15. Kunstwettbewerb 2020
Thema: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

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PDF (reduziert): Katalog | Faltblatt | Plakat
Grafik: Dorothee Menden

Hier befinden Sie sich:

<strong>Zwischen Vielfalt und Einheit</strong><br>Farbstiftzeichnung: 50 x 70 cm
1. Platz
Cornelia Vonderlind
Zwischen Vielfalt und Einheit
Farbstiftzeichnung: 50 x 70 cm

Info
<strong>Diversität</strong><br>Digitale Bearbeitung einer Zeichnung: 100 x 40 cm
2. Platz
Fabian Mendrok
Diversität
Digitale Bearbeitung einer Zeichnung: 100 x 40 cm

Info
<strong>Open Mind</strong><br>Digitale Collage: 60 x 90 cm
3. Platz
Stefan Siegel
Open Mind
Digitale Collage: 60 x 90 cm

Info
<strong>Vielfalt trotz Gleichheit</strong><br>Malerei. 70 x 70 cm
4. Platz
Sigrid Brozek
Vielfalt trotz Gleichheit
Malerei. 70 x 70 cm

Info
<strong>1.100.1</strong><br>Malerei. Dreiteilig je 90 x 100 cm
5. Platz
Franz Feigl
1.100.1
Malerei. Dreiteilig je 90 x 100 cm

Info
<strong>Viel Falt!</strong><br>Collage 60 x 100 x 4 cm
5. Platz
Ralf Illauer
Viel Falt!
Collage 60 x 100 x 4 cm

Info
<strong>Respekt und Toleranz</strong><br>Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm
5. Platz
Pamela Liebe
Respekt und Toleranz
Malerei und Collage. Zweiteilig je 90 x 70 cm

Info
<strong>Diversität</strong><br>Zeichnung 70 x 50 cm
5. Platz
Daniel Müller
Diversität
Zeichnung 70 x 50 cm

Info
<strong>Ansichtssache</strong><br>Collage. 80 x 60 cm
Familienpreis
Familie Dittmar
Ansichtssache
Collage. 80 x 60 cm

Info
<strong>Mehrwert</strong><br>Slam-Poesie mit Musik. <br>Slam-Poesie (Scholz) und Klavier (Brodka). <br>6:08 Minuten
Gruppenpreis
Benedikt Brodka & Veronica Scholz
Mehrwert
Slam-Poesie mit Musik.
Slam-Poesie (Scholz) und Klavier (Brodka).
6:08 Minuten

Info
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Beschreibung der Künstlerin:

„Diversität – Die Vielfalt der Bundeswehr als Einheit“

Diversität ist ein ständig wiederkehrendes Thema, vor allem im Kontext mit Diskriminierung. Ein Thema, das gerade wieder nicht aktueller sein kann. Auch wenn zurzeit alle Welt nach Amerika blickt, haben wir Diskriminierung jeden Tag um uns herum. Diversität ist Vielfalt – verschieden sein – egal, ob im Hinblick auf Aussehen, Vorlieben, Geschlecht, Beruf, Abstammung, Religion usw. Die Bundeswehr als Einheit geht mit gutem Beispiel voran, geht immer mehr Schritte hin zu Toleranz, Gleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch zwischen den Menschen, auch innerhalb der Bundeswehr, ist Diversität dennoch ein sehr bedeutendes Thema. Vor allem Geschlechterrollen, Truppengattungen, die Unterscheidung zivil oder militärisch, Dienstgrad, spielen hier zusätzlich eine Rolle.

Dabei gibt es nichts Natürlicheres als verschieden zu sein, nichts Schöneres als Vielfalt. Wie langweilig wäre es, wären wir alle gleich.

Ich wünsche mir, dass Unterschiedlichkeit in allen Bereichen anerkannt wird, dass Menschen sich gegenseitig respektieren – immer. Nicht irgendwann – ab heute. Das Ziel ist Freiheit – dass Menschen sich frei entfalten können, ohne dafür verurteilt, beschimpft oder ausgegrenzt zu werden. Ganz egal, welche Merkmale auf sie zutreffen, welche Kriterien Sie erfüllen, wie sie sich selbst darstellen wollen – oder eben nicht.

Ich bin ein Teil der Bundeswehr, ein Teil der deutschen Gesellschaft und Europas, ein Teil der Welt als Ganzes.

Dieser Thematik wird mit diesem Bild Ausdruck verliehen. Es handelt sich um ein Selbstportrait und gleichzeitig beinhaltet es viele verschiedene Facetten. Welche Kriterien ich erfülle, wie ich aussehe, welche Funktion ich in der Bundeswehr habe, welchen Rang ich besitze, ob zivil oder militärisch – ist nicht eindeutig erkennbar und sollte auch vollkommen unbedeutend sein. Denn in erster Linie bin ich ein Mensch, der es verdient, respektvoll behandelt zu werden und sich frei entfalten möchte. Ein Teil der vielfältigen Einheit Bundeswehr.

Die Farbstiftzeichnung mit dem Titel: „Zwischen Vielfalt und Einheit“ ist zum Teil recht präzise, zum Teil jedoch auch sehr skizzenhaft dargestellt. Vor allem optische Merkmale wie Augenfarbe, Hautfarbe, Haarfarbe sind in den Bereichen farblich unterschiedlich dargestellt, in einigen Bereichen auch komplett offen skizziert, denn die Farbe ist unbedeutend und die Vielfalt grenzenlos. Die Balance zwischen der Kontroverse Vielfalt und gleichzeitiger Einheit soll durch die verschiedenen Abschnitte zum Ausdruck gebracht werden. Jede Farbe ist hier denkbar und einsetzbar. Das einzig offensichtliche Merkmal ist meine Haarlänge. Dem geschuldet, dass die Haare benötigt werden, um die Zeichnung optisch etwas zusammenzuhalten. Für den militärischen Bereich wurde vollständig auf das Zeigen von Dienstabzeichen verzichtet. Jede Truppengattung findet sich in dem ein oder anderen Bereich wieder. Jeder soll sich angesprochen, niemand ausgegrenzt fühlen.

Der sehr umstrittene Begriff „Rasse“ wird hier ganz provokativ verwendet, um die Problematik der Rassendiskriminierung/ des Rassismus in den Vordergrund zu stellen, denn letztendlich sind wir alle vor allem eines: Mensch. Erdenbürger. Gleichwertig. Mit dem Wunsch nach persönlicher Freiheit.

Und wir alle – DU, ICH, WIR, als Bundeswehr, als Gemeinschaft, als Menschen – sollten nicht aufhören, für diese Werte einzustehen und diese zu verteidigen.

Mit jedem Blick fügen sich andere Teile der Zeichnung zusammen, verbinden sich andere Aspekte zu einem – viel Spaß beim Entdecken und Betrachten.

JURYBEGRÜNDUNG

Wer bin ich? Und wer sind wir? Wenn ich Soldatin bin, bin ich dann auch Soldat? Wenn ich beim Heer diene, diene ich dann auch bei der Marine? Wenn ich zu Hause bin, bin ich dann nicht auch überall?

Geburtsort: Erde
Rasse: Mensch
Auftrag: Verteidigung
Ziel: Freiheit

So einfach und doch so schwer ist es, vielfältig zu sein. Das Portrait eines Menschen wird hier facettenartig dargestellt, wobei es kein Zentrum gibt, sondern die Trennlinien verlaufen ohne System. Jeder Zwischenraum im Portrait ist anders besetzt, die Klarheit der Eindeutigkeit ist ausgehoben, das Ziel ist die absolute Freiheit der eigenen Persönlichkeit.

Nicht weniger als dieses Ziel gelingt der Künstlerin in ihrem Werk. Neben der inhaltlichen Lösung des Unlösbaren ist die bemerkenswerte künstlerische Qualität zu betonen, die spielerisch und ohne Zwang meisterhaft das gegebene Thema umsetzt.

Das Thema »Diversität« ist wahrlich ungreifbar und doch real. Die gewählte Technik und die Motivwahl interpretieren den Untertitel »Die Vielfalt der Bundeswehr als Einheit« kongenial.

Mit Farbstift gezeichnet ohne Computer auf unbehandeltem Untergrund wirkt dies fast wie eine traditionelle Technik, die an manchen Stellen an Zeichnungen aus der Renaissance erinnert. Und der Vergleich passt: denn die Wiederentdeckung des eigenen Ichs, des freien Geistes in der Vielfalt der Möglichkeiten ist genau das, was Diversität beinhaltet. Der Bezug zur Bundeswehr ist klar erkennbar und doch nicht aufdringlich, sondern im gleichen Verhältnis wie der Bezug zu sich selbst und zur Umwelt. Das ist es, was diese Arbeit auszeichnet: nicht die Schwerpunktsetzung ist entscheidend, sondern das große Ganze zu verstehen, zu akzeptieren und zu respektieren. Das ist das Ziel: Freiheit. Als Mensch auf der Erde. Das gilt es zu verteidigen.

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Beschreibung des Künstlers:

Bei dem Überbegriff „Diversität“ im Hinblick auf die Bundeswehr habe ich mich der Vorlage eines der wohl bekanntesten Abbildungen der Geschichte bedient. Das „Abendmahl“.

Bereits in der Bibel verkörpert es unterschiedlichste Personen mit unterschiedlichsten Merkmalen an einem Tisch. Bildlich übertragen auf die Bundeswehr und unter dem Anbetracht des vorgegebenen Themas, beabsichtige ich meine Version wie folgt zu interpretieren:

Der großzügige Tisch (Tafel) soll die Bundeswehr als ganzheitlichen Komplex darstellen, an welchem alle Beteiligten ihren ganz individuellen Platz finden. Ungeachtet dessen, wo der oder diejenige herkommt, wie dabei die persönliche, geschlechtliche Gesinnung oder sexuellen Vorlieben sind. Insbesondere sind auch körperliche und / oder geistige Beeinträchtigungen im Hinblick auf die Einsatzverpflichtungen ein nicht unwesentlicher Bestandteil der militärischen Gemeinschaft.

Ergänzt wird all dies durch die parallellaufende, familiäre Situation. Auch diese kann ganz individuell von „Normalität“ über „Herausforderung“ bis hin zur „absoluten Härte“ wahrgenommen werden.

Der Begriff „Diversität“ bedeutet „Vielseitigkeit“! Die Bundeswehr ist sich dieser VIELEN unterschiedlichen SEITEN bewusst und bietet dennoch jedem Einzelnen eine Chance!

Das zeichnet sie als Arbeitgeber aus und stellt die Attraktivität klar in den Fokus!

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Beschreibung des Künstlers:

Soldaten sind offene und vielfältige Bestandteile der Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die keine Vorgaben hinsichtlich religiöser oder atheistischer Lebensentwürfe macht, verschiedene Überzeugung schützt und der Vorstellung von Liebe und Glück freien Lauf lässt. Soldaten leben nicht nur die kulturelle, religiöse und sexuelle Verschiedenheit in unserem Land, sie stehen auch im besonderen Maße dafür ein. Sodass jeder Bürger den freien und auch öffentlichen Raum erhält, als Individuum seinen Eigenheiten, Überzeugungen und Sehnsüchten nachzugehen.

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Beschreibung der Künstlerin:

Vielfalt trotz Gleichheit, dies erkennt man schon an den Rahmenbedingungen des Bildes, welche mit den Maßen 70cm x 70cm bewusst gleichseitig gewählt wurden.

Die Flamingos sind alle unterschiedlich in ihren Farben, sehr divers aber doch sind Sie alle Flamingos. Damit werden der Facettenreichtum und das Individuum der Einzigartigkeit der Menschen in der Bundeswehr dargestellt.

In der Spiegelung im Wasser erkennt man deutlich, dass Sie doch alle gleich sind (alle sind in Pink in der Spiegelung). Trotz des Facettenreichtums in der Bundeswehr sind wir eine gemeinsame Einheit (pinke Spiegelung als Einheit).

Der verletzte Flamingo im Vordergrund symbolisiert die Bevölkerung, welche Unterstützung benötigt.

Der Fuchs, Symbol für Intelligenz und agil, schiebt dem verletzten Flamingo den Kaffeebecher als Unterstützung zu, worauf der Flamingo sein verletztes Bein ablegen kann. Somit bekommt der Flamingo Halt und erfährt Anerkennung. Zugleich signalisiert der Kaffeebecher etwas Vertrautes, Wohlfühlendes und gibt den Flamingo Kraft. Der Kaffeebecher mit Bundeswehrlogo wird also von der Bundeswehr bereitgestellt, weil durch Intelligenz und starker humanitärer Unterstützung im Hintergrund die anderen Flamingos mit ihrem Barett Mützen („Bundeswehr“) erkannt, wurde, wer in Not ist und wie man am besten Unterstützung leistet. Der Kaffeebecher symbolisiert somit auch Zusammenhalt und den gegenseitigen Austausch.

Oben rechts im Bild sind Technologie-Stränge (Netzkabel) dargestellt. Die Bundeswehr ist nicht nur in humanitärer Art unterstützend und schützend, sondern auch auf anderen Sparten, zum Beispiel der Technologie. So können beispielsweise mittels intelligenter Software schneller Informationen ausgetauscht werden, neue Erkenntnisse gewonnen werden und schnellere Handlungsentscheidungen getroffen werden. Vielfalt („Diversität“) bedeutet auch Entwicklung – es gibt keinen Stillstand.

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Beschreibung des Künstlers:

Keine Beschreibung vorhanden.

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Beschreibung des Künstlers:

Vorwort

Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und bunter. Dies spiegelt sich auch in der Bundeswehr wider – bei unseren Soldatinnen und Soldaten, aber natürlich auch bei unserem Zivilpersonal.

In der Bundeswehr dienen und arbeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft und mit unterschiedlichstem individuellem Hintergrund. Dies fordert von allen einen toleranten und respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, es gibt uns aber die einzigartige Möglichkeit, aus der Vielfalt Wissen und Fähigkeiten zu schöpfen und vielleicht noch leistungsfähiger zu werden.

Toleranz und Respekt im Umgang miteinander ist aber keine neue Herausforderung, sondern – für den Bereich der Streitkräfte – aufgrund der Ziele und Grundsätze der Inneren Führung schon immer Verpflichtung und Maßstab für soldatische Haltung gleichermaßen.

Der Schaffung inklusiver und wertschätzender Arbeitsumgebungen kommt die gleiche Bedeutung zu wie der Überwindung möglicher Benachteiligungen. Zur Wertschätzung gehören die Akzeptanz verschiedener individueller Lebensmodelle sowie die lebensphasenorientierte Unterstützung von Beschäftigten.

Diversität heißt übersetzt Vielfalt. Vielfalt in der Bundeswehr ist bereits eine positive Realität. Sie ist Fakt. Und Vielfalt ist kein Problem oder lästiger Zeitgeist. Nein. Vielfalt ist eine Chance für eine bessere, leistungsfähigere und buntere Gesellschaft!

Herleitung meines Werkes

In der Bundeswehr steht der Mensch im Fokus, er ist Mittelpunkt der Betrachtung. Deswegen habe ich Köpfe, Gesichter, Uniformierte oder Zivile, Behütete, Lachende und nachdenklich Schauende, Männer, Frauen und Transgender, Weiße und Nicht-Weiße, Alte und Junge für mein Werk ausgewählt. Sinnbilder für alle sechs Kerndimensionen der Vielfalt: Alter, Geschlecht, Behinderung, Ethnie, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und Identität.

Schaut man aber auf die Bundeswehr, sieht man eine Vielzahl, ja ein Wirrwarr an Menschen. Das Auge verliert sich in der „Viel Falt“ der Wahrnehmungen. Man kann sich auf niemanden so richtig fokussieren. Wenn Sie frontal auf mein Bild schauen, werden Sie erkennen, was ich meine…

Die einzelnen Bundeswehrangehörigen sind vor dem Ganzen nicht wirklich zu erkennen als Individuen, Persönlichkeiten, als Menschen mit ganz verschiedenen Lebensbiographien, die sehr vielfältig sein können. Als Menschen mit Falten, Sorgen- und Lachfalten… Jede Falte kann eine Geschichte über diesen Menschen erzählen… Deswegen habe ich in meinem Werk die vielen Köpfe und Gesichter gefaltet, in Vielfalt halt eben.

Es sind aber auch Menschen mit verschiedenen Karrierewegen. Laufbahnen trennen sie oftmals und führen sie dann doch wieder in Dienststellen zusammen, in denen sie mit ihrer Vielfältigkeit und den daraus entstehenden Synergieeffekten zu mehr Erfolg beitragen können. Deswegen habe ich in meinem Werk die vielen Köpfe und Gesichter in Streifen geteilt und versetzt auf die „Falten“ montiert.

Wie kommt man aber nun zu den einzelnen Menschen, die zusammen die Vielfalt in der Bundeswehr ausmachen? Ganz einfach. Man muss sich links oder rechts umschauen, um den Menschen im Ganzen sehen zu können. Treten Sie dazu gut einen Meter nach links und betrachten nun mein Werk von dort. Jetzt sehen Sie die Menschen! Nun erkennen Sie die schillernden Persönlichkeiten und ihre Biographien. Und dann gehen Sie auf die rechte Seite des Werkes. Auch wieder gut einen Meter seitlich davon. Und dann erkennen Sie weitere Menschen, die mit ihrer Vielfalt an unterschiedlichen Stellen in der Bundeswehr wirken…

Viel Falt!

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Beschreibung der Künstlerin:

Für mich ist die Bundeswehr so bunt wie das Leben selbst und aufgrund meiner eigenen Geschichte hatte ich genau jenes Bild vor Augen, welches Sie sehen, als ich das Plakat zu der Kunstausschreibung gesehen habe. Wie Sie sehen können, sieht man auf meinem Bild, welches ich bewusst auf zwei Leinwände gemalt habe, Folgendes: Die Strichmännchen spiegeln die Genderneutralität und Gleichberechtigung der Bundeswehr als Arbeitgeber wider. Ganz bewusst habe ich einen einzelnen Menschen weiblich gemalt, um die Religion der Person mit einzubinden. Die Farben spiegeln Krankheiten, sexuelle Identität und körperliche Beeinträchtigung wider.

Denn oftmals sind es leider Krankheiten, Heterogenität oder Schicksalsschläge, die unsere Einstellung erst dann positiver werden lassen. Das Bild soll genau das widerspiegeln. Auf der linken Seite des Bildes sehen Sie die Menschen, die „anders sind“, sei es durch Krankheit, sexuelle Identität, Religion oder angeborene körperliche Einschränkungen. Hier überwiegt die Mehrheit derer, die „anders sind“ deutlich, jedoch erst auf den zweiten Blick. Auf der rechten Seite sieht man die eher negativ eingestellten Menschen, die berühmten „Schwarzseher“, bei ihnen wird das Gras vermutlich nie grün sein und auf der anderen Seite ist es grundsätzlich grüner. Diese ist mit Absicht als geballte Gruppe dargestellt, obwohl sie nur ein Drittel des Bildes einnehmen, um den Anschein wirken zu lassen, sie seien in der Mehrheit. Jedoch bei genauerem Betrachten erkennt man, dass auch diese teilweise „anders sind“. Beide Seiten sind getrennt durch eine Mauer. Eine mentale Barriere, die in unser aller Köpfe ist. Eine Mauer, die uns oft den Blick auf das Wesentliche versperrt. Denn von beiden Seiten, negativ wie positiv, sollte mehr Respekt und Toleranz einander entgegengebracht werden. Nicht nur für das „anders sein“, sondern auch für unterschiedliche Meinungen und Ansichten, denn auch das bedeutet Diversität, einfach die Meinung eines anderen akzeptieren, ohne diese ändern zu wollen.

Genau das möchte ich mit meinem Gemälde zeigen, dass es zwei verschiedene Ansichten gibt, die dennoch ineinander gehen können, wenn man es will. Wie man sehen kann, schlummert in manchen der Wunsch „anders zu sein“, allerdings fehlt ihnen der Mut, den letzten Schritt durch die Öffnung der Mauer zu gehen. Sie sind neugierig, was einen auf der anderen Seite der Mauer erwartet. Wenn sie den Schritt auf die andere Seite wagen, gehen Sie in eine positivere Zukunft und sind mit sich selbst im Reinen. Sie werden auf der toleranten Seite herzlich willkommen geheißen und erhalten entsprechende Unterstützung durch den „Spieß“, das psychosoziale Netzwerk, durch Kameradschaft und entsprechende Vorschriften. Sie müssen sich nur überwinden und diesen mutigen Schritt wagen!

Einige der „Schwarzseher“ sind komplett schwarz gehalten, denn sie können und wollen nicht toleranter werden. Die Sprüche, die Sie auf dem Bild lesen können, beruhen auf wahren Begebenheiten und persönlicher Erfahrung. Wenn man plötzlich körperlich eingeschränkt ist, wird man früher oder später mit diesen Ansichten konfrontiert.

Krankheiten, Schicksalsschläge und körperliche Einschränkungen können jedem Menschen passieren, egal welche Einstellung man hat. Doch ist es meistens erst ein Schicksalsschlag, der uns demütig werden und das Leben wertvoller sehen lässt. Der Arbeitgeber Bundeswehr hat mit dem Soldatinnen- und Soldaten-Gleichbehandlungsgesetz, „Vereinbarkeit von Familie und Dienst“, dem „Mobilen Arbeiten“, seiner Fürsorgepflicht und dem psychosozialen Netzwerk ein Umfeld geschaffen, in dem Diversität gelebt wird und in Zukunft auch gelebt werden kann.

Um meinem Bild mehr Ausdruck zu verleihen, habe ich mich an die vorherrschenden Farben der verschiedenen Krankheiten und Aufmerksamkeiten gehalten, Beispiele dafür sind: (angelehnt an die Awareness Ribbons, Quelle: siehe Link unten): Blau: Alopezie, Arthrose; Blau-Rosa-Weiß: Transgenderfahne; Braun: Anti-Tabak; Bunt gepuzzelt: Autismus; Gelb: Endometriose, Leberkrankheiten, Adipositas; Grau: Diabetes; Grün: PTSD, Depression, Kleinwüchsigkeit; Hellgrün-Dunkelgrün gestreift: Farbenblindheit; Lila-Rosa-Glitzer: Schlaganfall bei Kindern; Orange: ADHS, Leukämie, CRPS, Multiple Sklerose, Lupus; Regenbogenfahne: LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender); Rot: AIDS und HIV, Verbrennungsopfer, Bluthochdruck, Schlaganfall; Silbermetal: Amputationen; Türkis: Suchtkrank; Violett/ Lila: Hodenkrebs, Fibromyalgie; Weiß gepunktet: Blindheit; Weiß: Knochenkrebs, Osteoporose, unsichtbare Krankheiten, Postpartale Depression; Zebra-Schwarz-Weiß: seltene Krankheiten. Falls Sie hierzu mehr Informationen möchten, besuchen Sie die Seite https://www.disabled-world.com/disability/awareness/ribbons.php.

Mit meinem Gemälde Respekt und Toleranz möchte ich Ihnen Mut machen, vielleicht Ihre innere mentale Mauer zu überwinden, zu sich selbst zu stehen und einen Schritt aufeinander zuzugehen. Es lohnt sich!

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Beschreibung des Künstlers:

Das Bild zeigt, dass Diversität innerhalb der Bundeswehr funktionieren kann, wenn man das Potenzial eines jeden erkennt. Man kann einen geeigneten Arbeitsbereich für jeden finden. Es zeigt, dass Inklusion funktioniert und jeder respektiert wird. Egal welche Hautfarbe oder welches Geschlecht man hat, egal welches Handicap oder welcher Religion man angehört. Wichtig ist, dass wir alle Menschen sind.

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Beschreibung der Künstler|innen:

Eine Organisation wie die Bundeswehr mit ihrem militärischen Auftrag strebt nach Gleichheit, Einheitlichkeit, Gemeinsamkeit.

Welche militärische oder paramilitärische Organisation kleidet seine Angehörigen nicht in die „gleichmachende“ Uniform oder Uniformäquivalente.

Sie soll Gemeinsamkeit schaffen und Individualismus beseitigen, Einheitlichkeit suggerieren. Und nun ist die Vielfalt der Bundeswehr die neue Einheit?

Unser Projekt „Ansichtssache“ macht einerseits (von einer Seite, von einem Blickwinkel) das Ziel der Einheitlichkeit deutlich.

Andererseits (von der anderen Seite, von einem anderen Blickwinkel) wird deutlich, dass alle die „Gleichgemachten“ doch unterschiedlich und anders sind, sich voneinander unterscheiden, divers sind.

Wenn die Betrachtenden sich die Mühe machen näher heranzutreten, stellen sie fest, dass es viel mehr über die Einzelnen zu entdecken gibt und dass es selbst bei diesem Blickwinkel, bei dem man glaubte Gemeinsamkeiten (Farbe) zu entdecken, doch stark voneinander divergierende, unterschiedliche Lebensmodelle gibt.

Diese Unterschiedlichkeit zu akzeptiere und zu leben kann und sollte Gemeinsamkeit stiftend in der Bundeswehr sein.

Fotografien der Werke: SKA
Werkfoto der Teilnehmenden: Vonderlind, Mendrok, Illauer, Feigl
Foto des Gruppenpreises: digitales Dokument der Teilnehmenden

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Beschreibung der Künstler|innen:

SONGTEXT:

MEHRWERT!

Vielfalt steckt zwischen dem „Uns“ und dem „Wir“, und handelt vom „Ich“ und vom „Dir“.
Diversität, Farbig, Bunt, in der Bundeswehr.

Sie passt gut hier her,
ist sie doch immer noch ein Kampf. Ein Kampf der Köpfe,
nicht immer mit den Waffen der Vernunft geführt.

Realität trifft auf Klischee.
Wer wenn nicht diese Parlamentsarmee kennt sich damit aus?

Ein ausrasierter Nacken und ein Dutt, reduzieren Vielfalt auf den ersten Blick. Wo der Unterschied
zunächst nur auf den Schultern schlummert und festgeklettet überm Herzen klebt.

Ist über den beiden Oberarmen,
inmitten der beiden Deutschlandfahnen, ein Geist platziert,
der so nur einmal existiert.

Diversität beginnt da,
wo die Uniform die Bahn betritt. Wo jenes Gesicht,
das Gesicht des Systems wird.

Wo in der Grundausbildung
aus der Zweck‐WG ein Zug entsteht und wichtiger Zusammenhalt
über jegliche Klischees geht.

Wo in der militärischen Einheitlichkeit erst recht der Unterschied sichtbar wird.
Wo Vielfalt nicht die vielfältigen Vorschriften sind
und mehr ist als das Privatfach im Stubenspind.

Wo bei der Einkleidung,
die Ausrüstung kleinteilig ausgehändigt wird und die reichende Hand, so viel reicher ist,
weil sie die Welt mit anderen Maßstäben misst.

Wir sagen das ist Inklusion und freuen uns. Doch was aufrichtig Freude heißt,
wissen nur die wirklich Reichen,
die, die mit der ehrlichsten Freude in dieser Truppe
Uniformen hinüberreichen.

Führen durch Vorbild, Vielfalt bildlich vorgelebt.
Wo der Glaube unterscheidet,
dessen Kraft aber eint.

Wo ein Tattoo mehr sagt
als ein wortkarger Kamerad.
Wo ein Ohrring von Individualismus zeugt
und der Patch, ein Stück stofflichen Stolz zeigt.

Wo das Thema Diversität
manchmal alkoholischen Anstoß braucht. Wo charmant nachgefragt wird,
was okay ist, uninteressant. Hauptsache Herkunft und Hautfarbe, Kultur und Aussprache
sind für alles andere irrelevant.

Diversität ist nicht die Existenz von Unterschieden, sondern das respektvolle Zusammenleben
mit eben jenen.

Wo wir Chromosomen keine Macht mehr geben, weil Männer und Frauen endlich gleichberechtigt nebeneinander leben. Wo Einsatz und Elternzeit
beides Dienst an der Gesellschaft ist.

Wo ein Mann einen Mann
oder eine Frau einer Frau liebt
und ein jeder jedem einen Ring gibt.
Ein Versprechen, das als Splitterschutzweste der Seele fungiert. Wen interessiert da Frau oder Mann,
wenn das die stärkste Waffe nicht zerstören kann.

Wo ein Witz der Vielfalt Grenzen setzt, weil er das Herz verletzt.
Da tief drinnen in der Seele, ist alles so weich und zart.
Doch wird es mit Witz um Witz, Stück für Stück steinhart.
Weil der Entscheidende nicht mitgelacht hat.

Diversität heißt nicht einfach, aber lehrreich, vor allem für die, die so reich an Leere sind. Wo ein Kleingeist geistlos Überhand gewinnt. Ist Vielfalt das, was aufs Wesentliche besinnt.

Diversität auf kleinstem grau‐blauem Raum komprimiert. Ein Schiff,
als Wellenbrecher der stürmischen Wogen der Meinungsgischt. Auf 140m Stahl, kann Vielfalt keiner entfliehen.
Denn ich kann nicht ohne Dich und du nicht ohne ihn.

Ein paradoxes Paradebeispiel als maritimer Mehrwert
Denn wir sind alle sind mehr und all das ist es wert.

Wo hinter roten Backsteinbauten und in Bürosesseln, Abzeichen beehrte Versehrte sitzen.
Einst im Einsatz eingesetzt,
wird heute im Papierkrieg gekämpft. Bewaffnet mit Kugelschreiberminen,
für die Wortgefechte an der Paragraphen Front. Wo nicht Menschen, sondern Argumente fallen, fällt ein Versehrter unter Unversehrten auf.

Diversität fällt noch viel zu oft, viel zu sehr auf, Sie ist erst aufrichtig richtig da,
wenn bunt normal und nicht der Rede wert ist,
in der Einheitlichkeit einheitlich als Wert gelebt wird.

Sie fängt bei jedem einzelnen Soldaten
Und jeder einzelnen Soldatin an,
Als Respekt, den man nicht befehlen kann!

10. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2010: Dienst – Familie – Partnerschaft

Der Auftrag der Bundeswehr fordert von den Soldaten und Soldatinnen hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität, Flexibilität und Lernbereitschaft. Die Anforderungen, die dabei an sie und ihre Familien gestellt werden, sind in der Regel belastender als die Anforderungen an Beschäftigte anderer Berufsgruppen.

 

Einsätze der Bundeswehr im Ausland, eine hohe Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort können mitunter für Familien und Partnerschaften eine besondere Belastung darstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn auf Grund dieser Situation der Partner zu Hause gezwungen ist, sich allein um die Kinder, den Haushalt und die anderen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu kümmern.

 

Familien und Partnerschaften sind Kraftquelle und Rückhalt der Soldaten und Soldatinnen. Daher hat die Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowohl im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen als auch infolge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung für ihre individuelle Lebensgestaltung einen hohen Stellenwert.

 

Die Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten einer höheren Eigenständigkeit gewandelt. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein allgemein anerkanntes gesellschaftliches Ziel. Darüber hinaus zeigt der gesellschaftliche Wandel zentraler Lebensinteressen, dass neben Beruf, Einkommen und Karriere gleichzeitig und gleichwertig Familie, Freizeit und Freundeskreis treten. Damit gewinnt die Familie als Lebensmittel- und Ankerpunkt auch für Soldaten und Soldatinnen überdurchschnittliche Bedeutung.

 

Einsatzfähigkeit und Auftragserfüllung der Streitkräfte und die Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften stellen nicht prinzipiell konkurrierende Ziele dar. Sie bilden einen Rahmen, ein Spannungsfeld, in dem sich Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bewegen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.

 

Wie schaffen es die Soldaten und ihre Familien, dieses Spannungsfeld auszuhalten und zu gestalten? Wie schafft es die Bundeswehr, den Herausforderungen der Zeit (demographischer Wandel, Veränderung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft) zu begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber zukunftsorientiert weiterzuentwickeln? Vereinbarkeit von Familie und Dienst ist ein Thema, das uns alle angeht, als Vorgesetzte und als Betroffene. Die künstlerische Auseinandersetzung ist unter diesen Gesichtspunkten nicht nur eine äußerst spannende Angelegenheit, sondern auch eine Verpflichtung. Kunst kann neue Sichtweisen anbieten, und dafür können gerade die Kreativen in der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leisten.

11. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2012: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

 

Neben den Pressemeldungen zur Lage sind auch andere Medien gefragt. Ein Medium ist die Kunst. Die Kunst kann nichts verhindern, aber sie kann sensibilisieren. Die Kunst vermag mehrere Ebenen gleichzeitig anzusprechen und findet einen anderen Zugang zum Betrachter. Deshalb ist es wichtig, diesen Kunstwettbewerb der Bundeswehr öffentlich zu machen. Seit 1998 wird der Wettbewerb ausgetragen, vor allem seit 2008 hat er unter neuer Leitung spürbar an Dynamik und Rückhalt gewonnen. Und das trägt Früchte. Mit der ersten Wanderausstellung der Wettbewerbswerke im Jahr 2010 an insgesamt 10 Standorten wird das Kunstprojekt in allen Teilen der Bundeswehr zusehends populärer.

 

Es bewegt sich also nicht nur die Bundeswehr als Einrichtung, sondern natürlich auch die Teile des Ganzen. Und nur wer bewegt, bewegt etwas. Der Kunstwettbewerb zeigt ein anderes Bild, das wir von der Bundeswehr haben. Es zeigt den untrüglichen Blick derjenigen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, sei es im Ausland oder bei uns. Es ist auch kein Blick von Künstlern, sondern von betroffenen Menschen, die mit Intensität und sehr hoher Motivation Werke schaffen, die es wahrlich wert sind, öffentlich gezeigt zu werden. Von Jahr zu Jahr wird die künstlerische Qualität spürbar größer und einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vergangenen Wettbewerben haben sich bereits mit eigenen Werken einen Namen gemacht.

 

Das alles vermag Kunst. Sie bewegt. Nur wer bewegt, bewegt etwas. In diesem Sinne ist der Kunstwettbewerb der Bundeswehr unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes ein Beweger, ein Katalysator, ein Motivator. Die Veränderung? Der Anfang ist gemacht.

12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2014: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden. Bereits 2005 erwähnte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Rede zum 50. Jahrestag:

 

„Der Begriff ‚Parlamentsarmee‘ hat sich für diese enge Verbindung und Verantwortung längst allgemein durchgesetzt. Wir, der Deutsche Bundestag, wissen, dass wir uns auf diese Armee verlassen können. Und die Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, sollen wissen, dass sie sich auf dieses Parlament verlassen können.“ (26.10.2005)

 

Weltweit einmalig ist der Umfang, inwieweit der Bundestag Einfluss auf die Bundeswehr besitzt: Zustimmungsvorbehalt bei Bündnisverpflichtungen, Verankerung des Verteidigungsausschusses in der Verfassung, ein eigenes Amt mit Wehrbeauftragten. Weiterhin gilt das Budgetrecht, das bereits 1848 dem Parlament eine wichtige Kontrollfunktion über die Armee gegeben hat. Heute bestimmt das Recht den Umfang und die Fähigkeiten der Streitkräfte mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses und des zuständigen Haushaltsausschusses.

 

Aus all diesen Punkten wird deutlich, dass die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr in erster Linie vom Bundestag mitgesteuert werden, der sich aus den gewählten Vertreter der Bürger zusammensetzt. Insofern bekommt der Begriff für Soldaten „Staatsbürger in Uniform“ als Leitbild der Inneren Führung der Bundeswehr eine weitreichende Bedeutung. Die einsatzorientierte Bundeswehr wurde im Mai 2013 zu einem vorrangigen Ziel in der Neuausrichtung der Bundeswehr. Zurzeit sind rund 6000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz von insgesamt 185000 sowie 55000 Zivilbeschäftigte.

 

Im Einsatz für Deutschland… bedeutet nicht nur der Einsatz im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst z.B. als Unterstützung bei Flutkatastrophen. Besonders bei solchen Katastrophen wird klar, dass die Bundeswehr ein Teil der Bevölkerung darstellt mit realen Menschen, die helfen. Der Blick ins Ausland und den damit verbundenen Herausforderungen sind für den Einzelnen der Bevölkerung schwer nachvollziehbar – und doch sind die Auswirkungen umso mehr erkennbar. Umso entscheidender ist es, humanitäre Einsätze innerhalb Deutschlands zuzulassen und zu fördern.

 

Es ist wichtig, die Bundeswehr nicht nur als militärische Einheit zu sehen, sondern als eine Gruppe von Menschen, die genauso als Bevölkerung in Deutschland leben wie diejenigen, die nicht bei der Bundeswehr sind. Spätestens als Reservisten und Veteranen sind ehemalige Bundeswehrangehörige fester Bestandteil der Bevölkerung und verdienen den gleichen Respekt wie andere Berufsgruppen auch.
Dann zeigt sich, ob wir als Gesellschaft in der Lage sind, mit dem Einsatz für Deutschland umzugehen. Das ist auch ein demokratischer Grundgedanke, der mitunter zu kurz kommt. Unverständnis ist die Folge und Desinteresse für die Probleme, die zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten mit seelischer Verwundung im Einsatz zu überwinden haben.

 

»Im Einsatz für Deutschland …« ist auch der Beginn eines Satzes, einer Erinnerung, einer Zukunft. Wie würden Sie den Satz vollenden? Sehen Sie zurück oder nach vorne? Was ist Ihre Geschichte? Was würden Sie sich wünschen, wie der Satz weitergeht?

13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2016: Akzeptiert. Integriert. Respektiert

Auftrag der Bundeswehr ist nicht nur die Verteidigung des Landes sowie Hilfe bei Katastrophen im Inland, sondern auch die Beteiligung an überstaatlichen Bündnissen. Das klingt einfach und ist doch sehr komplex. Die Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz für Deutschland auch im Ausland daheim, aber ihr Zuhause ist Deutschland.

 

Was bedeutet dann Zuhause, wenn der Einsatz sechs Monate dauert, getrennt von der Familie, den Angehörigen und Freunden? Wo definiert sich Heimat, wenn die Kommunikation nur über Video, E-Mail, Telefon oder Brief funktioniert? Was bedeutet Heimat, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz eine Art eigene Familie bilden?

 

Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz, Familie und Kulturunterschieden. Besonders zu Hause in Deutschland sind viele Bundeswehrangehörige noch nicht selbstverständlich akzeptiert. Das gilt nicht nur für Einsatzrückkehrerinnen und -rückkehrer.

 

Für den Auftrag, den das Parlament der Bundeswehr gibt, ist es zukünftig entscheidend von Bedeutung, wie und auf welche Weise mit den Anforderungen umgegangen wird. Damit ist zum einen die Einsatzsituation gemeint, zum anderen das Verständnis für die Bundeswehr im eigenen Land. Hier ist noch viel Vermittlungsarbeit zu leisten, damit die Bundeswehr und ihre Angehörigen uneingeschränkt und vorbehaltlos als Teil unseres Landes akzeptiert werden. Im Verteidigungsfall sind sie es, die uns schützen und im Einsatz vielfältige Opfer bringen. Und das verdient jeden Respekt.

 

Die Anfangsbuchstaben des Themas »Akzeptiert. Integriert. Respektiert.« ergeben das Wort „AIR“ (engl.: Luft). So wie wir die Luft zum Atmen brauchen, brauchen wir diesen Dreiklang für ein harmonisches Miteinander in der Welt und Zuhause. Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Die Welt kann das nicht ersetzen, nur ergänzen.

 

Zeigen Sie uns, wie das aussieht. Zeigen Sie uns, wie Sie dies im Alltag und im Einsatz erleben. Zeigen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen können.

14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2018: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

 

»Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut« (Goethe). Eine Verbindung des Ausspruchs mit den genannten Eigenschaften zeigt, wie die Bundeswehr und die Bundeswehrangehörigen MUT beweisen. Denn das Große, das über allem steht, ist der Charakter. Der Charakter der einzelnen Soldatin und des Soldaten, aber auch der Charakter der Bundeswehr. MUT zu haben zeigt sich nicht in der Überwindung von ausweglosen Situationen, sondern im Einstehen für andere, im Widersetzen gegen Ungerechtigkeit, im Standpunkt vertreten. Das zeigt sich auch in den parlamentarischen Debatten, welche Funktion die Bundeswehr übernimmt, welche Einsätze genehmigt werden. Es geht darum, dass darüber diskutiert wird. Dies ist ein Geschenk, ein hohes Gut, das Deutschland auszeichnet.

 

Wo sehen Sie MUT in Ihrem Berufsalltag? Wo begegnen Ihnen Menschen, die MUT zeigen? Wie haben Sie schon einmal MUT bewiesen in Ihrem Beruf? Seien Sie Teil des Kunstwettbewerbs und geben dem Einzelnen einen Namen. Seien Sie mutig und machen Sie mit. Der Kunstwettbewerb der Bundeswehr beweist seit vielen Jahren, wie wichtig es ist, sich auszudrücken, eine Position zu beziehen, anderen die eigene Situation zu schildern. Es ist ein Gewinn für alle.

 

MUT ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Haltung. Und es ist ein Handeln. Jetzt.

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

 

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

 

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

 

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.