14. Kunstwettbewerb 2018
Thema: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

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PDF (reduziert): Katalog | Faltblatt | Plakat
Grafik: Artvertisement

Hier befinden Sie sich:

<strong>Was der Mensch sät…</strong><br>Acryl auf Holz. Spiegel. 100 x 60 cm<br>(zweiteilig: 60 x 60 cm, 40 x 60 cm)
1. Platz
Manuela Dreher
Was der Mensch sät…
Acryl auf Holz. Spiegel. 100 x 60 cm
(zweiteilig: 60 x 60 cm, 40 x 60 cm)

Info
<strong>Am Anfang ist es Mut, dann eine Einstellung</strong><br>Fotografie auf Leinwand. Digitale Bearbeitung. 60 x 90 cm
2. Platz
Sandy Marchewka
Am Anfang ist es Mut, dann eine Einstellung
Fotografie auf Leinwand. Digitale Bearbeitung. 60 x 90 cm

Info
<strong>Mut</strong><br>Songwriting. 4:28 Minuten
3. Platz
Nils Felber
Mut
Songwriting. 4:28 Minuten

Info
<strong>Sophia</strong><br>Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm
4. Platz
Enrico Frenzel
Sophia
Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm

Info
<strong>Was der Morgen bringt</strong><br>Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm
5. Platz
Ann Kocakaya
Was der Morgen bringt
Acryl auf Leinwand. 90 x 90 cm

Info
<strong>höchstes Gut</strong><br>Mischtechnik auf Leinwand. 80 x 100 cm
5. Platz
Franz Feigl
höchstes Gut
Mischtechnik auf Leinwand. 80 x 100 cm

Info
<strong>Beflügelt.</strong><br>Farbstiftzeichnung. 60 x 50 cm
5. Platz
Cornelia Vonderlind
Beflügelt.
Farbstiftzeichnung. 60 x 50 cm

Info
<strong> Meer Mut </strong><br>Audio Performance. 4:30 Minuten
5. Platz
Oliver Sakins & Veronica Scholz
Meer Mut
Audio Performance. 4:30 Minuten

Info
<strong> Mut – Miteinander Unerschrocken Tapfer.</strong><br>Malerei auf Leinwand. 100 x 100 cm <br />(gesamt vierteilig verbunden)
Familienpreis
Thomas Gebhardt & Familie
Mut – Miteinander Unerschrocken Tapfer.
Malerei auf Leinwand. 100 x 100 cm
(gesamt vierteilig verbunden)

Info
<strong> Mut hat Persönlichkeit.</strong><br>Malerei auf Leinwand. 80 x 100 cm
Sonderpreis der Jury
Friedemann Schmidt & Familie
Mut hat Persönlichkeit.
Malerei auf Leinwand. 80 x 100 cm

Info
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Beschreibung der Künstlerin:

Habe ich den Mut, mir selber, anderen und der Welt zu begegnen?

Mut trägt jeder in sich, in welcher Form auch immer. Mut zuzulassen ist eine Frage der eigenen Einstellung, der eigenen Persönlichkeit und des Selbstvertrauens. Kann ich mir Fehler eingestehen, Schwächen und menschliche Eigenschaften zeigen?

Unsere größte Herausforderung und Aufgabe muss es sein, unseren Kindern durch Leben, Erleben und Vorleben Werte an die Hand zu geben. Unser Mut beeinflusst maßgeblich unsere Gesellschaft und unsere Kinder gestalten die Welt von Morgen.

JURYBEGRÜNDUNG

Eine ruhige Arbeit. Eine nachdenkliche Arbeit. Es geht hier nicht darum, Gefahren aufzuzeigen, Mut herauszustellen als etwas Heroisches, als etwas, was jeder Mensch haben muss. Es geht hier auch nicht darum, auf Schicksalsschläge hinzuweisen oder Situationen zu beschreiben, in denen die Bundeswehrangehörigen jeden Tag Mut beweisen. All das wäre schon ein guter Grund, die Arbeit positiv zu beurteilen und zu prämieren. Was diese Arbeit jedoch auszeichnet, ist die Art, warum Mut überhaupt lebenswichtig ist. Die Darstellung könnte klarer nicht sein.

Links ein Kindergesicht mit 13 Wortverbindungen mit »Mut« und rechts eine Fläche mit Spiegel, Marke, Foto, Zeichen. Die Innenseite einer Spindtür. Die 13 Begriffe sind eine großartige Auswahl von über 150 Verbindungen mit »Mut« und keinesfalls beliebig. Denn hier geht es um nicht weniger als den Menschen und seine Einstellung zum Leben. Wie will ich leben und warum will ich das? Die Spindtür, die immer dann gesehen wird, wenn persönliche Dinge herausgenommen oder verwendet werden. Der Spiegel – ein echter Spiegel auf Holz befestigt – ist unweigerlich ein Selbstbild für den, der das Werk betrachtet.

So werden die Begriffe wie eine Liste zum Lernen, wie ein Vademecum zum besseren Leben. Das Kindergesicht strahlt intensiv dem Betrachter entgegen und gibt ihm keine Möglichkeit, wegzusehen. Eindringlich, direkt und fragend sieht das Kind uns an und fragt. Oder hört zu.

Was können wir ihm antworten? Das ist die Frage. Der Text zum Bild gibt Einblick in ein Zukunftsbild, was sein sollte. Und wir als Menschen ernten nur das, was wir säen. Säen wir Frieden, ernten wir Frieden. Säen wir Krieg, ernten wir Krieg. Was wollen wir ernten für unsere Kinder? Diese Frage wird durch das zweiteilige Bild nicht beantwortet, doch die Frage muss beantwortet werden. Das ist es, was die Arbeit auszeichnet.

 

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Beschreibung der Künstlerin:

Seit Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 war es Frauen nicht erlaubt, Dienst an der Waffe zu leisten. Erst seit 1975 durften Frauen im Sanitätsdienst und im Militärmusikdienst ihren Dienst verrichten. Sie durften dabei auch eine Waffe tragen, jedoch nur zur Selbstverteidigung. Seit 2001 dürfen Frauen in allen Bereichen dienen. Die Zahl der Frauen beträgt zurzeit an die 21.000 mit steigender Tendenz.

Dieses Bild sagt aus, dass auch Frauen in schwierigen Situationen den Mut aufbringen, für ihre Kameradinnen und Kameraden da zu sein und ihnen auch in den schlimmsten Situationen zur Seite zu stehen. Auch wenn sie im Dienst dazu verpflichtet sind, so bedeutet es doch MUT, dies auch umzusetzen.

Frauen und auch Männer haben in ihrem näheren Umkreis gegenüber Familie, Freunden und der Gesellschaft mit diversen Vorurteilen hinsichtlich des Soldatenberufes zu kämpfen. Sind Sie vielleicht auch schon mal mit so einer Situation konfrontiert worden?

Ich möchte nicht zu viel über mein Foto schreiben, sondern es lieber auf jeden Einzelnen wirken lassen. Die Betrachtenden sollen sich ihre Gedanken und Meinungen bilden sowie über ihre eigenen Vorurteile gegenüber der Bundeswehr Gedanken machen.

Es ist leicht zu sagen, Soldatinnen und Soldaten in eine Schublade zu stecken, weil sie eine Waffe tragen. Aber jeder Einzelne ist froh, wenn es zu Spannungen kommt, dass es die Bundeswehr gibt, die mich und mein Land so gut es geht verteidigt.

Niemand wünscht sich Krieg!

Niemand geht gerne in ein Kriegsgebiet!

Niemand verliert gerne sein Leben im Einsatz!

Aber wenn sich niemand für unser Land einsetzen würde, wer soll uns dann beschützen und verteidigen? MUT ist auch, sich konstruktiv mit dem Thema Bundeswehr auseinanderzusetzen!

Ich freue mich, wenn Sie den MUT aufbringen, sich Ihre eigenen Gedanken zu meinem Foto zu machen und in die Kommunikation zu treten.

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Beschreibung des Künstlers:

Mein Beitrag zum Kunstwettbewerb 2018 ist ein Rap-Song zum Thema Mut von Soldaten. Bevor ich den Text geschrieben habe, habe ich mich inspirieren lassen. Die im Text beschriebene Messerattacke in einem Zug und das Handeln des Soldaten basierten auf einer wahren Begebenheit. Details habe ich im Rahmen der künstlerischen Freiheit gestaltet.

Die Geschichte erzählt von einem Gefreiten, der mit dem Zug nach Hause fährt. Plötzlich bricht Panik aus.
Ein Mann liegt blutend am Boden.
Ein Kind sitzt weinend und verstört daneben.
Keiner weiß, was zu machen ist, also übernimmt der junge Gefreite die Situation.

Er bringt das Kind aus der Situation und lässt es von einer Frau beruhigen. Dann kümmert er sich um die Schnittwunde am Hals des Verletzten, bis ein Arzt übernimmt. Anschließend hilft er beim Evakuieren des Zuges und begleitet die Menschen am Bahnhof. Bringt ihnen Wasser und hört ihnen zu. Eine Frau hat sogar so große Angst vor dem Täter und so großes Vertrauen in den Gefreiten, dass sie ihm nicht von der Seite weicht.

Sein Kommandeur lobt sein Verhalten und auch wenn die Bilder tief in sein Gedächtnis eingebrannt haben, ist für ihn klar: »Als Soldat wird dieses Verhalten von mir erwartet. Ich würde wieder so handeln.«

Songtext

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

TEXT: Part 1

Du packst Deine Sachen ein – das Foto der Freundin mit dabei

Ihr habt beide schwere Zeit – keine Zeit für Gemeinsamkeit

Doch es herrscht Einigkeit – Dein Zuhause ist zwar nun weit

Entfernt doch ihr wart bereit – denn die Trennung ist nur auf Zeit

Solang das Wochenende euch bleibt – tragt ihr geteiltes Leid

Also ab auf das Gleis – auf dem Dein Zug Richtung Heimat reist

Du steigst in Wagen drei – egal weil Du weißt Bescheid

Dass die Uniform an Dir reicht – dass sich irgendwer an Dir beißt

Deine Antwort ist dass Du schweigst – bei jedem Nazi-Vergleich

Auf Durchzug zu schalten – fällt Dir inzwischen leicht –

Du deeskalierst – bevor Dir die Lage entgleist –

Und wenn Dich jemand beschmeißt – Sagst Du ihm: „lass den Scheiß“

Und wenn sich Wut einschleicht – die Hutschnur fast reißt

Wenn ein Spruch dein Ego erreicht – schließt Du die Augen – Du weißt

Du dienst auch Pazifisten – als Soldat brauchst Du eben Schneid

Sich selber zu kontrollieren – heißt innere Sicherheit!

Refrain – 2x:

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

TEXT: Part 2

Du packst Deine Sachen – willst die Szene lieber verlassen

Du kannst nichts machen – es gibt eben Menschen die Dich verachten

Doch Dir ist nicht nach Streit – Dir reicht es wenn Schüsse krachen

Mut heißt nachzugeben – und innerlich drüber lachen

Plötzlich hörst Du es schreien – hörst Kinderstimmen die weinen

Leute strömen Dir entgegen – Du rennst zum nächsten Abteil

Siehst Du Blut im Wagon verteilt – ein Mann mit Wunde am Hals

Kein Plan was Du denken sollst – was ist richtig? Was ist falsch?

Gibst einer Frau das blutbespritzte und schreiende Kind

Stoppst die Blutung mit Druckverband – bis ein Arzt übernimmt

Alle folgen ihrem Instinkt – sind für das Wohl der anderen blind

Du siehst die Not – evakuierst den Zug und beginnst

Den Täter zu suchen – überwältigst ihn ohne Scheu

Nimmst ihm das Messer ab – übergibst ihn der Polizei

Egal was die Leute reden – Du bleibst Dir treu

Den Dienst bei der Armee – hast Du niemals bereut!

Refrain – x2:

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

TEXT: Part 3

Jetzt stehst Du wieder am Gleis – der Täter wird abgeführt

Das Opfer im Krankenwagen – du fühlst Dich wie abgeschnürt

Eine Frau hat so große Angst – sie weicht Dir nicht von der Seite

Sie schaut Dir nicht auf die Schulter – für sie bist Du nicht Gefreiter

Für sie bist Du ein Held – ein Held in Uniform

Bis die Spurensicherung kommt – bleibst Du mit da vorn

Gibst Wasser an Passagiere – führst Gespräche mit ihnen

Was Du grade tust – ist dem Land und den Menschen dienen

Es ist Dir zwar nicht bewusst – nicht in diesem Moment

Doch als Dein Kommandeur – Dir zwei Tage Urlaub schenkt

Wird Dir klar was Du da gemacht hast – Du hast tadellos funktioniert

hast tapfer gehandelt – hast Dein Leben riskiert

Dabei ist es selbstverständlich – zumindest für Dich

Du würdest immer wieder so handeln – aus moralischer Pflicht

Der Tag hat sich eingebrannt in Herz und Deinen Verstand

Das Mädchen – das viele Blut – Ein Bild das nicht mehr verschwand!

Refrain – 2x:

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

Refrain – 2x:

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut – Und alles wird gut!

Du kannst Großes werden – denn groß wird – wer Großes tut!

Tu den ersten Schritt ohne Wut – Aus Regen wird Flut

Lass Dich stets von Liebe führen – nach dem Feuer bleibt Glut

Für den ersten Schritt brauchst Du Mut –

Am Ende wird alles gut!

Wir brauchen Liebe statt Wut!

Und gut ist – wer Gutes tut!

Sprechgesang und Songwriting: Nils Felber
Adaption der Musik: Nils Felber
Originalmusik: Ben Hertel
Fotografie: Anja Felber
Graffiti: Nils Bert Jänisch

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Beschreibung des Künstlers:

Wie viel Mut muss man für ein neues Leben haben?

Mut ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich hingegen Widerstand und Gefahren für eine als notwendig und richtig erkannte Sache einzustehen.

Wie viel Mut muss eine werdende Mutter aufbringen, um sich auf eine gefahrvolle Reise zu begeben, dessen Ausgang nicht gewiss ist?
Wie verzweifelt war diese Frau?

Die 33 jährige Rahma Abukar Ali wagte diesen Schritt und begab sich auf die ca. 5-monatige Reise.

Von Mogadishu bis zur Rettung im Mittelmer durch die HMS Enterprise und Fregatte Schleswig-Holstein hatte sie einen Weg tödlicher Gefahren zu überwinden.

Am 24.08.2015 um 04:15 Uhr erblickte an Bord der Schleswig-Holstein die kleine Sophia das Licht der Welt. Sie war das erste Baby, welches auf einem deutschen Kriegsschiff geboren wurde.
Spätere Namensgeberin für die
EU-Marineoperation im zentralen Mittelmeer zur Bekämpfung des Menschenschmuggels.

Der Mut und der Einsatz der Besatzungsmitglieder der zwei beteiligten Schiffe: HMS Enterprise und Fregatte Schleswig-Holstein machten es möglich, Leben zu bewahren und neuem Leben eine gute Chance zu geben.

Mich berührt diese Geschichte sehr und ich bewundere diese mutige Frau und die mutigen Menschen, welche in Kriegsszenarien unter größter Gefahr Leben retten, stellvertretend für viele mutige Menschen auf dieser Welt.

Der Mut sich zu verändern, Sicherheit für sich und seinen Nachwuchs zu gewährleisten, der Mut sich Herausforderungen und Gefahren zu stellen, Leben retten – dafür steht dieses Bild.

Das Kinderlachen eines glücklichen Kindes entschädigt für alle Strapazen, die es wert waren, diesen Moment zu erleben.

Ich möchte dieses Bild nach der Wanderausstellung der Besatzung der Schleswig-Holstein schenken.

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Beschreibung der Künstlerin:

Eines Nachts fasste mein Sohn sich ein Herz, schnappte sich seinen Bären und schlüpfte aus dem Familienbett in den dunklen Flur, obwohl er meint, im Dunklen lauere ein Dinosaurier.

Mut.

Voranschreiten. Ins Unbekannte, Vergangenheit ist bekannt.

Was die Zukunft bringt, lässt sich bestenfalls
erahnen.

Mut.

Die Grenze überschreiten, um dahinter reifer und weiser zu werden.

Sich vor das Verletzliche stellen.

Mit Spannung erwarten, was der Morgen bringt.

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Beschreibung des Künstlers:

Sie stellt einen Platz dar, an dem ein Kamerad versorgt wurde. Unser Leben ist unser »höchstes Gut« und 37 Kameraden haben diesen »Preis« bisher zahlen müssen.

Dieser »Preis« setzt alle Eigenschaften voraus, um die es bei diesem Wettbewerb geht.

Anmerkung: Schreibweise des Titels ist beabsichtigt.

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Beschreibung der Künstlerin:

Tausende Soldaten setzen sich täglich gefährlichen Situationen z.B. im Auslandseinsatz aus, um die innere und äußere Sicherheit Deutschlands sicher zu stellen.

In diesen gefährlichen Situationen helfen die Gedanken an die Lieben und das Wissen, diesen Sicherheit zu geben, den MUT zu schöpfen, durchzuhalten. Den Soldaten gebührt dafür Achtung, Wertschätzung und Vertrauen.
Mit meiner Zeichnung möchte ich dies ins Bewusstsein rücken.

Die Zeichnung zeigt einen Soldaten in einer kritischen Situation, dargestellt durch die Dunkelheit rings um ihn herum. Die Gedanken an die Lieben zuhause werden symbolisiert durch die Frau mit Baby. Der (Stein-)Adler hat nicht nur als Staatssymbol eine ganz besondere Bedeutung für unser Land, sondern ist auch ein Symboltier für MUT und Freiheit. Er wird beflügelt durch die positiven Gedanken und bringt Licht in die gefährliche
Situation.

Foto: Cornelia Vonderlind

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Beschreibung der Künstler|innen:

SONGTEXT

Furchtlosigkeit, Beherztheit, Zivilcourage,

Tapferkeit, Unverzagtheit, Unerschrockenheit,

Herzhaftigkeit, Kühnheit, Mumm.

Ich meine jetzt nicht den Sekt: Ich meine Mut.

Jemand sagte mir, es sei mutig zur Bundeswehr zu gehen.

Mut gibt es nicht nur bei der Bundeswehr, das wissen wir.

Zum Glück, wo kämen wir dahin.

Aber die Gesamtsituation ist eine andere:

Wegen der Hierarchie, die da sein muss, weil es anders nicht besser geht.

Wegen der körperlichen und psychischen Belastung,

Wegen der Gefahr für das eigene Leben,

Wegen der Bedrohung für andere Leben,

Militär heißt Verantwortung.

I. Zwischen DZA und DZE,

Zwischen Dienstgrad und Dienstanweisung,

Zwischen Alltag und Trott,

Irgendwo zwischen Leben und Tod,

„Agieren Menschen, keine Roboter“.

– Um einen Obermaaten zu zitieren.

Mut kann sein, wenn alle schweigen den ersten Satz zu sagen,

Die Stimmung zu heben oder den Finger explizit auf diese eine Wunde zu legen.

– Im Plenum, wo es viel einfacher ist nichts zu sagen.

– Bei der Musterung, die eine Frage zu stellen.

Mut heißt „Nein“ zu sagen, wo das „Ja“ im Raum steht,

Oder wo das „Nein“ eindeutig ist, doch das „Ja“ vielleicht gut tät.

Mut hat mehr Herz als Verstand

Und mehr Verstand als Logik.

Mut ist Rücksicht und

Rücksichtslosigkeit zugleich.

Mut bedeutet auch anzuecken,

Nicht systemkonform abzunicken.

-„Damit machst du Dir keine Freunde!“

-„Wenn ich Freunde will, geh ich ins Tierheim!“

Mut heißt auch, seine Grenzen zu kennen und „Nein“ zu sagen,

Wo alle anderen, das Andere wagen.

Mut heißt Angst zu haben zu Zweifeln,

Nicht zu wissen, wie es weiter geht.

Nur, so wie es grad aussieht, dass es so sicher nicht geht.

Courage kann eine respektvolle Umarmung sein,

Für jemanden der sie braucht.

– So erlebt.

II. Zwischen Jawohl und wegtreten,

Zwischen Befehl und Gehorsam,

Irgendwo zwischen Moin und Guten Morgen,

„Agieren Menschen, keine Roboter“.

Mut ist Humor.

Wo es gerade nichts zu lachen gibt.

Doch gerade aus diesem Grund,

Dieser Weg gewählt wird.

Mut heißt Veränderung, raus aus der Komfortzone,

Wegen des Glaubens an sich selbst und an andere.

Mut beeindruckt, weil er nicht selbstverständlich ist.

Schade, dass er dies eben nicht ist.

Mut kann Kraft kosten und Kraft spenden.

Mut machen, statt Mut nehmen.

– Mut-Macher gibt es ja ganz viele! Die Stubenkameraden in der Grundausbildung, dein Buddy auf Seewache oder der Erdbeerkuchen aus der Kombüse.

Mut bedeutet die Worte zu finden, die anderen fehlen.

Einfühlsame, klare, die notwendigen,

Die Überwindung kosten.

Koste es was es wolle.

– Sanmeister und Schiffsarzt, die finden die richtigen Worte und Gesten.

– Oder eine Kameradin mit dem kurzen: „Hab dich gern“, In einem Umfeld in dem so ein Satz sicher nicht fällt.

Mut ist ein Kompliment, eine respektvolle Freundlichkeit,

Zwischen den Stufen der Hierarchie,

Das ist empathisch, aber warum denn mutig?

Weil immer alles falsch verstanden werden kann.

Anders ausgelegt, in die Stärke, Schwäche hineininterpretiert wird.

III. Zwischen Uniform und Schulterklappe,

Zwischen Vereinheitlichung und Unterschied,

Zwischen Regeln und Vorschriften,

Irgendwo inmitten der Hierarchie,

„Agieren Menschen, keine Roboter“.

Mut bedeutet, allein auf einer Pier zu stehen und unter Tränen

– Den Mann fürs Leben, die Frau fürs Leben –

Gehen zu sehen und zu winken,

In die Ferne und in die Einsamkeit hinein.

Mutig sind all die Angehörigen,

Im Vertrauen, dass alles gut geht.

Im Beistand, wenn der Dienst weh tut.

Mutig im Guten wie im Schlechten,

Versehrt wie unversehrt.

IV. Zwischen Überlastung und Leerlauf,

Zwischen Dienstgrad und Dienstanweisung,

Zwischen dem „Uns“ und dem „Dir“,

Irgendwo zwischen dem „Ich“ und dem „Wir“.

Mut heißt dazu zu stehen, auch Konsequenzen zu riskieren.

Sich angreifbar und verletzbar zu machen.

Teil der Gespräche zu werden,

Deine „Shipcreadebility“ auf eine Probe zu stellen.

Mut kann ängstlich und wütend, auch erschöpft sein.

Den Mumm zu haben, zu sagen mir geht es nicht gut.

Es verlangt Beherztheit sich zu öffnen,

Mit Gefühlen und Sorgen, im Einsatz und Alltag.

Es verlangt Respekt, auch die Träne zu weinen,

Die es Bedarf.

Mut erkennt sich nicht selbst,

Sondern kommt aus sich selbst heraus.

Ist unscheinbar und bescheiden.

Und meist auch allein,

Weil drum herum das Verständnis fehlt.

Mut erwartet nicht Respekt, sondern verdient ihn.

Mut ist der Anfang aus Überzeugung,

Ist das Ende der Gleichgültigkeit.

Mut traut sich!

Text: Veronica Scholz, Juni 2018

Alle Rechte bei der Autorin.

Performance: Oliver Sakins und Veronica Scholz,
Juni 2018

Alle Rechte bei den Sprechern.

Fotografien: Veronica Scholz

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Beschreibung der Künstler|innen:

Unser Bild besteht aus 4 Teilen – wie unsere
Familie. Jeder von uns hat an einem Teil besonders
gearbeitet. Die Teile wurden durch reißfeste Seile
miteinander verbunden.

Es braucht von allen Seiten MUT – von dem,
der springt und von der Familie, die auf ihn wartet und ihn auffängt – MITEINANDER –
UNERSCHROCKEN – TAPFER.

Susanne und Thomas Gebhardt

Mit Hannah ( 9 Jahre) und Marie (5 Jahre)

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Beschreibung der Künstler|innen:

Bild „Mut hat Persönlichkeit“

Dieses Bild ist das Ergebnis vieler Gespräche mit Bundeswehrangehörigen und ihren Familien über das Thema Mut. Die Soldaten arbeiten in den Bereichen Innere Führung, Büchel, Ministerium Bonn, Köln Wahn. Darüber hinaus gab es viele Gespräche und Anregungen in der eigenen Familie.

Die Gesprächspartner waren Soldaten wie Zivilbeamte. Angefangen von Mannschaften, über Spieße, Unteroffiziere und Offiziere bis zu Generälen. Allen Gesprächspartnern soll an dieser Stelle gedankt werden.

Die wesentlichen Aussagen sollen hier genannt werden, wie auch welche Ausdrucksformen im Bild dafür gewählt wurden.

Mut bedeutet…

vor allem „Farbe bekennen“ und aus dem Nebulösen heraustreten. Die Nebelwand (als Sinnbild für z. B.: Angst, Schweigen oder Nichthandeln) soll aufgelöst werden. 

Ausdrucksformen: Im Vordergrund Nebel, Farben im Vordergrund: grau, weiß.

Hintergrund: starke Farben

Mut ist vielschichtig…

und nicht eindeutig. Hinter jeder Schicht liegt noch eine andere. Der Nebel (s.o.) ist durchlässig und gibt das Dahinterliegende schemenhaft frei (Schichten, Überlagerungen, Andeutung eines Fenster in der Abstraktion)

Ausdrucksmittel: Sieben Schichten.

Mut braucht…

ein Gesicht. Hinter jedem mutvollen Auftrag, hinter jeder Überlegung und Strategie, hinter jedem Handeln steht am Ende ein Mensch, eine Person, mit ihrer Geschichte, ihrem Leben.

Ausdrucksmittel: eine der Schichten ist zuerst nur schemenhaft erkennbar: ein Gesicht. Ein Augen ist verdeckt, trotzdem ist es da und wird immer erkennbar sein.

Ausdrucksmittel: Überlagerung, dahinter ein angedeutetes Gesicht, dass den Betrachter

ansieht.

Mut ist oft weiblich…

Die Partnerin, die im Heimatland ist; die Mutter, die zu Hause mutig die Aufgaben vielfach alleine und gegen viele Widerstände bewältigen muss. Die Soldatin im Einsatz, die ihr zu Hause zurück lässt…

Ausdrucksmittel: Frau

Mut braucht Vorgaben…

Richtwerte, Innere Führung, den Auftrag, die Situation, all das ist wichtig. Orientierung ist zu befolgen, zu erkennen und zu gehen.

Ausdrucksmittel: die Marke, das Kreuz, Wege sind angedeutet.

Mut braucht Sprache…

Eine gute und wertschätzende Kommunikation ist wichtig, Mut beginnt mit dem Gespräch
zu Vorgesetzten, Kameraden.

Ausdrucksmittel: Der Mund, am deutlichsten vom Gesicht zu erkennen.

Mut bedeutet Ecken und Kanten…

zu zeigen, sich zu trauen und vor anderen nicht abschrecken zu lassen. Dies erfordert innere Stärke.

Ausdrucksmittel: Ecken und scharfe Kanten im abstrakten Raum.

Mut sind Wege…

die kreativ und beherzt gegangen werden
müssen. Der Weg muss gefunden und manchmal erfunden werden.

Ausdrucksmittel: abstrakter Raum – viele Farbschichten über den Linien

Mut ist Kameradschaft…

Sie zu leben ist eine wichtige Aufgabe im Alltag und besonders in der Vorbereitung auf besondere Aufgaben und Herausforderungen. Kameradschaft ist eben auch präventiv.

Ausdrucksmittel: angedeuteter Lageplan einer Kaserne, Erkennungsmarke

Mut wird gebraucht…

in der Verwaltung, der Kaserne, Ministerium, zu Hause…

Ausdrucksmittel: Farbpalette Primärfarben und Komplementärfarben (rot – grün)

Mut erschließt sich nicht…

auf den ersten Blick, sondern manchmal stehen scheinbar unverbundene Dinge
neben bzw. übereinander.

Ausdrucksmittel: Nebel, Abstrakter Raum, Marke, Gesicht, Schüttung dahinter

Mut fängt an mit…

einem inneres Chaos, geht weiter mit Risikobereitschaft und endet oft mit Verletzungen,
die anschließend behandelt werden müssen.

Ausdrucksmittel: angedeutetes Blut

Mut braucht Farbe

Ausdrucksmittel Farben: Rot für Liebe, allerdings auch für Gefahr, ebenso für Kraft und Aggression; Gelb für Energie, Tatendrang, Leben, das Gute, Licht; Blau für rationale Entscheidung; Grün für die Hoffnung, dass alles gut geht; Grau für das aus der Masse heraustreten; weiß für neue Wege, keine konkreten Vorgaben, keine Taschenkarten.

Mut ist zu seinem Arbeitgeber und Auftrag zu stehen

Ausdrucksmittel: Marke

Mut ist zu seiner Religion zu stehen.

Ausdrucksmittel: Kreuz

Mut ist als Ehepaar bei der Bw zu sein.

Diese Marke (v.d. Frau) stammt von einem Paar, die beide nacheinander im Auslandseinsatz waren. Das Kreuz hatte der Mann schon an seiner Erkennungsmarke, die er dann seiner Frau weitergegeben hat.

Ausdrucksmittel: Marke mit Kreuz

Mut ist als Ärztin bei der Bw zu sein und in den Auslandseinsatz zu gehen.

Diese Marke stammt von einer Ärztin.

Ausdrucksmittel: Erkennungsmarke, Frau, Herunterlaufen von Rot

Mut ist an diesem Wettbewerb als Familie teilzunehmen.

Ausdrucksmittel: Buchstaben „Bonnet“.

Mut ist den Möglichkeiten mehr Glauben zu schenken als dem Erlebten.

Ausdrucksmittel: Abgabe Bild

 
 

Fotografien der Werke: SKA
Foto des Werkes von Cornelia Vonderlind: Urheberin

10. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2010: Dienst – Familie – Partnerschaft

Der Auftrag der Bundeswehr fordert von den Soldaten und Soldatinnen hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität, Flexibilität und Lernbereitschaft. Die Anforderungen, die dabei an sie und ihre Familien gestellt werden, sind in der Regel belastender als die Anforderungen an Beschäftigte anderer Berufsgruppen.

 

Einsätze der Bundeswehr im Ausland, eine hohe Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort können mitunter für Familien und Partnerschaften eine besondere Belastung darstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn auf Grund dieser Situation der Partner zu Hause gezwungen ist, sich allein um die Kinder, den Haushalt und die anderen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu kümmern.

 

Familien und Partnerschaften sind Kraftquelle und Rückhalt der Soldaten und Soldatinnen. Daher hat die Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowohl im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen als auch infolge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung für ihre individuelle Lebensgestaltung einen hohen Stellenwert.

 

Die Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten einer höheren Eigenständigkeit gewandelt. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein allgemein anerkanntes gesellschaftliches Ziel. Darüber hinaus zeigt der gesellschaftliche Wandel zentraler Lebensinteressen, dass neben Beruf, Einkommen und Karriere gleichzeitig und gleichwertig Familie, Freizeit und Freundeskreis treten. Damit gewinnt die Familie als Lebensmittel- und Ankerpunkt auch für Soldaten und Soldatinnen überdurchschnittliche Bedeutung.

 

Einsatzfähigkeit und Auftragserfüllung der Streitkräfte und die Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften stellen nicht prinzipiell konkurrierende Ziele dar. Sie bilden einen Rahmen, ein Spannungsfeld, in dem sich Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bewegen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.

 

Wie schaffen es die Soldaten und ihre Familien, dieses Spannungsfeld auszuhalten und zu gestalten? Wie schafft es die Bundeswehr, den Herausforderungen der Zeit (demographischer Wandel, Veränderung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft) zu begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber zukunftsorientiert weiterzuentwickeln? Vereinbarkeit von Familie und Dienst ist ein Thema, das uns alle angeht, als Vorgesetzte und als Betroffene. Die künstlerische Auseinandersetzung ist unter diesen Gesichtspunkten nicht nur eine äußerst spannende Angelegenheit, sondern auch eine Verpflichtung. Kunst kann neue Sichtweisen anbieten, und dafür können gerade die Kreativen in der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leisten.

11. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2012: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

 

Neben den Pressemeldungen zur Lage sind auch andere Medien gefragt. Ein Medium ist die Kunst. Die Kunst kann nichts verhindern, aber sie kann sensibilisieren. Die Kunst vermag mehrere Ebenen gleichzeitig anzusprechen und findet einen anderen Zugang zum Betrachter. Deshalb ist es wichtig, diesen Kunstwettbewerb der Bundeswehr öffentlich zu machen. Seit 1998 wird der Wettbewerb ausgetragen, vor allem seit 2008 hat er unter neuer Leitung spürbar an Dynamik und Rückhalt gewonnen. Und das trägt Früchte. Mit der ersten Wanderausstellung der Wettbewerbswerke im Jahr 2010 an insgesamt 10 Standorten wird das Kunstprojekt in allen Teilen der Bundeswehr zusehends populärer.

 

Es bewegt sich also nicht nur die Bundeswehr als Einrichtung, sondern natürlich auch die Teile des Ganzen. Und nur wer bewegt, bewegt etwas. Der Kunstwettbewerb zeigt ein anderes Bild, das wir von der Bundeswehr haben. Es zeigt den untrüglichen Blick derjenigen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, sei es im Ausland oder bei uns. Es ist auch kein Blick von Künstlern, sondern von betroffenen Menschen, die mit Intensität und sehr hoher Motivation Werke schaffen, die es wahrlich wert sind, öffentlich gezeigt zu werden. Von Jahr zu Jahr wird die künstlerische Qualität spürbar größer und einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vergangenen Wettbewerben haben sich bereits mit eigenen Werken einen Namen gemacht.

 

Das alles vermag Kunst. Sie bewegt. Nur wer bewegt, bewegt etwas. In diesem Sinne ist der Kunstwettbewerb der Bundeswehr unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes ein Beweger, ein Katalysator, ein Motivator. Die Veränderung? Der Anfang ist gemacht.

12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2014: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden. Bereits 2005 erwähnte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Rede zum 50. Jahrestag:

 

„Der Begriff ‚Parlamentsarmee‘ hat sich für diese enge Verbindung und Verantwortung längst allgemein durchgesetzt. Wir, der Deutsche Bundestag, wissen, dass wir uns auf diese Armee verlassen können. Und die Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, sollen wissen, dass sie sich auf dieses Parlament verlassen können.“ (26.10.2005)

 

Weltweit einmalig ist der Umfang, inwieweit der Bundestag Einfluss auf die Bundeswehr besitzt: Zustimmungsvorbehalt bei Bündnisverpflichtungen, Verankerung des Verteidigungsausschusses in der Verfassung, ein eigenes Amt mit Wehrbeauftragten. Weiterhin gilt das Budgetrecht, das bereits 1848 dem Parlament eine wichtige Kontrollfunktion über die Armee gegeben hat. Heute bestimmt das Recht den Umfang und die Fähigkeiten der Streitkräfte mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses und des zuständigen Haushaltsausschusses.

 

Aus all diesen Punkten wird deutlich, dass die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr in erster Linie vom Bundestag mitgesteuert werden, der sich aus den gewählten Vertreter der Bürger zusammensetzt. Insofern bekommt der Begriff für Soldaten „Staatsbürger in Uniform“ als Leitbild der Inneren Führung der Bundeswehr eine weitreichende Bedeutung. Die einsatzorientierte Bundeswehr wurde im Mai 2013 zu einem vorrangigen Ziel in der Neuausrichtung der Bundeswehr. Zurzeit sind rund 6000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz von insgesamt 185000 sowie 55000 Zivilbeschäftigte.

 

Im Einsatz für Deutschland… bedeutet nicht nur der Einsatz im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst z.B. als Unterstützung bei Flutkatastrophen. Besonders bei solchen Katastrophen wird klar, dass die Bundeswehr ein Teil der Bevölkerung darstellt mit realen Menschen, die helfen. Der Blick ins Ausland und den damit verbundenen Herausforderungen sind für den Einzelnen der Bevölkerung schwer nachvollziehbar – und doch sind die Auswirkungen umso mehr erkennbar. Umso entscheidender ist es, humanitäre Einsätze innerhalb Deutschlands zuzulassen und zu fördern.

 

Es ist wichtig, die Bundeswehr nicht nur als militärische Einheit zu sehen, sondern als eine Gruppe von Menschen, die genauso als Bevölkerung in Deutschland leben wie diejenigen, die nicht bei der Bundeswehr sind. Spätestens als Reservisten und Veteranen sind ehemalige Bundeswehrangehörige fester Bestandteil der Bevölkerung und verdienen den gleichen Respekt wie andere Berufsgruppen auch.
Dann zeigt sich, ob wir als Gesellschaft in der Lage sind, mit dem Einsatz für Deutschland umzugehen. Das ist auch ein demokratischer Grundgedanke, der mitunter zu kurz kommt. Unverständnis ist die Folge und Desinteresse für die Probleme, die zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten mit seelischer Verwundung im Einsatz zu überwinden haben.

 

»Im Einsatz für Deutschland …« ist auch der Beginn eines Satzes, einer Erinnerung, einer Zukunft. Wie würden Sie den Satz vollenden? Sehen Sie zurück oder nach vorne? Was ist Ihre Geschichte? Was würden Sie sich wünschen, wie der Satz weitergeht?

13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2016: Akzeptiert. Integriert. Respektiert

Auftrag der Bundeswehr ist nicht nur die Verteidigung des Landes sowie Hilfe bei Katastrophen im Inland, sondern auch die Beteiligung an überstaatlichen Bündnissen. Das klingt einfach und ist doch sehr komplex. Die Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz für Deutschland auch im Ausland daheim, aber ihr Zuhause ist Deutschland.

 

Was bedeutet dann Zuhause, wenn der Einsatz sechs Monate dauert, getrennt von der Familie, den Angehörigen und Freunden? Wo definiert sich Heimat, wenn die Kommunikation nur über Video, E-Mail, Telefon oder Brief funktioniert? Was bedeutet Heimat, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz eine Art eigene Familie bilden?

 

Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz, Familie und Kulturunterschieden. Besonders zu Hause in Deutschland sind viele Bundeswehrangehörige noch nicht selbstverständlich akzeptiert. Das gilt nicht nur für Einsatzrückkehrerinnen und -rückkehrer.

 

Für den Auftrag, den das Parlament der Bundeswehr gibt, ist es zukünftig entscheidend von Bedeutung, wie und auf welche Weise mit den Anforderungen umgegangen wird. Damit ist zum einen die Einsatzsituation gemeint, zum anderen das Verständnis für die Bundeswehr im eigenen Land. Hier ist noch viel Vermittlungsarbeit zu leisten, damit die Bundeswehr und ihre Angehörigen uneingeschränkt und vorbehaltlos als Teil unseres Landes akzeptiert werden. Im Verteidigungsfall sind sie es, die uns schützen und im Einsatz vielfältige Opfer bringen. Und das verdient jeden Respekt.

 

Die Anfangsbuchstaben des Themas »Akzeptiert. Integriert. Respektiert.« ergeben das Wort „AIR“ (engl.: Luft). So wie wir die Luft zum Atmen brauchen, brauchen wir diesen Dreiklang für ein harmonisches Miteinander in der Welt und Zuhause. Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Die Welt kann das nicht ersetzen, nur ergänzen.

 

Zeigen Sie uns, wie das aussieht. Zeigen Sie uns, wie Sie dies im Alltag und im Einsatz erleben. Zeigen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen können.

14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2018: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

 

»Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut« (Goethe). Eine Verbindung des Ausspruchs mit den genannten Eigenschaften zeigt, wie die Bundeswehr und die Bundeswehrangehörigen MUT beweisen. Denn das Große, das über allem steht, ist der Charakter. Der Charakter der einzelnen Soldatin und des Soldaten, aber auch der Charakter der Bundeswehr. MUT zu haben zeigt sich nicht in der Überwindung von ausweglosen Situationen, sondern im Einstehen für andere, im Widersetzen gegen Ungerechtigkeit, im Standpunkt vertreten. Das zeigt sich auch in den parlamentarischen Debatten, welche Funktion die Bundeswehr übernimmt, welche Einsätze genehmigt werden. Es geht darum, dass darüber diskutiert wird. Dies ist ein Geschenk, ein hohes Gut, das Deutschland auszeichnet.

 

Wo sehen Sie MUT in Ihrem Berufsalltag? Wo begegnen Ihnen Menschen, die MUT zeigen? Wie haben Sie schon einmal MUT bewiesen in Ihrem Beruf? Seien Sie Teil des Kunstwettbewerbs und geben dem Einzelnen einen Namen. Seien Sie mutig und machen Sie mit. Der Kunstwettbewerb der Bundeswehr beweist seit vielen Jahren, wie wichtig es ist, sich auszudrücken, eine Position zu beziehen, anderen die eigene Situation zu schildern. Es ist ein Gewinn für alle.

 

MUT ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Haltung. Und es ist ein Handeln. Jetzt.

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

 

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

 

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

 

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.