Die Siegerehrung des 12. Kunstwettbewerbes der Bundeswehr war auch ein politisches Symbol: Im Saal des Verteidigungsausschusses wurden die Künstler der Bundeswehr auch von jenen geehrt, die über die Einsatzmandate der Parlamentsarmee abstimmen. Dabei schuf das jüngste Wettbewerbsthema „Im Einsatz für Deutschland…“ eine wichtige Brücke – Soldaten und Parlamentarier waren davon gleichermaßen berührt. 

Berlin. Am Donnerstag, den 6. November 2014, standen sie fest: Elf Sieger hatten die Jury mit ihren Arbeiten, allesamt zweidimensionale Werke, zum Thema „Im Einsatz für Deutschland…“ überzeugt. Nach sechs Monaten Ausschreibungszeit hatten 60 Teilnehmer ihre Kunstwerke beim Streitkräfteamt, dem offiziellen Veranstalter des Kunstwettbewerbes der Bundeswehr, eingereicht. Die Wettbewerbsdurchführung lag in diesem Jahr wieder bei der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS).

 Parlamentarier würdigen den Einsatz der Parlamentsarmee

Als Gastgeber und Ausrichter begrüßten Spitzen aus Bundespolitik und Bundeswehr die Preisträger und Gäste der Abschlussveranstaltung am Donnerstag im Paul-Löbe Haus zu Berlin. In ihren Grußworten verwiesen der stellv. Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Dr. Dr. h.c. Karl Lamers MdB, der Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Markus Grübel MdB, der Amtschef des Streitkräfteamtes, Generalmajor Werner Weisenburger, und die KAS-Vorsitzende Michaela Noll MdB auf die besondere Vernetzung von Bundesparlament und Bundeswehr in Deutschland. Dabei würdigten sie die Einsatzbereitschaft der Menschen in Uniform, die wiederum tausendfach mit sehr persönlichen Schicksalen und Familiengeschichten verknüpft sei. „‚Im Einsatz für Deutschland …‘ erfordert Einsatzbereitschaft weltweit, uneingeschränkte Mobilität, jederzeitige Flexibilität und – wie gerade die Auslandseinsätze immer wieder belegen – Opferbereitschaft“, gab demnach auch Staatssekretär Grübel zu bedenken.

Elf Sieger im Saal des Verteidigungsausschusses gekürt

Mit dem ersten Platz zeichneten die politischen und militärischen Amtsträger schließlich Fahnenjunker Ann Kocakaya für ihre schwarz-weiße Acrylmalerei „Perspektive“ aus. Die junge Frau zeigt darin einen Soldaten, dessen Standpunkt zwischen zwei Szenerien – dem staubigen Umfeld im Einsatzland und der Berliner Großstadt – verschwimmt. Beide Welten seien für den Soldaten im Einsatz eng miteinander verbunden, nicht zuletzt, weil er vermeintlich die ‚Sicherheit Deutschlands am Hindukusch zu verteidigen‘ hätte, kommentiert Siegerin Kocakaya. Sie selbst studiert an der Bundeswehruniversität in München Luft- und Raumfahrttechnik und hat 2014 erstmals beim Kunstwettbewerb der Bundeswehr teilgenommen. Dass es dann gleich zum 1. Platz reichte, konnte sie am Donnerstag selbst kaum fassen. Das Thema in diesem Jahr habe sie besonders angesprochen, „wohl auch weil meine eigene Lebenswelt schon immer über deutsche Grenzen hinausgeht“, meinte die Soldatin. „Internationale Krisen – und Einsatzgebiete sind für mich und uns immer auch ein ganz persönliches Thema“, sagte sie und nickte ihrem Ehemann zu, der selbst Soldat beim türkischen Militär war. Zum zweiten Platz gratulierten Staatssekretär Markus Grübel, Dr. Dr. h.c. Karl Lamers, MdB Michaela Noll und Generalmajor Werner Weisenburger, Oberfeldwebel Norman Spies für seine im ISAF-Einsatz gefertigte Arbeit „Trall“. Darin setzte er das Transportflugzeug „Transall“ futuristisch in Szene. Für ihre Graphitzeichnung „Vertrauen“ wurde Stabsunteroffizier Miriam Finzel mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Den vierten Platz belegte Hauptfeldwebel Andreas Aschenbrenner mit seinem 1m x 1,60m Acryl „Augenblick“ – das symbolträchtig auf bittere Verluste und Narben verweist, die die Bundeswehreinsätze mitunter für den Einzelnen persönlich bergen. Aschenbrenner konnte seine Auszeichnung am Donnerstag nicht persönlich entgegen nehmen, da er selbst wieder Dienst im Einsatz tat.

Allesamt mit einem fünften Preis beim 12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr geehrt wurden Hauptfeldweben Denis Nagel, Stabsunteroffizier Sarah Magroun, Fähnrich Jiahai Ni, die Zivilangestellte der Bundeswehr, Dagmar Ronczka, sowie Oberstleutnant Ralf Illauer. Für seine eingereichte Grafikarbeit erhielt Oliver Marcus Kaptein einen Sonderpreis der Jury.

Dem Paar Johann und Birgit Schwarz verliehen die ranghohen Vertreter aus Bundesministerium, Verteidigungsausschuss, Streitkräfteamt und Katholischer Soldatenbetreuung den Familienpreis des Kunstwettbewerbs, der seit 2010 ausgeschrieben wird und mit einem vom Bundeswehrsozialwerk gesponserten Wochenendurlaub dotiert ist. KAS-Vorsitzende Michaela Noll würdigte in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung der Familie für den Dienst in den Streitkräften und dankte dem Bundewehrsozialwerk für die Stiftung dieses Preises und der damit verbundenen Wertschätzung der Bundeswehrfamilien.

Ab 2015 werden die Werke des zu Ende gegangenen Wettbewerbes wieder auf einer Wanderausstellung durch die Bundesrepublik zu sehen sein. Den 13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr wird ab 2015 wieder die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) ausrichten. Auch dann sind die ersten Plätze wieder mit attraktiven Geldpreisen dotiert.

Text und Fotos: Tabea Bozada, Pressereferentin der KAS

Pressemitteilung: Sieger des 12. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr geehrt (PDF)

Bildunterschriften:

1) Dr. Dr. h.c. Karl Lamers gratuliert Fahnenjunker Ann Kocakaya zum 1. Preis des 12. Kunstwettbewerbes der Bundeswehr

2) Auch KAS-Vorsitzende Michaela Noll sprach zur Siegerehrung im Paul-Löbe-Haus ein Grußwort, rechts Generalmajor Werner Weisenburger, Amtschef des Streitkräfteamtes

3) Johann und Birgit Schwarz mit ihrem Bild, für das sie den Familienpreis des 12. Kunstwettbewerbes der Bundeswehr erhielten.

4) Unter den Gästen der Abschlussveranstaltung war auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, hier im Gespräch mit Staatssekretär Markus Grübel (li.)

5) Oberfeldwebel Norman Spies gewann mit seinem Bild „Trall“ den 2. Preis des 12. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr.