ausdrucksmittel: Nebel, Abstrakter Raum, Marke, Gesicht, Schüttung dahinter

Mut fängt an mit…

einem inneres Chaos, geht weiter mit Risikobereitschaft und endet oft mit Verletzungen,
die anschließend behandelt werden müssen.

Ausdrucksmittel: angedeutetes Blut

Mut braucht Farbe

Ausdrucksmittel Farben: Rot für Liebe, allerdings auch für Gefahr, ebenso für Kraft und Aggression; Gelb für Energie, Tatendrang, Leben, das Gute, Licht; Blau für rationale Entscheidung; Grün für die Hoffnung, dass alles gut geht; Grau für das aus der Masse heraustreten; weiß für neue Wege, keine konkreten Vorgaben, keine Taschenkarten.

Mut ist zu seinem Arbeitgeber und Auftrag zu stehen

Ausdrucksmittel: Marke

Mut ist zu seiner Religion zu stehen.

Ausdrucksmittel: Kreuz

Mut ist als Ehepaar bei der Bw zu sein.

Diese Marke (v.d. Frau) stammt von einem Paar, die beide nacheinander im Auslandseinsatz waren. Das Kreuz hatte der Mann schon an seiner Erkennungsmarke, die er dann seiner Frau weitergegeben hat.

Ausdrucksmittel: Marke mit Kreuz

Mut ist als Ärztin bei der Bw zu sein und in den Auslandseinsatz zu gehen.

Diese Marke stammt von einer Ärztin.

Ausdrucksmittel: Erkennungsmarke, Frau, Herunterlaufen von Rot

Mut ist an diesem Wettbewerb als Familie teilzunehmen.

Ausdrucksmittel: Buchstaben „Bonnet“.

Mut ist den Möglichkeiten mehr Glauben zu schenken als dem Erlebten.

Ausdrucksmittel: Abgabe Bild

Fotografien der Werke: SKA
Foto des Werkes von Cornelia Vonderlind: Autorin