12. Kunstwettbewerb 2014
Thema: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden.

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Grafik: Artvertisement

Hier befinden Sie sich:

<strong>Perspektive</strong><br>Acryl auf Leinwand. 30 x 30 cm
1. Platz
Ann Kocakaya
Perspektive
Acryl auf Leinwand. 30 x 30 cm

Info
<strong>Trall</strong><br>Lack auf Holz. 80 x 65 cm
2. Platz
Norman Spies
Trall
Lack auf Holz. 80 x 65 cm

Info
<strong>Vertrauen</strong><br>Graphitzeichnung. 49 x 44 cm
3. Platz
Miriam Finzel
Vertrauen
Graphitzeichnung. 49 x 44 cm

Info
<strong>Augenblick</strong><br>Acryl auf Leinwand. 100 x 160 cm
4. Platz
Andreas Aschenbrenner
Augenblick
Acryl auf Leinwand. 100 x 160 cm

Info
<strong>Der Einsatz zu Hause</strong><br>Fotografie. 30 x 20 cm
5. Platz
Denis Nagel
Der Einsatz zu Hause
Fotografie. 30 x 20 cm

Info
<strong>Schau genauer hin!</strong><br>Acryl auf Leinwand. 60 x 80 cm
5. Platz
Sarah Magroun
Schau genauer hin!
Acryl auf Leinwand. 60 x 80 cm

Info
<strong>Dazwischen</strong><br>Bleistift und farbiges Wasser auf Papier. 81 x 42 cm
5. Platz
Jiahai Ni
Dazwischen
Bleistift und farbiges Wasser auf Papier. 81 x 42 cm

Info
<strong>Es geht nur gemeinsam</strong><br>Acryl auf Leinwand. 60 x 50 cm
5. Platz
Dagmar Ronczka
Es geht nur gemeinsam
Acryl auf Leinwand. 60 x 50 cm

Info
<strong>Ent-Weder-Oder</strong><br>Etiketten und Digitalfotografie bearbeitet auf Holz  sowie ein Sandsack mit Chipkarten. 165 x 90 cm
5. Platz
Ralf Illauer
Ent-Weder-Oder
Etiketten und Digitalfotografie bearbeitet auf Holz sowie ein Sandsack mit Chipkarten. 165 x 90 cm

Info
<strong>Gemeinsam stark</strong><br>Acryl auf Leinwand. 60 x 80 cm
Familienpreis
Johann und Birgit Schwarz
Gemeinsam stark
Acryl auf Leinwand. 60 x 80 cm

Info
<strong>Im Einsatz für Deutschland</strong><br>Digitalzeichnung mit interaktiven Elementen als QR-Codes und vier Cyberbilder. 21 x 29 cm
Sonderpreis der Jury
Oliver Marcus Kaptein
Im Einsatz für Deutschland
Digitalzeichnung mit interaktiven Elementen als QR-Codes und vier Cyberbilder. 21 x 29 cm

Info
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Beschreibung der Künstlerin:

Mein Bild kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Ich wollte einen Soldaten auf afghanischen Boden zeigen, vielleicht nicht einmal in Afghanistan, aber auf jeden Fall im Einsatz. Im Mittelgrund also eine typische Szene aus einem Einsatzland, einige Einwohner, ein Kamel. Am Horizont im Hintergrund ist die Skyline von Berlin.

Vielleicht, weil der Kamerad an zu Hause denkt; das wäre die einfachste Erklärung. Vielleicht aber auch, weil beide Szenen eng miteinander verwoben sind, schließlich sollen wir ja »die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch« verteidigen. Wenn man wie ich viel in Berlin ist, kann man aber auch das Gefühl bekommen, dass die beiden Welten auf dem Bild verschmelzen.

Im Rücken hat der Kamerad den Bundestag. Das Bild ist in schwarz-weiß, um die Eintönigkeit des Alltags im Einsatz zu betonen und um die Konturen zwischen den beiden Welten verschwimmen zu lassen. Das ist allerdings nur eine Sicht der Dinge. Es gibt weit mehr Wege, das Bild zu verstehen und das ist Absicht.

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Beschreibung des Künstlers:

Das Bild ist in MeS entstanden, mit den Mitteln, die mir »dienstlich« dort zur Verfügung standen. Es soll die große Einsatzbereitschaft der Trans-All C160 widerspiegeln, die weltweit im Einsatz ist, ob als MediVec oder Transportunterstützung.

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Beschreibung der Künstlerin:

Wem kann ich vertrauen?

Meine persönliche Antwort darauf lautet: »meinem ehemaligen Diensthund«. »Der Diensthund und der Soldat«, ein
unzertrennliches Team. Gemeinsam in den »Einsatz für Deutschland« zu ziehen. Sie vertrauen sich gegenseitig und geben immer nur das Beste. Es ist unbezahlbar, in jeder Situation einen an seiner Seite zu haben, der alles für seinen besten Freund gibt. Vieles verändert sich, doch der Soldat bleibt mit seinem Hund unzertrennlich. Sie teilen Freude und Leid
und sind somit verbunden bis in die Ewigkeit Vieles unserer Erlebnisse, ob positiv ob negativ, sie rücken in die Ferne wie auf meinem Bild die Berge.

Vergessen sollen oder werden wir nie, doch nach vorne zu blicken, ist des Soldaten neues Ziel. Wohin wir auch gehen, wir sind nicht allein. Jeder hat einen Freund, auf zwei oder vier Beinen.

Alles andere, was du auf dem Bild siehst, da entscheide du, welchen Wert du ihm gibst. Für mich bedeutet »im Einsatz für Deutschland« nicht nur Belastungen in Kauf zu nehmen, sondern auch die Kameradschaft/ Freundschaft erleben zu dürfen.

Leider kam es nicht dazu, dass mein Diensthund und ich gemeinsam in den Auslandseinsatz gingen, da er leider schwer erkrankte und nicht mehr dienstfähig war.

Aber so wie in dem Bild hätte ich es mir gewünscht.

 

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Beschreibung des Künstlers:

Rote Mohnblumen als Erinnerung an Soldaten, die während des Einsatzes gefallen/ gestorben sind.

Risse als nach dem Einsatz hinterlassene Narben auf Körper und Seele. Zifferblatt im Boden als Symbol für die Zeit, die Soldaten im Einsatzland hinterlassen haben.

Zerbröckelndes Ziffernblatt/ die Zeiger (kurz vor zwölf) als bald endende Mission. Tropfen auf den Zeigern als Symbol für die verflossene Zeit, in der Blut und Tränen geflossen sind.

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Beschreibung des Künstlers:

Im Einsatz für Deutschland sind nicht nur Soldaten! Mit diesem Motto entschied ich mich, an dem 12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr teilzunehmen. Denn wo sich die Soldaten in eine wortwörtlich »andere Welt« hineinbegeben, müssen Familien sowie Angehörige, neben ihren Ängsten und Sehnsüchten, die hinterlassene Lücke des täglichen Trotts in der Heimat schließen.

Insbesondere trifft dies meiner Meinung nach die Mütter und Väter, deren Partner sich im Einsatz befinden. Ob Putzen, Waschen, Rasenmähen, Amtsgänge oder Kinderbetreuung – all die Dinge lasten nun auf einem Einzelnen. Die damit auf einmal entstandene Mehrbelastung erfordert nicht zu selten Höchstleistungen, Ausdauer und starken Willen.

Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt und möchte mich hiermit bei meiner Verlobten bedanken, die während meiner ISAF-Einsätze Zuhause alles bestens im Griff hatte und mir den Rücken freihielt.

 

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Beschreibung der Künstlerin:

Meine Arbeit soll die Hilfsbereitschaft der Bundeswehr darstellen, da die außenstehenden Menschen dies nicht sehen und nur den negativen Schlagzeilen Glauben schenken.

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Beschreibung des Künstlers:

Wind aus Osten, weht nach Westen
zum Diener dazwischen, an Erkennung erkannt
senkrecht aufrecht, mit Marken beklebt
verrenkend vor dem Mast, freier Blick geradeaus

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Beschreibung der Künstlerin:

Meine derzeitige Tätigkeit im Regionalen Planungs- und Unterstützungstrupp Leipzig des Landeskommandos Sachsen erlaubt mir einen tieferen Einblick in die Arbeit der Reservisten in Notlagen und bei Katastrophen. Da wird jede Unterstützung gebraucht. Gute Vorbereitung und die enge Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und Einrichtungen sind Voraussetzung für die Bewältigung dieser schwierigen Aufgaben. Mit Personal, Material und auch beratend stehen sie zivilen Institutionen wie dem Technischen Hilfswerk als auch der Feuerwehr hilfreich zu Seite.

So auch beim Hochwasser im Juni 2013, wo tagelange Regenfälle schwere Überflutungen verursachten. Einzelne Ortschaften wurden komplett überflutet, viele Menschen verloren ihr Zuhause. ln erster Linie galt es, den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen. Angst, Verzweiflung aber auch Dankbarkeit und Hoffnung lagen dicht beieinander. Ob mit schwerem Gerät oder den Händen, die Helfer haben alles getan, um das Wasser aufzuhalten.

Mein Bild soll ein Dankeschön sein an die vielen fleißigen Helfer, die in diesem Kampf gegen die Fluten großes geleistet und gezeigt haben, dass man solch eine große Herausforderung nur gemeinsam bewältigen kann.

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Beschreibung des Künstlers:

Für die Bundeswehr gilt der Vorrang des demokratisch legitimierten politischen Willens, der Primat der Politik. Die Prinzipien und Interessen deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik werden durch die dazu bestimmten Verfassungsorgane vorgegeben. Die Sicherheitspolitik Deutschlands wird von den Werten und Normen des Grundgesetzes und von dem Ziel geleitet, die Interessen unseres Landes zu wahren. Die Grundrechte binden die Angehörigen der Bundeswehr an jedem Ort und zu jeder Zeit.

Deshalb sind alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr »Staatsbürger in Uniform«. Sie sind den Werten und Normen des Grundgesetzes in besonderer Weise verpflichtet. Sie haben der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Soldaten und Soldatinnen sind dien-mutig, in der alten Bedeutung von demütig.

Sie haben Mut zu dienen.

Ihr militärischer Dienst schließt den Einsatz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens mit ein und verlangt in letzter Konsequenz, im Kampf auch zu töten. Der Dienst in der Bundeswehr stellt deshalb hohe Anforderungen an die Persönlichkeit der Soldatinnen und Soldaten. Sie treffen vor allem im Einsatz Gewissensentscheidungen, die ihre ethische Bindung in den Grundwerten finden.

Die Bundeswehr kann ihren Auftrag dann am besten erfüllen, wenn sich ihre Angehörigen auf die Anerkennung ihres Dienstes durch das ganze Volk stützen können. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund der Einsatzrealität von Streitkräften und ihren äußersten Folgen: Tod und Verwundung. Die Bundeswehr wird den kontinuierlichen Austausch mit der Gesellschaft pflegen, ein breites sicherheitspolitisches Verständnis fördern und Präsenz im öffentlichen Raum sicherstellen.Die Soldaten der Bundeswehr werden ihr berufliches Selbstverständnis im Einsatz für unsere Sicherheit und den Schutz unserer Bürger umso besser annehmen und erfüllen, je aufgeschlossener und verständnisvoller die deutsche Gesellschaft die Besonderheiten des soldatischen Dienens und den Beitrag der Streitkräfte insgesamt für Deutschland anerkennt und würdigt.

Anerkennung und Würdigung findet die Bundeswehr im Parlament. Der Primat der Politik ist nicht nur ein Privileg, sondern auch Verpflichtung aller Mitglieder und Fraktionen des Deutschen Bundestages sowie auch des Bundesrates. Alle Entscheidungen, seien es Zustimmungen, Ablehnungen oder auch Enthaltungen sind bewusste Entscheidungen der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Sie zeigen es bei der Abgabe ihrer Stimmkarten. Jedes Abgeben der blauen,
roten oder weißen Stimmkarten ist ein klares und eindeutiges Votum. Unzweifelhaft. Verbindlich. Bekennend.

Ent • Weder • Oder.
Bei allen Entscheidungen wie z.B. über Bundeswehreinsätze im ln- und Ausland, sollten aber nie diejenigen vergessen werden, um die es letztendlich geht: die Menschen in der Bundeswehr. Weitreichende Entscheidungen im Parlament haben oftmals auch unmittelbare Auswirkungen auf die Familien und die Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Tod und physische oder psychische Verwundung verändern ganze Familien, plötzlich, schlagartig und unvorbereitet. Aber auch alle Entscheidungen im Rahmen von Attraktivität, Fürsorge und Betreuung haben Auswirkungen auf das familiäre Umfeld der Bundeswehrangehörigen.

Deswegen stelle ich in meinem Bild den Menschen, den Staatsbürger in Uniform, in die Mitte. ln die Mitte der Entscheidungen des Parlamentes. Und er trägt den Primat der Politik symbolisch auf dem Kopf. Dieser Helm gibt ihm die Aufträge. Der Helm schützt ihn aber auch. Und er sorgt sich um seine Familie.

Ent - Weder - Oder.
Könnte aber auch die Kurzform sein von Ent-Scheidung. Weder-Krieger. Oder-Held. Der originale Sandsack aus dem Oderflut-Einsatz 1997 soll dieses symbolisieren.

Entscheiden:
Entscheiden können nur »Politiker«, nicht Soldaten und Soldatinnen. Oder auch »die Gesellschaft«? Oder auch »wir«?

Weder Krieger:
»Krieg«? Nein, »kriegsähnliche Verhältnisse« oder »bewaffneter Konflikt« oder »Friedenseinsatz«? Worte, Begriffe, die alles oder nichts regeln. Begriffe die helfen, schützen oder Rechte versagen. »Gefechte« werden mit Orden gewürdigt. Aber Krieger, Kämpfer, Helden? Kommen eigentlich Helden aus Auslandseinsätzen zurück? Oder werden nur Tote und Verwundete zu Helden? Wer macht sie dazu? »Politiker«? Oder »die Gesellschaft«? Oder »wir«?

Oder-Held:
Helden gab es im Oder-Einsatz. »Unsere Oderhelden!« Wer machte sie aber dazu? »Politiker« oder »die Gesellschaft«? Oder »wir«?

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Beschreibung der Künstler|innen:

Gemeinsam stark... im Einsatz für Deutschland.

Der Bund mit dem Bund - kann manchmal genauso stark sein wie der Bund in Ehe und Familie.

An der Seilschaft gesichert und verankert. Nur miteinander schaffen wir das!

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Beschreibung des Künstlers:

Wir, die Bundeswehr, sind immer im Einsatz, ob im Inland oder im Ausland, vom Oderbruch bis Hindukusch. In der öffentlichen Wahrnehmung durch das Eiserne Kreuz gekennzeichnet. Im Wandel der Zeit modifiziert, aber hier in der aktuellen Form vorliegend.

Die Grafik zeigt das Eiserne Kreuz der Bundeswehr, jedoch ist die farbliche Füllung nicht in den typischen Blau- und Grautönen angelegt, oder im klassischen schwarz/weiß, sondern in einem QR-Code-Füllmuster.

Der QR-Code als Füllmuster fungiert optisch nicht nur als Brücke zwischen Tradition und Innovation, sondern füllt die Grafik auch mit Leben und verdeutlicht den Bezug zum Titel »Im Einsatz für Deutschland«.

Die Vielschichtigkeit der Grafik erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick, sondern interaktiv. Der Betrachter wird aufgefordert, sich mit einzubringen, mit der Grafik zu arbeiten um alle Facetten des Bildes zu erfassen. Hierzu ist es erforderlich, dass er über ein Smartphone oder Tablett verfügt, auf dem eine QR-Code Scannerapp installiert ist. Ein entsprechendes Gerät ist dieses Mal nicht beigefügt und der Betrachter ist auf eigene Technik angewiesen.

Bei der Interaktion mit der Grafik wird der Betrachter feststellen, dass der Haupt-Code in der Füllung den Text der dritten Strophe im Deutschlandlied wiedergibt. Werte, die die Bundeswehr verteidigt und für die sie einsteht, ein Teil des Fundamentes unserer gesellschaftlichen Ordnung.

Darüber hinaus beinhaltet die Grafik vier weitere QR-Codes, die einen kleinen Einblick in die Einsätze der Bundeswehr geben. Hier wird der Betrachter auf eine Internetseite geführt, auf der die Bilder hinterlegt sind. Diese Bilder wurden im Cyberart-Stil erstellt. Bilder, Fotografien, Zeichnungen und Scans sind zu vier digitalen Bildern verschmolzen, die den Titel der Grafik unterstreichen.

Bei den vier verschiedenen Cyberart-Bildern handelt es sich um eine ABC-Übung, eine Kartenübersicht von Einsatzgebieten und zwei spezielle Auslandseinsätzen, KFOR und ISAF.Diese Bilder sprechen für sich, wobei hier noch zu erwähnen ist, dass das KFOR Bild im Hintergrund die Noten von »Sag mir wo die Blumen sind« beinhaltet. Ein Krieg, der schon eine geraume Zeit zurückliegt und aus dem öffentlichen Focus verschwunden ist, aber immer noch die Anwesenheit internationaler Truppen, unter anderem auch der Bundeswehr, erfordert.

10. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2010: Dienst – Familie – Partnerschaft

Der Auftrag der Bundeswehr fordert von den Soldaten und Soldatinnen hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität, Flexibilität und Lernbereitschaft. Die Anforderungen, die dabei an sie und ihre Familien gestellt werden, sind in der Regel belastender als die Anforderungen an Beschäftigte anderer Berufsgruppen.

 

Einsätze der Bundeswehr im Ausland, eine hohe Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort können mitunter für Familien und Partnerschaften eine besondere Belastung darstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn auf Grund dieser Situation der Partner zu Hause gezwungen ist, sich allein um die Kinder, den Haushalt und die anderen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu kümmern.

 

Familien und Partnerschaften sind Kraftquelle und Rückhalt der Soldaten und Soldatinnen. Daher hat die Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowohl im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen als auch infolge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung für ihre individuelle Lebensgestaltung einen hohen Stellenwert.

 

Die Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten einer höheren Eigenständigkeit gewandelt. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein allgemein anerkanntes gesellschaftliches Ziel. Darüber hinaus zeigt der gesellschaftliche Wandel zentraler Lebensinteressen, dass neben Beruf, Einkommen und Karriere gleichzeitig und gleichwertig Familie, Freizeit und Freundeskreis treten. Damit gewinnt die Familie als Lebensmittel- und Ankerpunkt auch für Soldaten und Soldatinnen überdurchschnittliche Bedeutung.

 

Einsatzfähigkeit und Auftragserfüllung der Streitkräfte und die Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften stellen nicht prinzipiell konkurrierende Ziele dar. Sie bilden einen Rahmen, ein Spannungsfeld, in dem sich Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bewegen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.

 

Wie schaffen es die Soldaten und ihre Familien, dieses Spannungsfeld auszuhalten und zu gestalten? Wie schafft es die Bundeswehr, den Herausforderungen der Zeit (demographischer Wandel, Veränderung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft) zu begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber zukunftsorientiert weiterzuentwickeln? Vereinbarkeit von Familie und Dienst ist ein Thema, das uns alle angeht, als Vorgesetzte und als Betroffene. Die künstlerische Auseinandersetzung ist unter diesen Gesichtspunkten nicht nur eine äußerst spannende Angelegenheit, sondern auch eine Verpflichtung. Kunst kann neue Sichtweisen anbieten, und dafür können gerade die Kreativen in der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leisten.

11. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2012: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

 

Neben den Pressemeldungen zur Lage sind auch andere Medien gefragt. Ein Medium ist die Kunst. Die Kunst kann nichts verhindern, aber sie kann sensibilisieren. Die Kunst vermag mehrere Ebenen gleichzeitig anzusprechen und findet einen anderen Zugang zum Betrachter. Deshalb ist es wichtig, diesen Kunstwettbewerb der Bundeswehr öffentlich zu machen. Seit 1998 wird der Wettbewerb ausgetragen, vor allem seit 2008 hat er unter neuer Leitung spürbar an Dynamik und Rückhalt gewonnen. Und das trägt Früchte. Mit der ersten Wanderausstellung der Wettbewerbswerke im Jahr 2010 an insgesamt 10 Standorten wird das Kunstprojekt in allen Teilen der Bundeswehr zusehends populärer.

 

Es bewegt sich also nicht nur die Bundeswehr als Einrichtung, sondern natürlich auch die Teile des Ganzen. Und nur wer bewegt, bewegt etwas. Der Kunstwettbewerb zeigt ein anderes Bild, das wir von der Bundeswehr haben. Es zeigt den untrüglichen Blick derjenigen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, sei es im Ausland oder bei uns. Es ist auch kein Blick von Künstlern, sondern von betroffenen Menschen, die mit Intensität und sehr hoher Motivation Werke schaffen, die es wahrlich wert sind, öffentlich gezeigt zu werden. Von Jahr zu Jahr wird die künstlerische Qualität spürbar größer und einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vergangenen Wettbewerben haben sich bereits mit eigenen Werken einen Namen gemacht.

 

Das alles vermag Kunst. Sie bewegt. Nur wer bewegt, bewegt etwas. In diesem Sinne ist der Kunstwettbewerb der Bundeswehr unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes ein Beweger, ein Katalysator, ein Motivator. Die Veränderung? Der Anfang ist gemacht.

12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2014: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden. Bereits 2005 erwähnte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Rede zum 50. Jahrestag:

 

„Der Begriff ‚Parlamentsarmee‘ hat sich für diese enge Verbindung und Verantwortung längst allgemein durchgesetzt. Wir, der Deutsche Bundestag, wissen, dass wir uns auf diese Armee verlassen können. Und die Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, sollen wissen, dass sie sich auf dieses Parlament verlassen können.“ (26.10.2005)

 

Weltweit einmalig ist der Umfang, inwieweit der Bundestag Einfluss auf die Bundeswehr besitzt: Zustimmungsvorbehalt bei Bündnisverpflichtungen, Verankerung des Verteidigungsausschusses in der Verfassung, ein eigenes Amt mit Wehrbeauftragten. Weiterhin gilt das Budgetrecht, das bereits 1848 dem Parlament eine wichtige Kontrollfunktion über die Armee gegeben hat. Heute bestimmt das Recht den Umfang und die Fähigkeiten der Streitkräfte mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses und des zuständigen Haushaltsausschusses.

 

Aus all diesen Punkten wird deutlich, dass die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr in erster Linie vom Bundestag mitgesteuert werden, der sich aus den gewählten Vertreter der Bürger zusammensetzt. Insofern bekommt der Begriff für Soldaten „Staatsbürger in Uniform“ als Leitbild der Inneren Führung der Bundeswehr eine weitreichende Bedeutung. Die einsatzorientierte Bundeswehr wurde im Mai 2013 zu einem vorrangigen Ziel in der Neuausrichtung der Bundeswehr. Zurzeit sind rund 6000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz von insgesamt 185000 sowie 55000 Zivilbeschäftigte.

 

Im Einsatz für Deutschland… bedeutet nicht nur der Einsatz im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst z.B. als Unterstützung bei Flutkatastrophen. Besonders bei solchen Katastrophen wird klar, dass die Bundeswehr ein Teil der Bevölkerung darstellt mit realen Menschen, die helfen. Der Blick ins Ausland und den damit verbundenen Herausforderungen sind für den Einzelnen der Bevölkerung schwer nachvollziehbar – und doch sind die Auswirkungen umso mehr erkennbar. Umso entscheidender ist es, humanitäre Einsätze innerhalb Deutschlands zuzulassen und zu fördern.

 

Es ist wichtig, die Bundeswehr nicht nur als militärische Einheit zu sehen, sondern als eine Gruppe von Menschen, die genauso als Bevölkerung in Deutschland leben wie diejenigen, die nicht bei der Bundeswehr sind. Spätestens als Reservisten und Veteranen sind ehemalige Bundeswehrangehörige fester Bestandteil der Bevölkerung und verdienen den gleichen Respekt wie andere Berufsgruppen auch.
Dann zeigt sich, ob wir als Gesellschaft in der Lage sind, mit dem Einsatz für Deutschland umzugehen. Das ist auch ein demokratischer Grundgedanke, der mitunter zu kurz kommt. Unverständnis ist die Folge und Desinteresse für die Probleme, die zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten mit seelischer Verwundung im Einsatz zu überwinden haben.

 

»Im Einsatz für Deutschland …« ist auch der Beginn eines Satzes, einer Erinnerung, einer Zukunft. Wie würden Sie den Satz vollenden? Sehen Sie zurück oder nach vorne? Was ist Ihre Geschichte? Was würden Sie sich wünschen, wie der Satz weitergeht?

13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2016: Akzeptiert. Integriert. Respektiert

Auftrag der Bundeswehr ist nicht nur die Verteidigung des Landes sowie Hilfe bei Katastrophen im Inland, sondern auch die Beteiligung an überstaatlichen Bündnissen. Das klingt einfach und ist doch sehr komplex. Die Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz für Deutschland auch im Ausland daheim, aber ihr Zuhause ist Deutschland.

 

Was bedeutet dann Zuhause, wenn der Einsatz sechs Monate dauert, getrennt von der Familie, den Angehörigen und Freunden? Wo definiert sich Heimat, wenn die Kommunikation nur über Video, E-Mail, Telefon oder Brief funktioniert? Was bedeutet Heimat, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz eine Art eigene Familie bilden?

 

Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz, Familie und Kulturunterschieden. Besonders zu Hause in Deutschland sind viele Bundeswehrangehörige noch nicht selbstverständlich akzeptiert. Das gilt nicht nur für Einsatzrückkehrerinnen und -rückkehrer.

 

Für den Auftrag, den das Parlament der Bundeswehr gibt, ist es zukünftig entscheidend von Bedeutung, wie und auf welche Weise mit den Anforderungen umgegangen wird. Damit ist zum einen die Einsatzsituation gemeint, zum anderen das Verständnis für die Bundeswehr im eigenen Land. Hier ist noch viel Vermittlungsarbeit zu leisten, damit die Bundeswehr und ihre Angehörigen uneingeschränkt und vorbehaltlos als Teil unseres Landes akzeptiert werden. Im Verteidigungsfall sind sie es, die uns schützen und im Einsatz vielfältige Opfer bringen. Und das verdient jeden Respekt.

 

Die Anfangsbuchstaben des Themas »Akzeptiert. Integriert. Respektiert.« ergeben das Wort „AIR“ (engl.: Luft). So wie wir die Luft zum Atmen brauchen, brauchen wir diesen Dreiklang für ein harmonisches Miteinander in der Welt und Zuhause. Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Die Welt kann das nicht ersetzen, nur ergänzen.

 

Zeigen Sie uns, wie das aussieht. Zeigen Sie uns, wie Sie dies im Alltag und im Einsatz erleben. Zeigen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen können.

14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2018: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

 

»Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut« (Goethe). Eine Verbindung des Ausspruchs mit den genannten Eigenschaften zeigt, wie die Bundeswehr und die Bundeswehrangehörigen MUT beweisen. Denn das Große, das über allem steht, ist der Charakter. Der Charakter der einzelnen Soldatin und des Soldaten, aber auch der Charakter der Bundeswehr. MUT zu haben zeigt sich nicht in der Überwindung von ausweglosen Situationen, sondern im Einstehen für andere, im Widersetzen gegen Ungerechtigkeit, im Standpunkt vertreten. Das zeigt sich auch in den parlamentarischen Debatten, welche Funktion die Bundeswehr übernimmt, welche Einsätze genehmigt werden. Es geht darum, dass darüber diskutiert wird. Dies ist ein Geschenk, ein hohes Gut, das Deutschland auszeichnet.

 

Wo sehen Sie MUT in Ihrem Berufsalltag? Wo begegnen Ihnen Menschen, die MUT zeigen? Wie haben Sie schon einmal MUT bewiesen in Ihrem Beruf? Seien Sie Teil des Kunstwettbewerbs und geben dem Einzelnen einen Namen. Seien Sie mutig und machen Sie mit. Der Kunstwettbewerb der Bundeswehr beweist seit vielen Jahren, wie wichtig es ist, sich auszudrücken, eine Position zu beziehen, anderen die eigene Situation zu schildern. Es ist ein Gewinn für alle.

 

MUT ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Haltung. Und es ist ein Handeln. Jetzt.

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

 

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

 

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

 

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.