11. Kunstwettbewerb 2012
Thema: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

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Hier befinden Sie sich:

<strong>Ich, hier und dort</strong><br>Farbstiftzeichnung. 32 x 24 cm
1. Platz
Igor Bröse
Ich, hier und dort
Farbstiftzeichnung. 32 x 24 cm

Info
<strong>3 Welten</strong><br>Fotografie/Fotomontage. 36 x 50 cm
2. Platz
Sven Konrad
3 Welten
Fotografie/Fotomontage. 36 x 50 cm

Info
<strong>Sie gehen</strong><br>Kohlezeichnung. 40 x 63 cm
3. Platz
Jiahai Ni
Sie gehen
Kohlezeichnung. 40 x 63 cm

Info
<strong>Der Zebrastreifen</strong><br>Teerpappe auf Holz. 200 x 100 cm
4. Platz
Ralf Illauer
Der Zebrastreifen
Teerpappe auf Holz. 200 x 100 cm

Info
<strong>Metamorphose</strong><br>Malerei auf Fotografie. 32 x 18 cm
5. Platz
Victor Manuel Olivos Matta
Metamorphose
Malerei auf Fotografie. 32 x 18 cm

Info
<strong>Blickwinkel der getrennten Verbundenheit </strong><br>Malerei. 80 x 60 cm
5. Platz
Anna Elena Orywal
Blickwinkel der getrennten Verbundenheit
Malerei. 80 x 60 cm

Info
<strong>Damit Ihr spielen könnt…</strong><br>Malerei. 50 x 40 cm
5. Platz
Dagmar Ronczka
Damit Ihr spielen könnt…
Malerei. 50 x 40 cm

Info
<strong>Pendlersonntag </strong><br>Fotografie auf Leinwand. 130 x 100 cm
5. Platz
Torsten Willms
Pendlersonntag
Fotografie auf Leinwand. 130 x 100 cm

Info
<strong>Zwischen den Welten</strong><br>Malerei / Objekt. Dreiteilig, gesamt 192 x 100 cm
5. Platz
Silvia Binninger
Zwischen den Welten
Malerei / Objekt. Dreiteilig, gesamt 192 x 100 cm

Info
<strong>Riesenrad</strong><br>Tuschezeichnung. 60 x 80 cm
Familienpreis
Familie Mocha
Riesenrad
Tuschezeichnung. 60 x 80 cm

Info
<strong>Times are changing</strong><br>Malerei. 90 x 70 cm
Familienpreis
Marc Louia
Times are changing
Malerei. 90 x 70 cm

Info
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Beschreibung des Künstlers:

Mobilität, Bewegung, Veränderung fängt im Kopf an. Von hier aus wird die Welt wahrgenommen, bewegt, verändert. Taten müssen folgen, wenn Ausgleich, Gerechtigkeit, Schutz von Menschenleben erforderlich ist. Meine Frau und ich machen uns oft Gedanken um die Soldaten, die da derzeit im Ausland für diese (und weitere) Ziele kämpfe, die letztlich ihr Leben dafür auf’s Spiel setzen. Die Menschen im Einsatz sind nicht allein: Sie haben Familie, Angehörige, die Stolz und Angst empfinden (so wie sie vielleicht selbst auch) – sie haben im Einsatzland die Bewohner und deren Kinder gegenüber. Eine große Verantwortung.

Ich habe viele Kollegen, die schon in Afghanistan (u.a.) waren oder sind. Sie berichten. Ich höre zu und bin immer neu beeindruckt. Von der Authentizität ihres Erlebens, Fingerabdrücke ihres Erlebens. Es geht mir immer wieder nach, was die “Jungs und Mädels” im Einsatz leisten, sie sind hier und sind dort, sie führen praktisch mindestens zwei Leben und haben doch nur eines. So habe ich neulich mal geträumt: Wir wohnen in der Eifel, da geht’s dauernd den Berg rauf, der Hang war mit zahllosen Tulpen bepflanzt, oben stand meine Frau auf den Blumen, sie schaute in die Weite, rüber bis Afghanistan, um zu sehen, ob “bei uns alles läuft”. Ich habe mich selber gesehen, dort in der Tarnjacke, ich habe ein paar afghanische Kinder in Sicherheit gebracht, die neugierig zu nach an eine Operation rankamen. Ein Kind hielt einen roten Ball, der war ähnlich rot wie die Tulpen, sie erinnerten mich in ihrer Form an “rote Tropfen”.

So ist das auch mit der Seele, sie nimmt Anteil, Das ist Menschsein. Auch die Seele bewegt sich mit und ist in Veränderung, Leben ist Veränderung. Immer wieder bedeutet das auch der Tod. Tad als Teil des Lebens. Wichtig ist, dass Gewalt gerechtfertigt ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat; durch den Föderalismus sind viele Sichtweisen und deren Vertreter an der Rechtsfindung beteiligt. Dieses Bild soll eine von vielen Facetten festhalten, was da passiert.

Auch ich nehme Anteil. Es entsteht eine Wirklichkeit. Und die – die ist wichtig.

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Beschreibung des Künstlers:

Mobilität – als Freund muss man oft bereit sein, mobile Veränderungen einzugehen, längere Zeit getrennt von Familie, Freund/in, Freunden. Veränderung – auf einmal in den Einsatz zu müssen, man hat dafür entschieden. Muss Risiken eingehen. Von heute auf morgen kann die Einsatzplanung Einen treffen und man ist hin- und hergerissen zwischen zivilem Leben, der Freiheit, dem Partner zuhause und dem Gedanken, für lange Zeit weg zu sein. Eventuell sogar mit Verletzungen, Behinderungen oder gar nicht mehr zurückzukehren. Bewegung – zwischen den "Drei Welten" hin- und hergerissen zu sein. Immer im Puls der drei Welten leben.

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Beschreibung des Künstlers:

Vorweggehend in die Ferne – sie blickt zurück.
Ist das ein Lächeln in ihrem Gesicht?
Ihr Wesen ist zart, die Ausrüstung ist rau.
Sie ist eine Frau. Sie ist Soldat.
Kann sie beides sein?

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Beschreibung des Künstlers:

Fußgängerüberweg … ist das Synonym für Mobilität, Bewegung, Veränderung. Der Zebrastreifen ist ein Element der Mobilität. Er dient nur dazu, dass man darüber seinen Weg geht. Gehen ist Bewegung. Und man geht mit dem Zebrastreifen von einer Seite auf die andere, verändert sich und seinen Standort damit. Er ist vorgegeben, linke und rechte Seite sind klar. Es kommen Menschen entgegen oder folgen in die gleiche Richtung. Man hat nur eine gewisse Zeit. Man kann nicht wirklich anhalten auf dem Weg, oder zurückgehen. Das soldatische Leben ist ein Zebrastreifen: vom zivilen Fußweg geht man im Soldatenleben über den Zebrastreifen des Dienstes, von Standort zu Standort und erlebt die guten und schlechten Seiten des Soldatenlebens, die Freuden und Belastungen, und erreicht den anderen zivilen Fußweg mit Pensionierung und “in den Ruhestand gehen”.

Mobilität. Bewegung. Veränderung. Der Fußgängerüberweg birgt Sicherheit, er beschützt. Er wird geachtet und respektiert. Es gibt auch Wege, die keinen Zebrastreifen haben. Nichts geregelt, nicht beschützt. Fußgängerüberweg ist geregelt. Wer bei Rot geht, verhält sich falsch. Nur bei Grün darf man gehen, verhält sich richtig. Unfrei? Die Wege ohne Zebrastreifen sind für alle Bürger, auf den anderen geht man nur auf Zeichen. Es gibt auch Fußgängerüberwege ohne Zeichen, eigenverantwortlich zu überqueren, nach eigenem Willen und freier Entscheidung. Freiwillig!

Eigene Mobilität. Eigene Bewegung. Eigene Veränderung. Kein Zwang zur Veränderung. Bewegung und Mobilität ohne Karrierezwang. Folgt mir eigentlich die Familie auf dem Überweg? Ein Blick zurück lässt einen halten, straucheln, stehen bleiben. Man darf aber nicht stehen bleiben auf dem Fußweg. Man verändert sich aber auch weg vom Vertrauten, alten Leben, durch Bewegung wird man anders. Es bleibt nichts zurück, man dreht sich auch nicht mehr um, geht weiter, versucht alles mitzunehmen von der einen Seite zur anderen. Trotzdem verliert man etwas, schrittweise. Nichts bleibt schwarz-weiß, alles wird grau, verschwimmt. Zurückgebliebenes verschwindet in der Erinnerung. Wie war das noch mit dem ersten Schritt, war es ein schwarzer Streifen oder ein weißer? Sind eigentlich die Streifen weiß oder schwarz? ‘Blick voraus. Weiß, nicht schwarz. Der Weg ist sicher. Alles gut.

Mobilität! Bewegung. Veränderung!!

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Beschreibung des Künstlers:

Die Metamorphose zeigt die Veränderung der Technik und der Mobilität. Die Arbeit greift zum eine die Moderne auf, durch die Fotografie, zum anderen wird durch die alte Technik der Malerei das Traditionelle festgehalten. Es besteht ebenso ein Kontrast zwischen Bewegung und Stillstand.

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Beschreibung der Künstlerin:

Mit meinem Beitrag wollte ich ausdrücken, dass trotz fremder Kulturen und selbst durch Panzerglas Menschlichkeit und Verbundenheit spürbar werden kann. Selbst kurze Augenblicke können große Emotionen auslösen. Es wird gleichzeitig deutlich, dass man Situationen im wahrsten Sinne des Wortes nicht steuern kann und man an zufällige Begebenheiten gebunden ist. Nichts entwickelt sich so wie es dem vorigen Anschein entsprach. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich unsere Einsatzkräfte aus ihren Aufgabenfeldern in Afghanistan lösen und sich auf den Weg in andere Einsatzregionen begeben.

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Beschreibung der Künstlerin:

Mobilität-Bewegung-Veränderung …besonders in der Familie eines Bundeswehrangehörigen. so lange weg von zu Hause? Wo fährst Du hin? Was tust Du da? Die Fragen eines Kindes, dessen Papa für lange Zeit im Auslandseinsatz ist. Wie erklärt man einem Kind die Notwendigkeit eines Einsatzes am Hindukusch? “Ich bin dort, weil ich helfen möchte, dass Kinder mit ihren Vätern überall in Frieden spielen können und nicht zwischen brennenden, zerstörten Häusern. Damit sie ein zu Hause haben, genug zum Essen und Trinken, damit sie auch Spielzeug haben und in die Schule gehen können.”

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Beschreibung des Künstlers:

Im Bild „Pendlersonntag“ sind 2 Sekunden voller Mobilität und Bewegung gespeichert. Besonders dem zur Mobilität gezwungenen Pendler soll dieses Bild Zeit geben, eine Betrachtung seiner Situation von oben zu ermöglichen und eine individuelle Antwort auf die eigentliche Frage zu finden.

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Beschreibung der Künstlerin:

Meine Arbeit zeigt Verbindung zwischen Mobilität, Bewegung und Veränderung. Ich möchte inspirieren zum Selbstinterpretieren, Nachdenken, Erreichen, Berühren.

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Beschreibung der Künstler|innen:

N.A.

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Beschreibung des Künstlers:

Das diesjährige Motto “Mobilität! Bewegung. Veränderung?” wird durch das Symbol “Helm” aufgegriffen. Der Wandel der Helme von der Pickelhaube zum modernen Gefechtshelm symbolisiert die stetigen und gerade jetzt tief- greifenden Veränderungen in der Bundeswehr. Unterstützt wird die Aussage des “sich Wandelns” und des “sich neu Zusammensetzens” durch die Puzzleteile, die von außen nach innen strömen. Die Geradlinigkeit der Farbfelder und der Bundesadler stehen für die dennoch weiterhin klaren Strukturen einer Armee. Zu den Farben: Die graue Mittelzeile, der Blickfang des Bildes, steht für das traditionelle Grau des deutschen Waffenrocks, die bunten Felder hingegen für die moderne Zeit und das Zeit- alter der Umbrüche.

Dem Betrachter soll mit diesem Kunstwerk der Wandel der Armee, die Bewegung von inner- und außerhalb, sowie die damit verbundenen Veränderungen – dargestellt am Symbol des Helmes – verdeutlicht werden. Zeitaufwand: ca. 35 Stunden im Zeitraum Dez.’ll bis April ’12.

JURYBEWERTUNG

Der Sonderpreis der Jury wird vergeben für Werke, die in einem besonderen Maße herausragend sind und die Jurymitglieder nachhaltig beeindruckt haben. Dieses Jahr wird der Preis an Marc Louia vergeben. Seine Arbeit wie auch seine Geschichte ist ein motivierendes Beispiel für die „Verarbeitung der Veränderung durch Kunst“ – die Möglichkeit, seelische Verwundung im Einsatz durch Kunsttherapie sowie die Beschäftigung mit kreativen Mitteln unterstützend zu verarbeiten.

Wir danken Herrn Louia für die Bereitstellung des folgenden Textes.

…Hierbei entdeckte ich nicht nur meine Liebe zum Acrylmalen, sondern auch die daraus hervorgehende und für mich absolut überraschende beruhigende Wirkung dieses künstlerischen Prozesses. Sich mit einem Thema auf der Leinwand auseinander zu setzen ist für mich nicht nur Zeitvertreib, sondern noch immer andauernde Therapie. Durch die Konzentration auf das Bild hören negative Gedanken auf zu kreisen und es entsteht ein seelisches Gleichgewicht, welches auch über die reine Zeit des Malens hinaus anhält. Sich mit Schwierigkeiten in der künstlerischen Gestaltung auseinanderzusetzen und es doch zu schaffen, auch wenn man manchmal am liebsten alles aus dem Fenster werfen würde, stärkt für übertragbare Situationen im Alltag.

10. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2010: Dienst – Familie – Partnerschaft

Der Auftrag der Bundeswehr fordert von den Soldaten und Soldatinnen hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität, Flexibilität und Lernbereitschaft. Die Anforderungen, die dabei an sie und ihre Familien gestellt werden, sind in der Regel belastender als die Anforderungen an Beschäftigte anderer Berufsgruppen.

 

Einsätze der Bundeswehr im Ausland, eine hohe Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort können mitunter für Familien und Partnerschaften eine besondere Belastung darstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn auf Grund dieser Situation der Partner zu Hause gezwungen ist, sich allein um die Kinder, den Haushalt und die anderen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu kümmern.

 

Familien und Partnerschaften sind Kraftquelle und Rückhalt der Soldaten und Soldatinnen. Daher hat die Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowohl im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen als auch infolge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung für ihre individuelle Lebensgestaltung einen hohen Stellenwert.

 

Die Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten einer höheren Eigenständigkeit gewandelt. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein allgemein anerkanntes gesellschaftliches Ziel. Darüber hinaus zeigt der gesellschaftliche Wandel zentraler Lebensinteressen, dass neben Beruf, Einkommen und Karriere gleichzeitig und gleichwertig Familie, Freizeit und Freundeskreis treten. Damit gewinnt die Familie als Lebensmittel- und Ankerpunkt auch für Soldaten und Soldatinnen überdurchschnittliche Bedeutung.

 

Einsatzfähigkeit und Auftragserfüllung der Streitkräfte und die Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften stellen nicht prinzipiell konkurrierende Ziele dar. Sie bilden einen Rahmen, ein Spannungsfeld, in dem sich Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bewegen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.

 

Wie schaffen es die Soldaten und ihre Familien, dieses Spannungsfeld auszuhalten und zu gestalten? Wie schafft es die Bundeswehr, den Herausforderungen der Zeit (demographischer Wandel, Veränderung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft) zu begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber zukunftsorientiert weiterzuentwickeln? Vereinbarkeit von Familie und Dienst ist ein Thema, das uns alle angeht, als Vorgesetzte und als Betroffene. Die künstlerische Auseinandersetzung ist unter diesen Gesichtspunkten nicht nur eine äußerst spannende Angelegenheit, sondern auch eine Verpflichtung. Kunst kann neue Sichtweisen anbieten, und dafür können gerade die Kreativen in der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leisten.

11. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2012: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

 

Neben den Pressemeldungen zur Lage sind auch andere Medien gefragt. Ein Medium ist die Kunst. Die Kunst kann nichts verhindern, aber sie kann sensibilisieren. Die Kunst vermag mehrere Ebenen gleichzeitig anzusprechen und findet einen anderen Zugang zum Betrachter. Deshalb ist es wichtig, diesen Kunstwettbewerb der Bundeswehr öffentlich zu machen. Seit 1998 wird der Wettbewerb ausgetragen, vor allem seit 2008 hat er unter neuer Leitung spürbar an Dynamik und Rückhalt gewonnen. Und das trägt Früchte. Mit der ersten Wanderausstellung der Wettbewerbswerke im Jahr 2010 an insgesamt 10 Standorten wird das Kunstprojekt in allen Teilen der Bundeswehr zusehends populärer.

 

Es bewegt sich also nicht nur die Bundeswehr als Einrichtung, sondern natürlich auch die Teile des Ganzen. Und nur wer bewegt, bewegt etwas. Der Kunstwettbewerb zeigt ein anderes Bild, das wir von der Bundeswehr haben. Es zeigt den untrüglichen Blick derjenigen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, sei es im Ausland oder bei uns. Es ist auch kein Blick von Künstlern, sondern von betroffenen Menschen, die mit Intensität und sehr hoher Motivation Werke schaffen, die es wahrlich wert sind, öffentlich gezeigt zu werden. Von Jahr zu Jahr wird die künstlerische Qualität spürbar größer und einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vergangenen Wettbewerben haben sich bereits mit eigenen Werken einen Namen gemacht.

 

Das alles vermag Kunst. Sie bewegt. Nur wer bewegt, bewegt etwas. In diesem Sinne ist der Kunstwettbewerb der Bundeswehr unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes ein Beweger, ein Katalysator, ein Motivator. Die Veränderung? Der Anfang ist gemacht.

12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2014: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden. Bereits 2005 erwähnte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Rede zum 50. Jahrestag:

 

„Der Begriff ‚Parlamentsarmee‘ hat sich für diese enge Verbindung und Verantwortung längst allgemein durchgesetzt. Wir, der Deutsche Bundestag, wissen, dass wir uns auf diese Armee verlassen können. Und die Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, sollen wissen, dass sie sich auf dieses Parlament verlassen können.“ (26.10.2005)

 

Weltweit einmalig ist der Umfang, inwieweit der Bundestag Einfluss auf die Bundeswehr besitzt: Zustimmungsvorbehalt bei Bündnisverpflichtungen, Verankerung des Verteidigungsausschusses in der Verfassung, ein eigenes Amt mit Wehrbeauftragten. Weiterhin gilt das Budgetrecht, das bereits 1848 dem Parlament eine wichtige Kontrollfunktion über die Armee gegeben hat. Heute bestimmt das Recht den Umfang und die Fähigkeiten der Streitkräfte mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses und des zuständigen Haushaltsausschusses.

 

Aus all diesen Punkten wird deutlich, dass die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr in erster Linie vom Bundestag mitgesteuert werden, der sich aus den gewählten Vertreter der Bürger zusammensetzt. Insofern bekommt der Begriff für Soldaten „Staatsbürger in Uniform“ als Leitbild der Inneren Führung der Bundeswehr eine weitreichende Bedeutung. Die einsatzorientierte Bundeswehr wurde im Mai 2013 zu einem vorrangigen Ziel in der Neuausrichtung der Bundeswehr. Zurzeit sind rund 6000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz von insgesamt 185000 sowie 55000 Zivilbeschäftigte.

 

Im Einsatz für Deutschland… bedeutet nicht nur der Einsatz im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst z.B. als Unterstützung bei Flutkatastrophen. Besonders bei solchen Katastrophen wird klar, dass die Bundeswehr ein Teil der Bevölkerung darstellt mit realen Menschen, die helfen. Der Blick ins Ausland und den damit verbundenen Herausforderungen sind für den Einzelnen der Bevölkerung schwer nachvollziehbar – und doch sind die Auswirkungen umso mehr erkennbar. Umso entscheidender ist es, humanitäre Einsätze innerhalb Deutschlands zuzulassen und zu fördern.

 

Es ist wichtig, die Bundeswehr nicht nur als militärische Einheit zu sehen, sondern als eine Gruppe von Menschen, die genauso als Bevölkerung in Deutschland leben wie diejenigen, die nicht bei der Bundeswehr sind. Spätestens als Reservisten und Veteranen sind ehemalige Bundeswehrangehörige fester Bestandteil der Bevölkerung und verdienen den gleichen Respekt wie andere Berufsgruppen auch.
Dann zeigt sich, ob wir als Gesellschaft in der Lage sind, mit dem Einsatz für Deutschland umzugehen. Das ist auch ein demokratischer Grundgedanke, der mitunter zu kurz kommt. Unverständnis ist die Folge und Desinteresse für die Probleme, die zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten mit seelischer Verwundung im Einsatz zu überwinden haben.

 

»Im Einsatz für Deutschland …« ist auch der Beginn eines Satzes, einer Erinnerung, einer Zukunft. Wie würden Sie den Satz vollenden? Sehen Sie zurück oder nach vorne? Was ist Ihre Geschichte? Was würden Sie sich wünschen, wie der Satz weitergeht?

13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2016: Akzeptiert. Integriert. Respektiert

Auftrag der Bundeswehr ist nicht nur die Verteidigung des Landes sowie Hilfe bei Katastrophen im Inland, sondern auch die Beteiligung an überstaatlichen Bündnissen. Das klingt einfach und ist doch sehr komplex. Die Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz für Deutschland auch im Ausland daheim, aber ihr Zuhause ist Deutschland.

 

Was bedeutet dann Zuhause, wenn der Einsatz sechs Monate dauert, getrennt von der Familie, den Angehörigen und Freunden? Wo definiert sich Heimat, wenn die Kommunikation nur über Video, E-Mail, Telefon oder Brief funktioniert? Was bedeutet Heimat, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz eine Art eigene Familie bilden?

 

Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz, Familie und Kulturunterschieden. Besonders zu Hause in Deutschland sind viele Bundeswehrangehörige noch nicht selbstverständlich akzeptiert. Das gilt nicht nur für Einsatzrückkehrerinnen und -rückkehrer.

 

Für den Auftrag, den das Parlament der Bundeswehr gibt, ist es zukünftig entscheidend von Bedeutung, wie und auf welche Weise mit den Anforderungen umgegangen wird. Damit ist zum einen die Einsatzsituation gemeint, zum anderen das Verständnis für die Bundeswehr im eigenen Land. Hier ist noch viel Vermittlungsarbeit zu leisten, damit die Bundeswehr und ihre Angehörigen uneingeschränkt und vorbehaltlos als Teil unseres Landes akzeptiert werden. Im Verteidigungsfall sind sie es, die uns schützen und im Einsatz vielfältige Opfer bringen. Und das verdient jeden Respekt.

 

Die Anfangsbuchstaben des Themas »Akzeptiert. Integriert. Respektiert.« ergeben das Wort „AIR“ (engl.: Luft). So wie wir die Luft zum Atmen brauchen, brauchen wir diesen Dreiklang für ein harmonisches Miteinander in der Welt und Zuhause. Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Die Welt kann das nicht ersetzen, nur ergänzen.

 

Zeigen Sie uns, wie das aussieht. Zeigen Sie uns, wie Sie dies im Alltag und im Einsatz erleben. Zeigen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen können.

14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2018: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

 

»Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut« (Goethe). Eine Verbindung des Ausspruchs mit den genannten Eigenschaften zeigt, wie die Bundeswehr und die Bundeswehrangehörigen MUT beweisen. Denn das Große, das über allem steht, ist der Charakter. Der Charakter der einzelnen Soldatin und des Soldaten, aber auch der Charakter der Bundeswehr. MUT zu haben zeigt sich nicht in der Überwindung von ausweglosen Situationen, sondern im Einstehen für andere, im Widersetzen gegen Ungerechtigkeit, im Standpunkt vertreten. Das zeigt sich auch in den parlamentarischen Debatten, welche Funktion die Bundeswehr übernimmt, welche Einsätze genehmigt werden. Es geht darum, dass darüber diskutiert wird. Dies ist ein Geschenk, ein hohes Gut, das Deutschland auszeichnet.

 

Wo sehen Sie MUT in Ihrem Berufsalltag? Wo begegnen Ihnen Menschen, die MUT zeigen? Wie haben Sie schon einmal MUT bewiesen in Ihrem Beruf? Seien Sie Teil des Kunstwettbewerbs und geben dem Einzelnen einen Namen. Seien Sie mutig und machen Sie mit. Der Kunstwettbewerb der Bundeswehr beweist seit vielen Jahren, wie wichtig es ist, sich auszudrücken, eine Position zu beziehen, anderen die eigene Situation zu schildern. Es ist ein Gewinn für alle.

 

MUT ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Haltung. Und es ist ein Handeln. Jetzt.

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

 

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

 

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

 

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.