15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.

Video zum Kunstwettbewerb

Eckdaten | PDF (reduziert): Katalog | Faltblatt | Plakat | Grafik: Dorothee Menden

Preisträger:innen

1. Preis
1. Preis. Cornelia Vonderlind. Zwischen Vielfalt und Einheit. Zeichnung. 50 x 70 cm
Cornelia Vonderlind. Zwischen Vielfalt und Einheit. Zeichnung. 50 x 70 cm

Cornelia Vonderlind

Zwischen Vielfalt und Einheit
Farbstiftzeichnung. 50 x 70 cm

Beschreibung

„Diversität – Die Vielfalt der Bundeswehr als Einheit“

Diversität ist ein ständig wiederkehrendes Thema, vor allem im Kontext mit Diskriminierung. Ein Thema, das gerade wieder nicht aktueller sein kann. Auch wenn zurzeit alle Welt nach Amerika blickt, haben wir Diskriminierung jeden Tag um uns herum. Diversität ist Vielfalt – verschieden sein – egal, ob im Hinblick auf Aussehen, Vorlieben, Geschlecht, Beruf, Abstammung, Religion usw. Die Bundeswehr als Einheit geht mit gutem Beispiel voran, geht immer mehr Schritte hin zu Toleranz, Gleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch zwischen den Menschen, auch innerhalb der Bundeswehr, ist Diversität dennoch ein sehr bedeutendes Thema. Vor allem Geschlechterrollen, Truppengattungen, die Unterscheidung zivil oder militärisch, Dienstgrad, spielen hier zusätzlich eine Rolle.

Dabei gibt es nichts Natürlicheres als verschieden zu sein, nichts Schöneres als Vielfalt. Wie langweilig wäre es, wären wir alle gleich.

Ich wünsche mir, dass Unterschiedlichkeit in allen Bereichen anerkannt wird, dass Menschen sich gegenseitig respektieren – immer. Nicht irgendwann – ab heute. Das Ziel ist Freiheit – dass Menschen sich frei entfalten können, ohne dafür verurteilt, beschimpft oder ausgegrenzt zu werden. Ganz egal, welche Merkmale auf sie zutreffen, welche Kriterien Sie erfüllen, wie sie sich selbst darstellen wollen – oder eben nicht.

Ich bin ein Teil der Bundeswehr, ein Teil der deutschen Gesellschaft und Europas, ein Teil der Welt als Ganzes.

Dieser Thematik wird mit diesem Bild Ausdruck verliehen. Es handelt sich um ein Selbstportrait und gleichzeitig beinhaltet es viele verschiedene Facetten. Welche Kriterien ich erfülle, wie ich aussehe, welche Funktion ich in der Bundeswehr habe, welchen Rang ich besitze, ob zivil oder militärisch – ist nicht eindeutig erkennbar und sollte auch vollkommen unbedeutend sein. Denn in erster Linie bin ich ein Mensch, der es verdient, respektvoll behandelt zu werden und sich frei entfalten möchte. Ein Teil der vielfältigen Einheit Bundeswehr.

Die Farbstiftzeichnung mit dem Titel: „Zwischen Vielfalt und Einheit“ ist zum Teil recht präzise, zum Teil jedoch auch sehr skizzenhaft dargestellt. Vor allem optische Merkmale wie Augenfarbe, Hautfarbe, Haarfarbe sind in den Bereichen farblich unterschiedlich dargestellt, in einigen Bereichen auch komplett offen skizziert, denn die Farbe ist unbedeutend und die Vielfalt grenzenlos. Die Balance zwischen der Kontroverse Vielfalt und gleichzeitiger Einheit soll durch die verschiedenen Abschnitte zum Ausdruck gebracht werden. Jede Farbe ist hier denkbar und einsetzbar. Das einzig offensichtliche Merkmal ist meine Haarlänge. Dem geschuldet, dass die Haare benötigt werden, um die Zeichnung optisch etwas zusammenzuhalten. Für den militärischen Bereich wurde vollständig auf das Zeigen von Dienstabzeichen verzichtet. Jede Truppengattung findet sich in dem ein oder anderen Bereich wieder. Jeder soll sich angesprochen, niemand ausgegrenzt fühlen.

Der sehr umstrittene Begriff „Rasse“ wird hier ganz provokativ verwendet, um die Problematik der Rassendiskriminierung/ des Rassismus in den Vordergrund zu stellen, denn letztendlich sind wir alle vor allem eines: Mensch. Erdenbürger. Gleichwertig. Mit dem Wunsch nach persönlicher Freiheit.

Und wir alle – DU, ICH, WIR, als Bundeswehr, als Gemeinschaft, als Menschen – sollten nicht aufhören, für diese Werte einzustehen und diese zu verteidigen.

Mit jedem Blick fügen sich andere Teile der Zeichnung zusammen, verbinden sich andere Aspekte zu einem – viel Spaß beim Entdecken und Betrachten.

Jurybegründung

Wer bin ich? Und wer sind wir? Wenn ich Soldatin bin, bin ich dann auch Soldat? Wenn ich beim Heer diene, diene ich dann auch bei der Marine? Wenn ich zu Hause bin, bin ich dann nicht auch überall?

Geburtsort: Erde

Rasse: Mensch

Auftrag: Verteidigung

Ziel: Freiheit

So einfach und doch so schwer ist es, vielfältig zu sein. Das Portrait eines Menschen wird hier facettenartig dargestellt, wobei es kein Zentrum gibt, sondern die Trennlinien verlaufen ohne System. Jeder Zwischenraum im Portrait ist anders besetzt, die Klarheit der Eindeutigkeit ist ausgehoben, das Ziel ist die absolute Freiheit der eigenen Persönlichkeit.

Nicht weniger als dieses Ziel gelingt der Künstlerin in ihrem Werk. Neben der inhaltlichen Lösung des Unlösbaren ist die bemerkenswerte künstlerische Qualität zu betonen, die spielerisch und ohne Zwang meisterhaft das gegebene Thema umsetzt.

Das Thema »Diversität« ist wahrlich ungreifbar und doch real. Die gewählte Technik und die Motivwahl interpretieren den Untertitel »Die Vielfalt der Bundeswehr als Einheit« kongenial.

Mit Farbstift gezeichnet ohne Computer auf unbehandeltem Untergrund wirkt dies fast wie eine traditionelle Technik, die an manchen Stellen an Zeichnungen aus der Renaissance erinnert. Und der Vergleich passt: denn die Wiederentdeckung des eigenen Ichs, des freien Geistes in der Vielfalt der Möglichkeiten ist genau das, was Diversität beinhaltet. Der Bezug zur Bundeswehr ist klar erkennbar und doch nicht aufdringlich, sondern im gleichen Verhältnis wie der Bezug zu sich selbst und zur Umwelt. Das ist es, was diese Arbeit auszeichnet: nicht die Schwerpunktsetzung ist entscheidend, sondern das große Ganze zu verstehen, zu akzeptieren und zu respektieren. Das ist das Ziel: Freiheit. Als Mensch auf der Erde. Das gilt es zu verteidigen.

2. Preis
2. Preis. Fabian Mendrok. Diversität. Digitale Bearbeitung einer Zeichnung. 100 x 40 cm
Fabian Mendrok. Diversität. Digitale Bearbeitung einer Zeichnung. 100 x 40 cm

Fabian Mendrok

Diversität
Digitale Bearbeitung einer Zeichnung. 100 x 40 cm

Beschreibung

Bei dem Überbegriff „Diversität“ im Hinblick auf die Bundeswehr habe ich mich der Vorlage eines der wohl bekanntesten Abbildungen der Geschichte bedient. Das „Abendmahl“.

Bereits in der Bibel verkörpert es unterschiedlichste Personen mit unterschiedlichsten Merkmalen an einem Tisch. Bildlich übertragen auf die Bundeswehr und unter dem Anbetracht des vorgegebenen Themas, beabsichtige ich meine Version wie folgt zu interpretieren:

Der großzügige Tisch (Tafel) soll die Bundeswehr als ganzheitlichen Komplex darstellen, an welchem alle Beteiligten ihren ganz individuellen Platz finden. Ungeachtet dessen, wo der oder diejenige herkommt, wie dabei die persönliche, geschlechtliche Gesinnung oder sexuellen Vorlieben sind. Insbesondere sind auch körperliche und / oder geistige Beeinträchtigungen im Hinblick auf die Einsatzverpflichtungen ein nicht unwesentlicher Bestandteil der militärischen Gemeinschaft.

Ergänzt wird all dies durch die parallellaufende, familiäre Situation. Auch diese kann ganz individuell von „Normalität“ über „Herausforderung“ bis hin zur „absoluten Härte“ wahrgenommen werden.

Der Begriff „Diversität“ bedeutet „Vielseitigkeit“! Die Bundeswehr ist sich dieser VIELEN unterschiedlichen SEITEN bewusst und bietet dennoch jedem Einzelnen eine Chance!

Das zeichnet sie als Arbeitgeber aus und stellt die Attraktivität klar in den Fokus!

3. Preis
3. Preis. Stefan Siegel. Open Mind. Digitale Collage. 60 x 90 cm
Stefan Siegel. Open Mind. Digitale Collage. 60 x 90 cm

Stefan Siegel

Open Mind.
Digitale Collage. 60 x 90 cm

Beschreibung

Soldaten sind offene und vielfältige Bestandteile der Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die keine Vorgaben hinsichtlich religiöser oder atheistischer Lebensentwürfe macht, verschiedene Überzeugung schützt und der Vorstellung von Liebe und Glück freien Lauf lässt. Soldaten leben nicht nur die kulturelle, religiöse und sexuelle Verschiedenheit in unserem Land, sie stehen auch im besonderen Maße dafür ein. Sodass jeder Bürger den freien und auch öffentlichen Raum erhält, als Individuum seinen Eigenheiten, Überzeugungen und Sehnsüchten nachzugehen.

4. Preis
4. Preis. Sigrid Brozek. Vielfalt trotz Gleichheit. Malerei. 70 x 70 cm
Sigrid Brozek. Vielfalt trotz Gleichheit. Malerei. 70 x 70 cm

Sigrid Brozek

Vielfalt trotz Gleichheit
Malerei. 70 x 70 cm

Beschreibung

Vielfalt trotz Gleichheit, dies erkennt man schon an den Rahmenbedingungen des Bildes, welche mit den Maßen 70cm x 70cm bewusst gleichseitig gewählt wurden.

Die Flamingos sind alle unterschiedlich in ihren Farben, sehr divers aber doch sind Sie alle Flamingos. Damit werden der Facettenreichtum und das Individuum der Einzigartigkeit der Menschen in der Bundeswehr dargestellt.

In der Spiegelung im Wasser erkennt man deutlich, dass Sie doch alle gleich sind (alle sind in Pink in der Spiegelung). Trotz des Facettenreichtums in der Bundeswehr sind wir eine gemeinsame Einheit (pinke Spiegelung als Einheit).

Der verletzte Flamingo im Vordergrund symbolisiert die Bevölkerung, welche Unterstützung benötigt.

Der Fuchs, Symbol für Intelligenz und agil, schiebt dem verletzten Flamingo den Kaffeebecher als Unterstützung zu, worauf der Flamingo sein verletztes Bein ablegen kann. Somit bekommt der Flamingo Halt und erfährt Anerkennung. Zugleich signalisiert der Kaffeebecher etwas Vertrautes, Wohlfühlendes und gibt den Flamingo Kraft. Der Kaffeebecher mit Bundeswehrlogo wird also von der Bundeswehr bereitgestellt, weil durch Intelligenz und starker humanitärer Unterstützung im Hintergrund die anderen Flamingos mit ihrem Barett Mützen („Bundeswehr“) erkannt, wurde, wer in Not ist und wie man am besten Unterstützung leistet. Der Kaffeebecher symbolisiert somit auch Zusammenhalt und den gegenseitigen Austausch.

Oben rechts im Bild sind Technologie-Stränge (Netzkabel) dargestellt. Die Bundeswehr ist nicht nur in humanitärer Art unterstützend und schützend, sondern auch auf anderen Sparten, zum Beispiel der Technologie. So können beispielsweise mittels intelligenter Software schneller Informationen ausgetauscht werden, neue Erkenntnisse gewonnen werden und schnellere Handlungsentscheidungen getroffen werden. Vielfalt („Diversität“) bedeutet auch Entwicklung – es gibt keinen Stillstand.

5. Preis
5. Preis. Franz Feigl. 1.100.1. Malerei. Dreiteilig je 90 x 100 cm
Franz Feigl. 1.100.1. Malerei. Dreiteilig je 90 x 100 cm

Franz Feigl

1.100.1. Malerei. Dreiteilig je 90 x 100 cm

Beschreibung

Keine Beschreibung vorhanden.

5. Preis
5. Preis. Ralf Illauer. Viel Falt!. Collage. 60 x 100 x 4 cm
Ralf Illauer. Viel Falt!. Collage. 60 x 100 x 4 cm

Ralf Illauer

Viel Falt! Collage 60 x 100 x 4 cm

Beschreibung

Vorwort

Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und bunter. Dies spiegelt sich auch in der Bundeswehr wider – bei unseren Soldatinnen und Soldaten, aber natürlich auch bei unserem Zivilpersonal.

In der Bundeswehr dienen und arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit unterschiedlichstem individuellem Hintergrund. Dies fordert von allen einen toleranten und respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, es gibt uns aber die einzigartige Möglichkeit, aus der Vielfalt Wissen und Fähigkeiten zu schöpfen und vielleicht noch leistungsfähiger zu werden.

Toleranz und Respekt im Umgang miteinander ist aber keine neue Herausforderung, sondern – für den Bereich der Streitkräfte – aufgrund der Ziele und Grundsätze der Inneren Führung schon immer Verpflichtung und Maßstab für soldatische Haltung gleichermaßen.

Der Schaffung inklusiver und wertschätzender Arbeitsumgebungen kommt die gleiche Bedeutung zu wie der Überwindung möglicher Benachteiligungen. Zur Wertschätzung gehören die Akzeptanz verschiedener individueller Lebensmodelle sowie die lebensphasenorientierte Unterstützung von Beschäftigten.

Diversität heißt übersetzt Vielfalt. Vielfalt in der Bundeswehr ist bereits eine positive Realität. Sie ist Fakt. Und Vielfalt ist kein Problem oder lästiger Zeitgeist. Nein. Vielfalt ist eine Chance für eine bessere, leistungsfähigere und buntere Gesellschaft!

 

Herleitung meines Werkes

In der Bundeswehr steht der Mensch im Fokus, er ist Mittelpunkt der Betrachtung. Deswegen habe ich Köpfe, Gesichter, Uniformierte oder Zivile, Behütete, Lachende und nachdenklich Schauende, Männer, Frauen und Transgender, Weiße und Nicht-Weiße, Alte und Junge für mein Werk ausgewählt. Sinnbilder für alle sechs Kerndimensionen der Vielfalt: Alter, Geschlecht, Behinderung, Ethnie, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und Identität.

Schaut man aber auf die Bundeswehr, sieht man eine Vielzahl, ja ein Wirrwarr an Menschen. Das Auge verliert sich in der „Viel Falt“ der Wahrnehmungen. Man kann sich auf niemanden so richtig fokussieren. Wenn Sie frontal auf mein Bild schauen, werden Sie erkennen, was ich meine…

Die einzelnen Bundeswehrangehörigen sind vor dem Ganzen nicht wirklich zu erkennen als Individuen, Persönlichkeiten, als Menschen mit ganz verschiedenen Lebensbiographien, die sehr vielfältig sein können. Als Menschen mit Falten, Sorgen- und Lachfalten… Jede Falte kann eine Geschichte über diesen Menschen erzählen… Deswegen habe ich in meinem Werk die vielen Köpfe und Gesichter gefaltet, in Vielfalt halt eben.

 

Es sind aber auch Menschen mit verschiedenen Karrierewegen. Laufbahnen trennen sie oftmals und führen sie dann doch wieder in Dienststellen zusammen, in denen sie mit ihrer Vielfältigkeit und den daraus entstehenden Synergieeffekten zu mehr Erfolg beitragen können. Deswegen habe ich in meinem Werk die vielen Köpfe und Gesichter in Streifen geteilt und versetzt auf die „Falten“ montiert.

Wie kommt man aber nun zu den einzelnen Menschen, die zusammen die Vielfalt in der Bundeswehr ausmachen? Ganz einfach. Man muss sich links oder rechts umschauen, um den Menschen im Ganzen sehen zu können. Treten Sie dazu gut einen Meter nach links und betrachten nun mein Werk von dort. Jetzt sehen Sie die Menschen! Nun erkennen Sie die schillernden Persönlichkeiten und ihre Biographien. Und dann gehen Sie auf die rechte Seite des Werkes. Auch wieder gut einen Meter seitlich davon. Und dann erkennen Sie weitere Menschen, die mit ihrer Vielfalt an unterschiedlichen Stellen in der Bundeswehr wirken…

Viel Falt!

5. Preis
5. Preis. Pamela Liebe. Respekt und Toleranz. Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm. Linkes Bild
Pamela Liebe. Respekt und Toleranz. Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm. Linkes Bild
5. Preis. Pamela Liebe. Respekt und Toleranz. Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm. Rechtes Bild

Pamela Liebe

Respekt und Toleranz.Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm

Beschreibung

Für mich ist die Bundeswehr so bunt wie das Leben selbst und aufgrund meiner eigenen Geschichte hatte ich genau jenes Bild vor Augen, welches Sie sehen, als ich das Plakat zu der Kunstausschreibung gesehen habe. Wie Sie sehen können, sieht man auf meinem Bild, welches ich bewusst auf zwei Leinwände gemalt habe, Folgendes: Die Strichmännchen spiegeln die Genderneutralität und Gleichberechtigung der Bundeswehr als Arbeitgeber wider. Ganz bewusst habe ich einen einzelnen Menschen weiblich gemalt, um die Religion der Person mit einzubinden. Die Farben spiegeln Krankheiten, sexuelle Identität und körperliche Beeinträchtigung wider.

Denn oftmals sind es leider Krankheiten, Heterogenität oder Schicksalsschläge, die unsere Einstellung erst dann positiver werden lassen. Das Bild soll genau das widerspiegeln. Auf der linken Seite des Bildes sehen Sie die Menschen, die „anders sind“, sei es durch Krankheit, sexuelle Identität, Religion oder angeborene körperliche Einschränkungen. Hier überwiegt die Mehrheit derer, die „anders sind“ deutlich, jedoch erst auf den zweiten Blick. Auf der rechten Seite sieht man die eher negativ eingestellten Menschen, die berühmten „Schwarzseher“, bei ihnen wird das Gras vermutlich nie grün sein und auf der anderen Seite ist es grundsätzlich grüner. Diese ist mit Absicht als geballte Gruppe dargestellt, obwohl sie nur ein Drittel des Bildes einnehmen, um den Anschein wirken zu lassen, sie seien in der Mehrheit. Jedoch bei genauerem Betrachten erkennt man, dass auch diese teilweise „anders sind“. Beide Seiten sind getrennt durch eine Mauer. Eine mentale Barriere, die in unser aller Köpfe ist. Eine Mauer, die uns oft den Blick auf das Wesentliche versperrt. Denn von beiden Seiten, negativ wie positiv, sollte mehr Respekt und Toleranz einander entgegengebracht werden. Nicht nur für das „anders sein“, sondern auch für unterschiedliche Meinungen und Ansichten, denn auch das bedeutet Diversität, einfach die Meinung eines anderen akzeptieren, ohne diese ändern zu wollen.

Genau das möchte ich mit meinem Gemälde zeigen, dass es zwei verschiedene Ansichten gibt, die dennoch ineinander gehen können, wenn man es will. Wie man sehen kann, schlummert in manchen der Wunsch „anders zu sein“, allerdings fehlt ihnen der Mut, den letzten Schritt durch die Öffnung der Mauer zu gehen. Sie sind neugierig, was einen auf der anderen Seite der Mauer erwartet. Wenn sie den Schritt auf die andere Seite wagen, gehen Sie in eine positivere Zukunft und sind mit sich selbst im Reinen. Sie werden auf der toleranten Seite herzlich willkommen geheißen und erhalten entsprechende Unterstützung durch den „Spieß“, das psychosoziale Netzwerk, durch Kameradschaft und entsprechende Vorschriften. Sie müssen sich nur überwinden und diesen mutigen Schritt wagen!

Einige der „Schwarzseher“ sind komplett schwarz gehalten, denn sie können und wollen nicht toleranter werden. Die Sprüche, die Sie auf dem Bild lesen können, beruhen auf wahren Begebenheiten und persönlicher Erfahrung. Wenn man plötzlich körperlich eingeschränkt ist, wird man früher oder später mit diesen Ansichten konfrontiert.

Krankheiten, Schicksalsschläge und körperliche Einschränkungen können jedem Menschen passieren, egal welche Einstellung man hat. Doch ist es meistens erst ein Schicksalsschlag, der uns demütig werden und das Leben wertvoller sehen lässt. Der Arbeitgeber Bundeswehr hat mit dem Soldatinnen- und Soldaten-Gleichbehandlungsgesetz, „Vereinbarkeit von Familie und Dienst“, dem „Mobilen Arbeiten“, seiner Fürsorgepflicht und dem psychosozialen Netzwerk ein Umfeld geschaffen, in dem Diversität gelebt wird und in Zukunft auch gelebt werden kann.

Um meinem Bild mehr Ausdruck zu verleihen, habe ich mich an die vorherrschenden Farben der verschiedenen Krankheiten und Aufmerksamkeiten gehalten, Beispiele dafür sind: (angelehnt an die Awareness Ribbons, Quelle: siehe Link unten): Blau: Alopezie, Arthrose; Blau-Rosa-Weiß: Transgenderfahne; Braun: Anti-Tabak; Bunt gepuzzelt: Autismus; Gelb: Endometriose, Leberkrankheiten, Adipositas; Grau: Diabetes; Grün: PTSD, Depression, Kleinwüchsigkeit; Hellgrün-Dunkelgrün gestreift: Farbenblindheit; Lila-Rosa-Glitzer: Schlaganfall bei Kindern; Orange: ADHS, Leukämie, CRPS, Multiple Sklerose, Lupus; Regenbogenfahne: LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender); Rot: AIDS und HIV, Verbrennungsopfer, Bluthochdruck, Schlaganfall; Silbermetal: Amputationen; Türkis: Suchtkrank; Violett/ Lila: Hodenkrebs, Fibromyalgie; Weiß gepunktet: Blindheit; Weiß: Knochenkrebs, Osteoporose, unsichtbare Krankheiten, Postpartale Depression; Zebra-Schwarz-Weiß: seltene Krankheiten. Falls Sie hierzu mehr Informationen möchten, besuchen Sie die Seite https://www.disabled-world.com/disability/awareness/ribbons.php.

Mit meinem Gemälde Respekt und Toleranz möchte ich Ihnen Mut machen, vielleicht Ihre innere mentale Mauer zu überwinden, zu sich selbst zu stehen und einen Schritt aufeinander zuzugehen. Es lohnt sich!

5. Preis
5. Preis. Daniel Müller. Diversität. Zeichnung. 70 x 50 cm
Daniel Müller. Diversität. Zeichnung. 70 x 50 cm

Daniel Müller

Diversität. Zeichnung 70 x 50 cm

Beschreibung

Das Bild zeigt, dass Diversität innerhalb der Bundeswehr funktionieren kann, wenn man das Potenzial eines jeden erkennt. Man kann einen geeigneten Arbeitsbereich für jeden finden. Es zeigt, dass Inklusion funktioniert und jeder respektiert wird. Egal welche Hautfarbe oder welches Geschlecht man hat, egal welches Handicap oder welcher Religion man angehört. Wichtig ist, dass wir alle Menschen sind.

Gruppenpreis

Copyright Video: EAS | Copyright Audio: Brodka/Scholz

Benedikt Brodka und Veronica Scholz

Mehrwert
Slam-Poesie mit Musik. Slam-Poesie (Scholz) und Klavier (Brodka). 6:08 Minuten

Beschreibung

Songtext

MEHRWERT!

 

Vielfalt steckt zwischen dem „Uns“ und dem „Wir“, und handelt vom „Ich“ und vom „Dir“.
Diversität, Farbig, Bunt, in der Bundeswehr.

 

Sie passt gut hier her,
ist sie doch immer noch ein Kampf. Ein Kampf der Köpfe,
nicht immer mit den Waffen der Vernunft geführt.

 

Realität trifft auf Klischee.
Wer wenn nicht diese Parlamentsarmee kennt sich damit aus?

 

Ein ausrasierter Nacken und ein Dutt, reduzieren Vielfalt auf den ersten Blick. Wo der Unterschied
zunächst nur auf den Schultern schlummert und festgeklettet überm Herzen klebt.

 

Ist über den beiden Oberarmen,
inmitten der beiden Deutschlandfahnen, ein Geist platziert,
der so nur einmal existiert.

 

Diversität beginnt da,
wo die Uniform die Bahn betritt. Wo jenes Gesicht,
das Gesicht des Systems wird.

 

Wo in der Grundausbildung
aus der Zweck‐WG ein Zug entsteht und wichtiger Zusammenhalt
über jegliche Klischees geht.

 

Wo in der militärischen Einheitlichkeit erst recht der Unterschied sichtbar wird.
Wo Vielfalt nicht die vielfältigen Vorschriften sind
und mehr ist als das Privatfach im Stubenspind.

 

Wo bei der Einkleidung,
die Ausrüstung kleinteilig ausgehändigt wird und die reichende Hand, so viel reicher ist,
weil sie die Welt mit anderen Maßstäben misst.

 

Wir sagen das ist Inklusion und freuen uns. Doch was aufrichtig Freude heißt,
wissen nur die wirklich Reichen,
die, die mit der ehrlichsten Freude in dieser Truppe
Uniformen hinüberreichen.

 

Führen durch Vorbild, Vielfalt bildlich vorgelebt.
Wo der Glaube unterscheidet,
dessen Kraft aber eint.

 

Wo ein Tattoo mehr sagt
als ein wortkarger Kamerad.
Wo ein Ohrring von Individualismus zeugt
und der Patch, ein Stück stofflichen Stolz zeigt.

 

Wo das Thema Diversität
manchmal alkoholischen Anstoß braucht. Wo charmant nachgefragt wird,
was okay ist, uninteressant. Hauptsache Herkunft und Hautfarbe, Kultur und Aussprache
sind für alles andere irrelevant.

 

Diversität ist nicht die Existenz von Unterschieden, sondern das respektvolle Zusammenleben
mit eben jenen.

 

Wo wir Chromosomen keine Macht mehr geben, weil Männer und Frauen endlich
gleichberechtigt nebeneinander leben. Wo Einsatz und Elternzeit
beides Dienst an der Gesellschaft ist.

 

Wo ein Mann einen Mann
oder eine Frau einer Frau liebt
und ein jeder jedem einen Ring gibt.
Ein Versprechen, das als Splitterschutzweste der Seele fungiert. Wen interessiert da Frau oder Mann,
wenn das die stärkste Waffe nicht zerstören kann.

 

Wo ein Witz der Vielfalt Grenzen setzt, weil er das Herz verletzt.
Da tief drinnen in der Seele, ist alles so weich und zart.
Doch wird es mit Witz um Witz, Stück für Stück steinhart.
Weil der Entscheidende nicht mitgelacht hat.

 

Diversität heißt nicht einfach, aber lehrreich, vor allem für die, die so reich an Leere sind. Wo ein Kleingeist geistlos Überhand gewinnt. Ist Vielfalt das, was aufs Wesentliche besinnt.

 

Diversität auf kleinstem grau‐blauem Raum komprimiert. Ein Schiff,
als Wellenbrecher der stürmischen Wogen der Meinungsgischt. Auf 140m Stahl, kann Vielfalt keiner entfliehen.
Denn ich kann nicht ohne Dich und du nicht ohne ihn.

 

Ein paradoxes Paradebeispiel als maritimer Mehrwert
Denn wir sind alle sind mehr und all das ist es wert.

 

Wo hinter roten Backsteinbauten und in Bürosesseln, Abzeichen beehrte Versehrte sitzen.
Einst im Einsatz eingesetzt,
wird heute im Papierkrieg gekämpft. Bewaffnet mit Kugelschreiberminen,
für die Wortgefechte an der Paragraphen Front. Wo nicht Menschen, sondern Argumente fallen, fällt ein Versehrter unter Unversehrten auf.

 

Diversität fällt noch viel zu oft, viel zu sehr auf, Sie ist erst aufrichtig richtig da,
wenn bunt normal und nicht der Rede wert ist,
in der Einheitlichkeit einheitlich als Wert gelebt wird.

 

Sie fängt bei jedem einzelnen Soldaten
Und jeder einzelnen Soldatin an,
Als Respekt, den man nicht befehlen kann!

Familienpreis
Familienpreis. Familie Dittmar: Bodo Dittmar, Kornelia Dittmar, Florian Dittmar, Loredana Schulz (Dittmar). Ansichtssache. Collage. 80 x 60 cm
Familie Dittmar: Bodo Dittmar, Kornelia Dittmar, Florian Dittmar, Loredana Schulz (Dittmar). Ansichtssache. Collage. 80 x 60 cm

Familie Dittmar: Bodo Dittmar, Kornelia Dittmar, Florian Dittmar, Loredana Schulz (Dittmar)

Ansichtssache
Collage. 80 x 60 cm

Beschreibung

Eine Organisation wie die Bundeswehr mit ihrem militärischen Auftrag strebt nach Gleichheit, Einheitlichkeit, Gemeinsamkeit.

Welche militärische oder paramilitärische Organisation kleidet seine Angehörigen nicht in die „gleichmachende“ Uniform oder Uniformäquivalente.

Sie soll Gemeinsamkeit schaffen und Individualismus beseitigen, Einheitlichkeit suggerieren. Und nun ist die Vielfalt der Bundeswehr die neue Einheit?

Unser Projekt „Ansichtssache“ macht einerseits (von einer Seite, von einem Blickwinkel) das Ziel der Einheitlichkeit deutlich.

Andererseits (von der anderen Seite, von einem anderen Blickwinkel) wird deutlich, dass alle die „Gleichgemachten“ doch unterschiedlich und anders sind, sich voneinander unterscheiden, divers sind.

Wenn die Betrachtenden sich die Mühe machen näher heranzutreten, stellen sie fest, dass es viel mehr über die Einzelnen zu entdecken gibt und dass es selbst bei diesem Blickwinkel, bei dem man glaubte Gemeinsamkeiten (Farbe) zu entdecken, doch stark voneinander divergierende, unterschiedliche Lebensmodelle gibt.

Diese Unterschiedlichkeit zu akzeptiere und zu leben kann und sollte Gemeinsamkeit stiftend in der Bundeswehr sein.

Fotografien der Werke: SKA
Werkfoto der Teilnehmenden: Vonderlind, Mendrok, Illauer, Feigl
Foto des Gruppenpreises: digitales Dokument der Teilnehmenden

Eckdaten

2020: Diversität – Die Vielfalt der Bundeswehr als Einheit

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Neue Preisgestaltung, neue Preisbeträge, neuer Gruppenpreis. Sonderpreis der Jury fällt weg. Änderung des Namens: jetzt ohne Jahresangabe, dafür wird das Jahr beim Thema genannt

Organisation: Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

116 Teilnehmende | 89 Arbeiten, davon
72 Einzelarbeiten, 7 Familienarbeiten, 10 Gruppenarbeiten
Datum der digitalen Preisverleihung: 15. April 2021
Ort: Videokonferenz
In Anwesenheit der Bundesministerin der Verteidigung Annegret Kramp-Karrenbauer
Ursprünglich geplant: 2. November 2020, Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages im Paul-Löbe-Haus, Berlin
Grund der Verschiebung: Pandemie COVID-19

1. Preis: Cornelia Vonderlind (Farbstiftzeichnung)
2. Preis: Fabian Mendrok (Digitale Bearbeitung einer Zeichnung)
3. Preis: Stefan Siegel (Digitale Collage)
4. Preis: Sigrid Brozek (Malerei)
5. Preis: Franz Feigl (Malerei)
5. Preis: Ralf Illauer (Fotografie und Collage)
5. Preis: Pamela Liebe (Malerei und Collage)
5. Preis: Daniel Müller (Zeichnung)
Gruppenpreis: Benedikt Brodka und Veronica Scholz (Slam-Poesie mit Musik)
Familienpreis: Familie Dittmar (Malerei und Collage)

Jury

  • Oberst Prof. Dr. Homolka, Reservistendienstleistender in Grp Be/Fürs
  • Oberstleutnant Dipl. Päd. Peter Cornelius, Bezirksschwerbehindertenvertretung beim Kdo Lw
  • Christina Hubich, Projektreferentin Betreuung, EAS
  • Regina Kohlhaus, Kunsttherapeutin
  • Stabsfeldwebel Sascha Becher, Zentrum Militärmusik