Bei ihrem Einsatz im ISAF-Gebiet haben die „Marienberger Jäger“ Rückendeckung aus der Heimat: Mit einer besonderen Solidaritätsaktion lassen die Erzgebirgsstädter ihre Soldatinnen und Soldaten wissen, dass sie großen Anteil an deren Auftrag und deren Herausforderungen im Afghanistaneinsatz nehmen.

Marienberg. Im November 2011 hatten die Schülerinnen und Schüler der Kunst-AG am Marienberger Gymnasium den Soldatinnen und Soldaten aus der Erzgebirgskaserne eine Riesenpostkarte gebastelt. Damit wollten die Jugendlichen den Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371, das mit Beginn des neuen Jahres im ISAF-Einsatz ist, „ein Stück Heimat mit auf ihren Weg geben“. Nicht nur die Schüler, auch zivile Bürger und Politikvertreter der Stadt, darunter auch der sächsische Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland, beteiligten sich an dem Gesamtkunstwerk und verewigten sich im Dezember mit ihrem Daumenabdruck und individuellen Grüßen auf der überdimensionalen Postkarte.

Immer wieder hatten der Schirmherr des Projekts, Oberbürgermeister Thomas Wittig, und dessen Initiator, Stabsfeldwebel Jürgen Brüchner, zugleich ehrenamtlicher Mitarbeiter der Ev. Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS), um Beteiligung an der Aktion geworben. So bekundeten Hunderte mit ihrer Unterschrift Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten, als die Postkarte bei Stadtveranstaltungen wie der großen Bergparade ausgestellt wurde.

Nach dem Abbild des riesigen Originals wurden zudem 2000 Grußkarten gedruckt, die in der Erzgebirgskaserne, im Bürgerbüro und in der Tourismusinformation ausliegen. Damit erreicht die im Einsatz befindlichen Soldaten auch in den nächsten Monaten immer wieder Post, die die Marienberger Solidaritätsaktion lebendig hält. Die Originalpostkarte dagegen wurde in mehrere Puzzleteile zerlegt, davon wurden die ersten drei bereits feierlich an die Führer der einzelnen, örtlich gebundenen Einsatzkontingente übergeben und erinnern auch in Afghanistan an die Unterstützung aus der Heimat.

Als Seniormentor eines Bundeswehrteams, das die afghanische Armee berät (OMLT), in der Region Hazrat-e-Sultan eingesetzt, sagte einer der Soldaten noch in Deutschland: „Mich hat beeindruckt, wie schon weit vor dem Einsatz die Bevölkerung unserer Garnisonsstadt ,ihre‘ Einsatzsoldaten unterstützt und ihr Interesse bekundet hat. Dieses Gefühl, diese Verbindung, diese Rückendeckung brauchen wir so fern der Heimat.“ Fünf weitere Puzzleteile werden den Soldaten, deren Verabschiedung noch ansteht, mitgegeben. Nach einem Jahr werden nach Rückkehr aller 250 Soldatinnen und Soldaten auch die Einzelteile des Puzzles wieder zu einem großen Ganzen zusammengefügt.

Jürgen Brüchner, der das gesamte Projekt ins Leben rief, bedankt sich bei den vielen Unterstützern. Auch die EAS hat die Solidaritätsaktion, vor allem finanziell, mitgefördert. Beeindruckt von der großen Anteilnahme der Bürger Marienbergs, wo vor allem „der Mensch unter der Uniform zählt“, wünscht Brüchner seinen Kameraden für ihren Einsatz „Glück und immer das richtige Händchen bei ihren Entscheidungen“. Sicherlich im Namen vieler fügt er hinzu: „Passt gegenseitig auf euch auf und kommt gesund und wohlbehalten zurück!“

Text: Tabea Vorwergk

Bilder: Jürgen Brüchner