Gewinner des 14. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2018 ausgezeichnet – Bandbreite der Beiträge in diesem Jahr besonders vielfältig

Gewinner des 14. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2018 ausgezeichnet – Bandbreite der Beiträge in diesem Jahr besonders vielfältig

Berlin, 06.12.2018. Die Gewinner des 14. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2018 wurden am 29. November 2018 im Rahmen eines Festaktes im Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages ausgezeichnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bundeswehr und Kirche nahmen an der feierlichen Siegerehrung teil, um den Gewinnern zu gratulieren.

Der 14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr 2018 forderte in diesem Jahr Angehörige der Bundeswehr dazu auf, sich künstlerisch zu einem Rahmenthema zu entfalten und zugleich darzustellen, wie es sich anfühlt, Soldatin oder Soldat zu sein. Bis zum 15. Juni 2018 hatten Bundeswehrangehörige die Möglichkeit, sich kreativ mit dem Thema „MUT“ auseinanderzusetzen und an dem Wettbewerb teilzunehmen. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft bis hin zur Furchtlosigkeit – es galt, diesen Eigenschaften einen Ausdruck zu verleihen.

Das Ergebnis ist überwältigend: Es wurden 88 individuelle Werke eingereicht, so viele wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Darunter befinden sich sieben Familienarbeiten. Insgesamt waren 114 Personen an den Werken beteiligt. Angefangen bei klassischen Bildern und Kollagen über Skulpturen bis hin zu digitalen Video-Installationen und musikalischen Beiträgen – die Bandbreite der Beiträge war 2018 besonders vielfältig.

Die Musiker Hauptmann Thomas Esch und Oberstabsfeldwebel Mario Puffay in Aktion

Die Musiker Hauptmann Thomas Esch und Oberstabsfeldwebel Mario Puffay in Aktion

Entsprechend stolz und gespannt waren die zwölf nominierten Gewinner des 14. Kunstwettbewerbs der Bundeswehr 2018, als sie am 29. November 2018 im Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses zusammenkamen. Eine Fachjury rund um Projektleiter Roland Prüfer hatte im Juli 2018 die schwierige Aufgabe der Bewertung auf sich genommen und die zwölf Gewinner festgelegt, darunter ein Familien- und ein Sonderpreis. Die Auswahl fiel der Jury nicht leicht, denn jedes Werk erzählt eine eigene Geschichte, zeugt von Kreativität und Geschick, beeindruckt, überrascht, stimmt nachdenklich.

 

Es waren in diesem Jahr sehr persönliche Zeugnisse über die Lebenswirklichkeit in und mit den deutschen Streitkräften, die in künstlerischer Form dargebracht wurden. Alle Künstler haben gezeigt, wo sie Mut in ihrer Lebenswirklichkeit, ihrem Berufsalltag erkennen oder wo uns Menschen begegnen, die Mut zeigen, die beherzt Lösungen für scheinbar ausweglose Situationen finden, sich couragiert gegen Ungerechtigkeit zur Wehr setzen oder tapfer den eigenen Standpunkt, nicht zuletzt im Sinne unserer Bundeswehrangehörigen, vertreten. Dies stellten auch die verschiedenen Grußworte deutlich heraus.
Das Grußwort des Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Wolfgang Hellmich MdB, wurde vom Leiter des Ausschuss-Sekretariates, Hans-Ulrich Gerland, verlesen. Darin betonte er neben der Wichtigkeit des Kunstwettbewerbs auch den Symbolwert des Veranstaltungsortes. Wolfgang Hellmich konnte aufgrund namentlicher Abstimmungen im Plenum des Deutschen Bundestages nicht persönlich an dem Festakt teilnehmen.

Hauptfeldwebel Nils Felber bei der Darbietung seines Sprechgesang-Titels „Mut“

Hauptfeldwebel Nils Felber bei der Darbietung seines Sprechgesang-Titels „Mut“

Im Namen der Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen verlas Generalleutnant Markus Laubenthal, Leiter der Abteilung Führung Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung, ein Grußwort. Die Ministerin zeigte sich darin beeindruckt von den Werken und auch vom Thema. Alle Künstler hätten sich – so die Ministerin – getraut, der Öffentlichkeit auch ganz Persönliches zu zeigen – Erfahrungen aus dem Auslandseinsatz, Sorgen um geliebte Menschen, prägende Erfahrungen aus dem beruflichen und privaten Alltag. Auch das sei mutig. Die Ministerin resümierte trefflich: „In der Bundeswehr stecken viele künstlerische Talente. (…) Die Möglichkeit, sich einmal – losgelöst vom Alltag – auf eine ganz andere Art und Weise mit dem eigenen Beruf, prägenden Lebenssituationen oder mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen, ist ein Bedürfnis. Und diesem Bedürfnis möchten wir in unserer Bundeswehr Raum zur freien Entfaltung geben.“

Aus dem Vorstand der KAS verlas Oberfeldarzt Dr. Stefan Schönfeld das Grußwort der KAS-Vorsitzenden Gisela Manderla MdB, die ebenfalls durch Abstimmungen im Bundestag gebunden war. Darin dankte Frau Manderla u.a. den Künstlern, dem Streitkräfteamt (SKA) sowie den Musikern Hauptmann Thomas Esch und Oberstabsfeldwebel Mario Puffay – Mitglieder der Standortband „Sperrzone“ aus Daun. Die Musiker begleiteten auf gekonnte Weise den Festakt musikalisch mit Gitarre und Cajón. Auch der Moderatorin Oberleutnant Christin Junge vom Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen sprach Manderla ihren Dank dafür aus, dass sie routiniert durch die Veranstaltung führte. Oberleutnant Junge interviewte beim Empfang nach dem Festakt zudem einige der anwesenden Gäste und Künstler für Radio Andernach.

Neben dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels, war auch der Amtschef SKA und Schirmherr des Wettbewerbs, Generalmajor Franz Weidhüner, zugegen. Er nutzte die Gelegenheit, sich namens des SKA bei allen Künstlern in der Bundeswehr für ihre Werke zu bedanken und ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Urkunden an die Künstler zu verleihen.

Hauptfeldwebel Manuela Dreher nimmt die Urkunde für den 1. Platz entgegen

Hauptfeldwebel Manuela Dreher nimmt die Urkunde für den 1. Platz entgegen

Den 1. Preis nahm Hauptfeldwebel Manuela Dreher für ihr zweiteiliges Bild „Was der Mensch sät…“ entgegen. Es handelt sich um eine Malerei auf Holz, die durch hohes handwerkliches Können, Idee und gestalterische Umsetzung die Jury überzeugt hatte. Der 2. Preis ging an Regierungssekretärin Sandy Marchewka mit dem Werk „Am Anfang ist es Mut, dann eine Einstellung“, eine Fotografie, die aufwändig digital bearbeitet wurde. Der 3. Preis war in diesem Jahr ein Novum. Es handelt sich um einen Sprechgesang von Hauptfeldwebel Nils Felber mit dem Titel „Mut“, den der Gekürte sogleich live im Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses darbot – ein beeindruckendes Bild. Über den 4. Preis freute sich der Technische Regierungsobersekretär Enrico Frenzel mit seiner Malerei „Sophia“. Den 5. Platz belegten Obergefreiter MA Oliver Sakins und Obergefreiter d.R. Veronica Scholz, Leutnant Ann Kocakaya, Stabsunteroffizier Jens Landefeld, Arbeinehmerin Cornelia Vonderlind und Oberfeldwebel Franz Feigl. Den Familienpreis nahm Hauptfeldwebel Thomas Gebhardt mit seiner Familie, bestehend aus Susanne, Hanna und Marie, entgegen. Der Sonderpreis ging an Militärdekan Friedemann Schmidt mitsamt Familie: Stephanie, Marie und Conrad. Alle Kunstwerke und weitere Beschreibungen zu den Werken befinden sich im neuen Ausstellungskatalog, der hier abgerufen werden kann.

Der 1. Platz: Manuela Dreher. Das zweiteilige Bild „Was der Mensch sät…

1. Preis. Manuela Dreher: Was der Mensch sät…Malerei auf Holz. 60 x 60 cm + 40 x 60 cm. Zweiteilig

Der Bundeswehr-Kunstwettbewerb wird seit 1997 im Wechsel von der Evangelischen und der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (EAS/KAS) durchgeführt. Er steht unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes. Die Vielzahl der eingesandten – auch außergewöhnlichen – Werke zeigte in diesem Jahr ganz besonders, dass der Kunstwettbewerb der Bundeswehr eine wichtige Maßnahme zur Förderung von Künstlern in der Bundeswehr darstellt und zur Verbesserung der Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft beiträgt.

Text und Fotos: Daniel Bigalke, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, KAS

10. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2010: Dienst – Familie – Partnerschaft

Der Auftrag der Bundeswehr fordert von den Soldaten und Soldatinnen hohe Einsatzbereitschaft, Mobilität, Flexibilität und Lernbereitschaft. Die Anforderungen, die dabei an sie und ihre Familien gestellt werden, sind in der Regel belastender als die Anforderungen an Beschäftigte anderer Berufsgruppen.

 

Einsätze der Bundeswehr im Ausland, eine hohe Anzahl dienstlich veranlasster Abwesenheitstage und das Pendeln zwischen Wohn- und Dienstort können mitunter für Familien und Partnerschaften eine besondere Belastung darstellen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn auf Grund dieser Situation der Partner zu Hause gezwungen ist, sich allein um die Kinder, den Haushalt und die anderen Angelegenheiten des täglichen Lebens zu kümmern.

 

Familien und Partnerschaften sind Kraftquelle und Rückhalt der Soldaten und Soldatinnen. Daher hat die Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowohl im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Rahmenbedingungen als auch infolge der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung für ihre individuelle Lebensgestaltung einen hohen Stellenwert.

 

Die Rolle der Frau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten einer höheren Eigenständigkeit gewandelt. Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein allgemein anerkanntes gesellschaftliches Ziel. Darüber hinaus zeigt der gesellschaftliche Wandel zentraler Lebensinteressen, dass neben Beruf, Einkommen und Karriere gleichzeitig und gleichwertig Familie, Freizeit und Freundeskreis treten. Damit gewinnt die Familie als Lebensmittel- und Ankerpunkt auch für Soldaten und Soldatinnen überdurchschnittliche Bedeutung.

 

Einsatzfähigkeit und Auftragserfüllung der Streitkräfte und die Forderungen nach Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften stellen nicht prinzipiell konkurrierende Ziele dar. Sie bilden einen Rahmen, ein Spannungsfeld, in dem sich Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr bewegen und gemeinsam nach Lösungen suchen müssen.

 

Wie schaffen es die Soldaten und ihre Familien, dieses Spannungsfeld auszuhalten und zu gestalten? Wie schafft es die Bundeswehr, den Herausforderungen der Zeit (demographischer Wandel, Veränderung von Wertvorstellungen in der Gesellschaft) zu begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber zukunftsorientiert weiterzuentwickeln? Vereinbarkeit von Familie und Dienst ist ein Thema, das uns alle angeht, als Vorgesetzte und als Betroffene. Die künstlerische Auseinandersetzung ist unter diesen Gesichtspunkten nicht nur eine äußerst spannende Angelegenheit, sondern auch eine Verpflichtung. Kunst kann neue Sichtweisen anbieten, und dafür können gerade die Kreativen in der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leisten.

11. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2012: Mobilität! Bewegung. Veränderung?

Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. Die Trennung von Angehörigen ist unvermeidlich. Die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbediensteten wird dabei immer mehr an Bedeutung gewinnen, um neben einem angemessenen Freizeitausgleich auch Beziehungsarbeit zu leisten. Die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr geschieht zunehmend öffentlich: in Rundfunk und Presse häufen sich Berichte über Freud und Leid im Einsatz, über Ausbildung, Rückkehr und Traumatisierung.

 

Neben den Pressemeldungen zur Lage sind auch andere Medien gefragt. Ein Medium ist die Kunst. Die Kunst kann nichts verhindern, aber sie kann sensibilisieren. Die Kunst vermag mehrere Ebenen gleichzeitig anzusprechen und findet einen anderen Zugang zum Betrachter. Deshalb ist es wichtig, diesen Kunstwettbewerb der Bundeswehr öffentlich zu machen. Seit 1998 wird der Wettbewerb ausgetragen, vor allem seit 2008 hat er unter neuer Leitung spürbar an Dynamik und Rückhalt gewonnen. Und das trägt Früchte. Mit der ersten Wanderausstellung der Wettbewerbswerke im Jahr 2010 an insgesamt 10 Standorten wird das Kunstprojekt in allen Teilen der Bundeswehr zusehends populärer.

 

Es bewegt sich also nicht nur die Bundeswehr als Einrichtung, sondern natürlich auch die Teile des Ganzen. Und nur wer bewegt, bewegt etwas. Der Kunstwettbewerb zeigt ein anderes Bild, das wir von der Bundeswehr haben. Es zeigt den untrüglichen Blick derjenigen Menschen, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, sei es im Ausland oder bei uns. Es ist auch kein Blick von Künstlern, sondern von betroffenen Menschen, die mit Intensität und sehr hoher Motivation Werke schaffen, die es wahrlich wert sind, öffentlich gezeigt zu werden. Von Jahr zu Jahr wird die künstlerische Qualität spürbar größer und einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vergangenen Wettbewerben haben sich bereits mit eigenen Werken einen Namen gemacht.

 

Das alles vermag Kunst. Sie bewegt. Nur wer bewegt, bewegt etwas. In diesem Sinne ist der Kunstwettbewerb der Bundeswehr unter der Schirmherrschaft des Amtschefs des Streitkräfteamtes ein Beweger, ein Katalysator, ein Motivator. Die Veränderung? Der Anfang ist gemacht.

12. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2014: Im Einsatz für Deutschland …

Die vergangenen drei Kunstwettbewerbe der Bundeswehr seit 2006 hatten die Themen Multinationalität, Vereinbarkeit von Dienst und Familie sowie die Frage nach der Mobilität und Veränderung. Den meisten Einsendungen gemeinsam war eine intensive Beschäftigung mit Auslandseinsätzen, obwohl dies durch die Themen nicht vorgegeben war.
Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, deren Einsätze von den Volksvertretern im Bundestag diskutiert und abgestimmt werden. Bereits 2005 erwähnte der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Rede zum 50. Jahrestag:

 

„Der Begriff ‚Parlamentsarmee‘ hat sich für diese enge Verbindung und Verantwortung längst allgemein durchgesetzt. Wir, der Deutsche Bundestag, wissen, dass wir uns auf diese Armee verlassen können. Und die Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, sollen wissen, dass sie sich auf dieses Parlament verlassen können.“ (26.10.2005)

 

Weltweit einmalig ist der Umfang, inwieweit der Bundestag Einfluss auf die Bundeswehr besitzt: Zustimmungsvorbehalt bei Bündnisverpflichtungen, Verankerung des Verteidigungsausschusses in der Verfassung, ein eigenes Amt mit Wehrbeauftragten. Weiterhin gilt das Budgetrecht, das bereits 1848 dem Parlament eine wichtige Kontrollfunktion über die Armee gegeben hat. Heute bestimmt das Recht den Umfang und die Fähigkeiten der Streitkräfte mit Zustimmung des Verteidigungsausschusses und des zuständigen Haushaltsausschusses.

 

Aus all diesen Punkten wird deutlich, dass die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr in erster Linie vom Bundestag mitgesteuert werden, der sich aus den gewählten Vertreter der Bürger zusammensetzt. Insofern bekommt der Begriff für Soldaten „Staatsbürger in Uniform“ als Leitbild der Inneren Führung der Bundeswehr eine weitreichende Bedeutung. Die einsatzorientierte Bundeswehr wurde im Mai 2013 zu einem vorrangigen Ziel in der Neuausrichtung der Bundeswehr. Zurzeit sind rund 6000 Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz von insgesamt 185000 sowie 55000 Zivilbeschäftigte.

 

Im Einsatz für Deutschland… bedeutet nicht nur der Einsatz im Ausland, sondern auch in Deutschland selbst z.B. als Unterstützung bei Flutkatastrophen. Besonders bei solchen Katastrophen wird klar, dass die Bundeswehr ein Teil der Bevölkerung darstellt mit realen Menschen, die helfen. Der Blick ins Ausland und den damit verbundenen Herausforderungen sind für den Einzelnen der Bevölkerung schwer nachvollziehbar – und doch sind die Auswirkungen umso mehr erkennbar. Umso entscheidender ist es, humanitäre Einsätze innerhalb Deutschlands zuzulassen und zu fördern.

 

Es ist wichtig, die Bundeswehr nicht nur als militärische Einheit zu sehen, sondern als eine Gruppe von Menschen, die genauso als Bevölkerung in Deutschland leben wie diejenigen, die nicht bei der Bundeswehr sind. Spätestens als Reservisten und Veteranen sind ehemalige Bundeswehrangehörige fester Bestandteil der Bevölkerung und verdienen den gleichen Respekt wie andere Berufsgruppen auch.
Dann zeigt sich, ob wir als Gesellschaft in der Lage sind, mit dem Einsatz für Deutschland umzugehen. Das ist auch ein demokratischer Grundgedanke, der mitunter zu kurz kommt. Unverständnis ist die Folge und Desinteresse für die Probleme, die zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten mit seelischer Verwundung im Einsatz zu überwinden haben.

 

»Im Einsatz für Deutschland …« ist auch der Beginn eines Satzes, einer Erinnerung, einer Zukunft. Wie würden Sie den Satz vollenden? Sehen Sie zurück oder nach vorne? Was ist Ihre Geschichte? Was würden Sie sich wünschen, wie der Satz weitergeht?

13. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2016: Akzeptiert. Integriert. Respektiert

Auftrag der Bundeswehr ist nicht nur die Verteidigung des Landes sowie Hilfe bei Katastrophen im Inland, sondern auch die Beteiligung an überstaatlichen Bündnissen. Das klingt einfach und ist doch sehr komplex. Die Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz für Deutschland auch im Ausland daheim, aber ihr Zuhause ist Deutschland.

 

Was bedeutet dann Zuhause, wenn der Einsatz sechs Monate dauert, getrennt von der Familie, den Angehörigen und Freunden? Wo definiert sich Heimat, wenn die Kommunikation nur über Video, E-Mail, Telefon oder Brief funktioniert? Was bedeutet Heimat, wenn die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz eine Art eigene Familie bilden?

 

Daraus ergeben sich große Herausforderungen der Vereinbarkeit zwischen Einsatz, Familie und Kulturunterschieden. Besonders zu Hause in Deutschland sind viele Bundeswehrangehörige noch nicht selbstverständlich akzeptiert. Das gilt nicht nur für Einsatzrückkehrerinnen und -rückkehrer.

 

Für den Auftrag, den das Parlament der Bundeswehr gibt, ist es zukünftig entscheidend von Bedeutung, wie und auf welche Weise mit den Anforderungen umgegangen wird. Damit ist zum einen die Einsatzsituation gemeint, zum anderen das Verständnis für die Bundeswehr im eigenen Land. Hier ist noch viel Vermittlungsarbeit zu leisten, damit die Bundeswehr und ihre Angehörigen uneingeschränkt und vorbehaltlos als Teil unseres Landes akzeptiert werden. Im Verteidigungsfall sind sie es, die uns schützen und im Einsatz vielfältige Opfer bringen. Und das verdient jeden Respekt.

 

Die Anfangsbuchstaben des Themas »Akzeptiert. Integriert. Respektiert.« ergeben das Wort „AIR“ (engl.: Luft). So wie wir die Luft zum Atmen brauchen, brauchen wir diesen Dreiklang für ein harmonisches Miteinander in der Welt und Zuhause. Zuhause ist dort, wo die Familie ist. Die Welt kann das nicht ersetzen, nur ergänzen.

 

Zeigen Sie uns, wie das aussieht. Zeigen Sie uns, wie Sie dies im Alltag und im Einsatz erleben. Zeigen Sie uns, wie Sie sich das vorstellen können.

14. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2018: Mut

Der Kunstwettbewerb hat das Thema »MUT« und das Plakat zeigt schon deutlich, was damit alles gemeint ist. Von Zivilcourage über Herzhaftigkeit, Schneid und Tapferkeit, Risikobereitschaft und Kühnheit bis hin zur Furchtlosigkeit werden Eigenschaften dargestellt, die damit in Verbindung stehen.

 

»Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut« (Goethe). Eine Verbindung des Ausspruchs mit den genannten Eigenschaften zeigt, wie die Bundeswehr und die Bundeswehrangehörigen MUT beweisen. Denn das Große, das über allem steht, ist der Charakter. Der Charakter der einzelnen Soldatin und des Soldaten, aber auch der Charakter der Bundeswehr. MUT zu haben zeigt sich nicht in der Überwindung von ausweglosen Situationen, sondern im Einstehen für andere, im Widersetzen gegen Ungerechtigkeit, im Standpunkt vertreten. Das zeigt sich auch in den parlamentarischen Debatten, welche Funktion die Bundeswehr übernimmt, welche Einsätze genehmigt werden. Es geht darum, dass darüber diskutiert wird. Dies ist ein Geschenk, ein hohes Gut, das Deutschland auszeichnet.

 

Wo sehen Sie MUT in Ihrem Berufsalltag? Wo begegnen Ihnen Menschen, die MUT zeigen? Wie haben Sie schon einmal MUT bewiesen in Ihrem Beruf? Seien Sie Teil des Kunstwettbewerbs und geben dem Einzelnen einen Namen. Seien Sie mutig und machen Sie mit. Der Kunstwettbewerb der Bundeswehr beweist seit vielen Jahren, wie wichtig es ist, sich auszudrücken, eine Position zu beziehen, anderen die eigene Situation zu schildern. Es ist ein Gewinn für alle.

 

MUT ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Haltung. Und es ist ein Handeln. Jetzt.

15. Kunstwettbewerb der Bundeswehr

Thema 2020: Diversität

Das Thema Diversität bedeutet in erster Linie nichts anderes als Unterschiedlichkeit anzuerkennen in allen Bereichen. Das klingt erst einmal einfach, ist jedoch komplex. Es geht darum, Vorurteile und Schubladendenken abzubauen.

 

Diversität beschreibt dabei eine gelebte Vielfalt und ist in der Bundeswehr fest verankert. Bereits 2012 unterzeichnete die Bundeswehr die »Charta der Vielfalt«. Zur Verantwortung gehören Herausforderungen wie zum Beispiel Familienbetreuung, Beeinträchtigungen, zwischenmenschliche Orientierung, religiöse Ausrichtung. Diversität wird dabei meist umschrieben mit Chancengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Dienst und Familie, Inklusion, Interkultur. Und so ist ein Grundstein für die Einheit der Bundeswehr, die einzelne Person in ihrer Lebensführung zu schätzen und zu fördern.

 

Aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitsbereiche innerhalb der Bundeswehr bietet kaum ein anderer Arbeitgeber mehr Verbundenheit und Möglichkeiten, sich zu entfalten. Und Möglichkeiten zu haben bedeutet immer Bewegung und Veränderung. Das gilt auch für die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft. Auch die Gesellschaft kann mit klaren Botschaften die Herzen öffnen für die Staatsbürger_innen in Uniform. Und wenn das gelingt, ist Diversität wirklich gelebte Vielfalt.

 

Was verbinden Sie mit dem Thema? Wir freuen uns auf ihre persönliche Sichtweise und auf zahlreiche kreative Einsendungen.